Es zwickt beim TSV 1860 Bedenklich! Woran es bei den B-Löwen überall hakt

, aktualisiert am 05.09.2018 - 17:04 Uhr
Löwen-Back-ups: Benjamin Kindsvater (li.) und Christian Köppel (re.). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der späte Sieg im Toto-Pokal der Löwen gegen die unterklassigen Memminger zeigt: Der zweite Anzug des TSV 1860 schwächelt. Und einigen Aufstiegshelden um Fanliebling Christian Köppel bleibt wohl nur die Bank.

Memmingen/München - Sein Name sorgt bei Löwen-Fans für Jubelstürme: Adriano Grimaldi. Als es im Toto-Pokal-Krimi beim Regionalligisten FC Memmingen (1:0) für Sechzig nicht lief, rief Coach Daniel Bierofka seinen neuen Angriffsführer herbei. Kurz darauf brachte er Simon Lorenz und dann auch noch den seit Wochen überzeugenden Herbert Paul, allesamt Stammspieler in Liga drei. Paul war es schließlich, der in der letzten Minute den Ball nach einer Ecke von Alessandro Abruscia über die Linie drückte und die Löwen ins Viertelfinale brachte.

Verbale Bierofka-Ohrfeige

"Wir wollten hinten raus frische Leute bringen, Leute, die die Qualität haben, dann das Spiel zu entscheiden", meinte der Löwen-Trainer. Eine verbale Bierofka-Ohrfeige für die zweite Garde, die nach zuvor bereits überschaubaren Auftritten im Toto-Pokal auch gegen Memmingen große Schwäche zeigte – und, dass sie als Kollektiv nicht in der Lage ist, auch nur annähernd Druck auf die erste Formation auszuüben.

Dieser Eindruck verfestigte sich im Allgäu. Wie beträchtlich Memmingen die eine Liga höher spielenden Giesinger in Bedrängnis brachte, war aus Löwen-Sicht bedenklich. Zeitweise hatte das Spiel in der Schlussphase etwas vom Powerplay beim Eishockey – auf das Tor von 1860. Kein gutes Zeugnis für die Löwen, die in der Dritten Liga auf einem mehr als respektablen vierten Platz liegen. Mit einer Stammformation um Felix Weber, Phillipp Steinhart, Quirin Moll, Daniel Wein und Nico Karger, die im Toto-Pokal allesamt eine Pause bekamen.

Gebrauchter Abend für Köppel

Besonders Fanliebling Christian Köppel hatte auf der Linksverteidigerposition einen gebrauchten Abend. Noch vor der Saison hatte der 23-jährige Münchner Ansprüche auf einen Stammplatz in der Dritten Liga angemeldet, ihn aber im Ligabetrieb endgültig an Top-Vorbereiter Steinhart verloren.

Auch Kristian Böhnlein, vor der Saison aus Bayreuth gekommen, unterliefen auf dem zugegeben schwer bespielbaren Platz teils haarsträubende Fehlpässe.

Im Video: Bierofka verteidigt seine B-Löwen

Bierofka, dem nun im Viertelfinale ein Duell mit Ligakonkurrent SpVgg Unterhaching droht, nahm mit Blick auf die kommenden Aufgaben seine Ersatzleute dennoch in Schutz. Ob er enttäuscht von der Leistung sei, wurde der 39-Jährige gefragt. "Schaut euch mal den Platz an. Die Mannschaft, die gegen den Ball spielt, tut sich leichter, das spielt denen in die Karten", meinte der Sechzig-Coach, der aber auch zugab: "Wir hätten sicher einiges besser machen können." (Lesen Sie hier: Daniel Bierofka rechtfertigt schwache Leistung mit dem Rasen)

Lex sucht nach seiner Form

Ganz und gar nicht war auch der Torschütze mit dem Rasen im Memminger Stadion zufrieden: "Da sind ganz schöne Krater drin. Ein richtiger Spielfluss kommt da nicht zustande", sagte Paul der AZ. Klar hätte seine Mannschaft mehr hinter die Ketten kommen müssen, meinte Bierofka noch, "aber die Jungs, die gespielt haben, haben seit ein paar Wochen nicht mehr gespielt".

Was so allerdings nicht ganz stimmt. Stefan Lex und Kollegen hatten nur zwei Wochen zuvor das Zweitrundenspiel in Ergolding absolviert. Apropos Lex: Der einstige Bundesligaspieler sucht nach seiner Form. Bierofka dagegen nach positiven Aspekten: "Wir haben ein spätes Tor gemacht.“ Durch einen Spieler aus der Stammelf.

"In solch einem Spiel geht es nicht um den Schönheitspreis", sagte er. Wahrlich nicht. Aber – neben dem Weiterkommen – um gleichwertige Alternativen auf dem Platz. Und die sind bei Sechzig spärlich.

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