Essen und autoritäre Erziehung Fünf neue Fakten zu Prinz Charles

Eine neue Biografie erscheint über Prinz Charles Foto: dpa

Die Mauern um den Buckingham-Palast in London sind dick und wenig hellhörig. Biografien gehören zu den seltenen Möglichkeiten, Neues über die Blaublüter zu erfahren - so wie jetzt über Prinz Charles.

 

London - Die US-Autorin Catherine Mayer hat eine neue Biografie über Prinz Charles vorgelegt. Der 65-Jährige hat in seinem bewegten Leben viele Schlagzeilen gemacht. Doch es gibt noch immer Dinge, die kaum jemand über ihn wusste. Fünf Neuigkeiten über den künftigen britischen König:

ESSEN: Die Essgewohnheiten von Charles, dem überzeugten Bio-Bauern, waren schon oft Gegenstand von Spekulationen. 2012 musste der Palast ein Gerücht dementieren, der Thronfolger lasse sich jeden Morgen sieben unterschiedlich lang gekochte Eier vorsetzen und wähle dann nur eines davon aus. Catherine Mayer beschreibt nun, dass der Prinz nicht gerne Essen wegwirft. Was am Vortag nicht gegessen wird, kommt am nächsten Tag erneut auf den Tisch.

TRAUER: Prinz Charles hat ein schwieriges Verhältnis zu seiner Familie. Sein Vater Philip hat ihn als Kind sehr autoritär erzogen, wie Biograf Jonathan Dimbleby bereits 1990 schrieb. In dem neuen Buch über das Leben des Thronfolgers wird deutlich, dass er zu seiner Großmutter, in aller Welt als "Queen Mum" bekannt, ein besonders herzliches Verhältnis unterhielt. Noch heute trauert Charles um sie, genauso wie um seinen Onkel Lord Louis Mountbatten, der 1979 einem Attentat in Irland zum Opfer fiel.

FRUST: Charles, dessen weitreichende Gedanken zu grünen Thesen in Großbritannien häufig belächelt werden, fühlt sich nicht ernst genommen. Er vergleicht sich nach Darstellung seiner Biografin häufig mit der Figur des "Baldrick" in der englischen Fernsehkomödie "Blackadder". Dort macht der Diener immer geniale Vorschläge, über die sich aber seine Vorgesetzten nur lustig machen. Ein Bediensteter von Charles wird in dem Buch mit den Worten zitiert: "Er ist gleichzeitig seiner Zeit hinterher und seiner Zeit voraus - mit Sicherheit lebt aber nicht in seiner Zeit."

WANKELMUT: Charles gilt in seinem Hofstaat nicht als besonders entscheidungsfreudig. Bevor er eine Entscheidung zu einem wichtigen Thema trifft, lässt er sich von seinem Stab immer erst vier oder fünf Meinungen vorlegen, über die er dann nachdenkt. Kritiker werfen ihm vor, damit auch Zwist im eigenen Gefolge zu schüren.

GERECHTIGKEITSSINN: Es ist nicht viel bekannt, auf welche Art und Weise Charles sein Amt als künftiger König wahrzunehmen gedenkt. Spekuliert wird darüber, dass er sich mehr in politische Dinge einmischen und mit seiner Grundeinstellung nicht hinter dem Berg halten will. Bekannt wurde jetzt, dass er das überholte System der königlichen Ehrungen, bei dem britische Bürger zum "Sir" oder zur "Dame" gemacht werden können, grundsätzlich neu ordnen will.

 

0 Kommentare