Erschütternde Tierquälerei 86 Meerschweinchen in der Badewanne

Ein schrecklicher Anblick: die Meerschweinchen in der Badewanne. Foto: Tierschutzverein München

Tierschützer befreien die Nager aus einer Messie-Wohnung – und entdecken einen weiteren Fall von „Animal Hoarding“.

 

München - Eng ist es im Münchner Tierheim eigentlich immer – doch jetzt hat der Platzmangel einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Grund: Die Riemer Einrichtung musste innerhalb weniger Tage 14 völlig verwahrloste Katzen, 86 Meerschweinchen aus einer Messie-Wohnung und 176 Zebrafinken aufnehmen.

Die 14 Katzen wurden bei einer Kontrolle im Kreis Markt Schwaben entdeckt: Eingesperrt in einem Außengehege waren die Tiere sich selbst überlassen. „Die Besitzer waren nicht regelmäßig vor Ort, ihre Adresse ist eine andere“, sagt Judith Brettmeister, Sprecherin des Münchner Tierschutzvereins.

Die Katzen, die sich offenbar unkontrolliert vermehrten, vegetierten in ihrem verdreckten, stinkenden Gefängnis vor sich hin. Als sie gefunden und befreit wurden, waren etliche unterernährt und hatten Schnupfen. Außerdem wurde bei allen ein Wurmbefall festgestellt.

In der Quarantänestation des Tierheims werden die Vierbeiner nun gesund gepflegt und aufgepäppelt.

Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung kam im Landkreis München ein besonders krasser Fall von „Animal Hoarding“ (krankhaftes Sammeln von Tieren) ans Tageslicht: In einem Messie-Haushalt mussten 86 Meerschweinchen in einer Badewanne leben. „Ihre Einstreu bestand aus dem eigenen Kot, Futter bekamen sie nur ab und an. Kämpfe zwischen gleichgeschlechtlichen Tieren waren die Regel und von der Möglichkeit Gruppen zu bilden oder von Bewegungsfreiheit konnte nicht die Rede sein“, sagt Brettmeister. „Sie waren in einem wirklich fürchterlichen Zustand.“

Der Stress, unter dem die Meerschweinchen dadurch standen, war so groß, dass etliche beim Transport ins rettende Tierheim starben. Viele trächtige Weibchen brachten tote Junge zur Welt. Einige Nager waren so krank, dass sie eingeschläfert werden mussten. Nur 63 überlebten.

Um all die Meerschweinchen unterzubringen, wurde das Riemer Kleintierhaus nun provisorisch erweitert: „Wir haben für einen Großteil der Tiere Boxen in einem leerstehenden Büro aufgestellt, weil sonst nirgends Platz war“, sagt Judith Brettmeister. Wenn die Schweinderl wieder fit sind, sollen sie vermittelt werden.

Der dritte Großeinsatz führte die Tierschützer in die Münchner City: Eine Seniorin hielt knapp 200 Zebrafinken in ihrer Wohnung. „Die Vögel waren gut untergebracht. Sie hatten eine riesige Voliere mit Balkon.“

Allerdings habe die alte Dame immer wieder Zebrafinken bei sich aufgenommen, „bis ihr alles über den Kopf gewachsen ist“. Schließlich alarmierte die Münchnerin selbst die Tierschützer und bat darum, ihre Schützlinge abzuholen.

Da die Vögel in einem guten Zustand sind, können sie sofort in liebevolle Hände abgegeben werden.

 

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