Erst Stellwerkstörung, dann Notarzteinsatz Am Mittwoch: Chaos auf S-Bahn-Stammstrecke

Stammstrecke dicht, U-Bahn kaputt, Bahnsteige überfüllt. Momentan kommt es zu erheblichen Verzögerungen im S- und U-Bahn-Verkehr. Foto: ill/sk

Am Mittwochmorgen legte eine technische Störung die Stammstrecke lahm. Auch die U-Bahn machte Probleme. Wenige Stunden später sorgte ein Notarzteinsatz für eine erneute Sperrung der Stammstrecke.

 

München – In München erlebte der morgendliche Berufsverkehr am Mittwoch mal wieder einen regelrechten Kollaps. Während es am Dienstag noch Probleme wegen der plötzlichen Schneemassen gab, war es einen Tag später in der Früh eine Stellwerkstörung auf der S-Bahn-Stammstrecke an der Donnersbergerbrücke.

Nachdem langsam wieder Ruhe eingekehrt ist, folgte gegen 14.00 Uhr die nächste Nachricht der Deutschen Bahn: Wegen eines Notarzteinsatzes am Gleis wurde die die gesamte Stammstrecke gesperrt. Zwischen Hackerbrücke und Ostbahnhof war kein Zugverkehr möglich. Die Deutsche Bahn berichtet, dass eine S-Bahn der Linie S3 auf der Fahrt von Mammendorf nach Holzkirchen die Frau im Tunnel zwischen Stachus und Hauptbahnhof erfasst hat. Nach AZ-Informationen wurde der Notarzt wegen einer toten Frau im Tunnelbereich gerufen – die Bundespolizei spricht von Suizid.

Mittlerweile verkehren alle Linien wieder auf ihren normalen Wegen.

Chaos bei S- und U-Bahn am Morgen

Ab 5.45 Uhr erhielten die aus Richtung Laim und Heimeranplatz kommenden Züge rote Signale. Dadurch war die Stammstrecke an der Donnersbergerbrücke unterbrochen. Um kurz nach 6 Uhr meldete die Bahn den technischen Defekt. Für die Dauer der Reparatur-Arbeiten blieb der Streckenabschnitt zwischen Laim und Hackerbrücke teilweise gesperrt.

Bei der aufwändigen Fehlersuche stellte sich heraus, dass eine Störung der Achszähler Ursache für die roten Signale war. Achszähler sind eine elektronische Sicherungsmaßnahme, die anzeigt, ob alle in einen Streckenabschnitt eingefahrenen Zugteile diesen auch wieder verlassen haben. Gegen 8.30 Uhr meldete die Deutsche Bahn, dass die Störung am Stellwerksrechner behoben wurde. Sukzessive haben alle Linien wieder den Normalbetrieb aufgenommen. Allerdings kam es noch zu Folgeverzögerungen.

Und auch die U-Bahn machte Probleme - hier war eine Weichenstörung an der Theresienwiese der Auslöser. U4 und U5 waren erheblich gestört. Wenigstens verkehrten die Züge des Regionalverkehrs zwischen München-Pasing und dem Hauptbahnhof auf dem Regelweg.

Die Engpässe wirkten sich auf alle Verkehrsmittel in der Stadt aus. Tram-Bahnen und Busse waren überfüllt. Auch der Verkehr am Mittleren Ring lief dementsprechend noch schleppender als sonst. Hinzu kam dann auch noch ein Unfall, der für einen kilomterlangen Stau sorgte. Dieser Rückstau reichte sich schließlich sogar bis auf die A96. Allerdings wurde hier nach einiger Zeit wieder der Regelbetrieb aufgenommen.

"Die S-Bahn München braucht ein Soforthilfeprogramm, das bei Störungen wirksam greift", fordert Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste. "Wir werden mit allen Verantwortlichen sprechen, was zu tun ist, um die Auswirkung von solchen Störungen zu vermindern. Hauptthema ist dabei die Fahrgastinformation."

 


Anmerkung der Redaktion:

In der Regel berichtet die AZ nicht über Selbsttötungen – es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie bei der Telefonseelsorge: 0800–111 0 111 und 0800–111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist kostenlos.

 

28 Kommentare