Erzdiözese für Flüchtlingshilfe Marx ruft Pfarreien zu weiterer Hilfe für Flüchtlinge auf

Kardinal Reinhard Marx bittet die Verantwortlichen über weitere Möglichkeiten einer zeitnahen Aufnahme von Asylsuchenden nachzudenken. Foto: dpa

Kardinal Reinhard Marx hat an die Pfarreien und Ordensgemeinschaften im Erzbistum München und Freising appelliert, weitere Möglichkeiten der Unterbringung für Flüchtlinge zu prüfen.

 

München - Ein Ende der Flüchtlingsbewegung sei nicht abzusehen, schreibt Marx in einem am Montag veröffentlichten Brief. Allein in Bayern müssten in diesem Jahr voraussichtlich 120.000 Menschen untergebracht und versorgt werden. "Adäquate Unterkünfte fehlen jedoch in großem Umfang."

Die Suche nach geeigneten Orten sei eine ständige Kraftanstrengung, so der Kardinal. Zugleich kämen die Hilfeleistungen, die über staatliche Stellen und Träger der freien Wohlfahrt, auch die Caritas, geleistet würden, immer wieder an ihre Grenzen. Es bedürfe deshalb "der Hilfe und der Anstrengung der gesamten Gesellschaft".Der Erzbischof dankt zugleich den vielen Engagierten. So seien in den letzten Monaten in den Pfarrgemeinden und auch in den Ordensgemeinschaften große Anstrengungen unternommen worden und würden immer noch unternommen.

Gleichzeitig bittet Marx die Verantwortlichen in den Dekanaten, Pfarreien und Orden, "über weitere Möglichkeiten einer zeitnahen Aufnahme von Asylsuchenden nachzudenken". Er sehe als Bischof "die katholische Kirche und damit uns alle in der Verantwortung". Es gelte Menschen, die oft nicht mehr haben als ihr durch die Flucht gerettetes Leben, "ein Leben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen".

Neben dem für 2015 durch die Erzdiözese für Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellten Sonderbudget in Höhe von fünf Millionen Euro bieten viele kirchliche Einrichtungen, besonders auch Pfarreien, Unterkünfte für Asylsuchende an. In 59 Objekten in der Erzdiözese stehen derzeit Plätze für 953 Flüchtlinge bereit. Der Caritasverband der Erzdiözese betreut etwa 9.000 Flüchtlinge. Zahlreiche Menschen in den Pfarreien engagierten sich zudem ehrenamtlich in der Begleitung von Asylsuchenden.

 

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