Ernährungstipps Essen Sie sich gesund

 

Egal ob Erkältung, Bauchgrimmen oder zu hoher Blutdruck: Oft sind Nahrungsmittel hilfreicher als Medikamente

München Die Wiesn ist vorbei – bei vielen Münchner die Wiesn-Grippe, die sie sich eingefangen haben, leider noch nicht. Dazu trägt auch das derzeitige Wetter bei mit starken Temperatur-Schwankungen und feuchtkalten Nächten. Jetzt ist wieder der Gang zur Apotheke oder zum Arzt angesagt, um sich mit den einschlägigen Medikamenten zu versorgen. Doch das muss nicht immer sein. Gerade bei grippalen Infekten – aber auch bei vielen anderen Erkrankungen – kann die richtige Ernährung Wunder wirken. Lesen Sie, wie Sie sich gesund essen können.

Erkältung

Es ist ein altes Hausmittel, das von vielen geschätzt wird: Hühnersuppe. Jetzt ist sogar der wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit erbracht. Eine US-Studie wies nach, dass Hühnersuppe Entzündungen eindämmt und damit die Symptome eines Atemwegdefektes abmildern kann. Das Vitamin C eine positive Wirkung hat, ist eine Binsenweisheit. Doch es müssen keine Brausetabletten sein, die Sie zu sich nehmen. Einen hohen Vitamin C-Anteil haben zum Beispiel Kiwis, rote Paprika, Brokkoli und natürlich Orangen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG) decken Sie ihren täglichen Vitamin C-Bedarf mit einer halben roten Paprika, einer Kiwi und einer Tomate. Doping für Ihr Immunsystem ist aber auch Zink, dem verschiedene Studien eine entzündungshemmende Wirkung nachsagen. Das Spurenelement kommt unter anderem vor in Milch, Käse und Rindfleisch. Die DEG-Empfehlung für den Tagesbedarf: Zwei Scheiben Vollkornbrot mit Käse und fünf Esslöffel Haferflocken. Noch nicht so bekannt als Schutz vor oder Mittel gegen Erkältungen ist auch Ingwer. Die tolle Knolle hat eine viele Eigenschaften: Sie regt die Wärmerezeptoren an und vertreibt damit das Frösteln; sie bekämpft Bakterien und Viren, greift in das Abwehrsystem ein und geht gegen Entzündungen vor. Trinken Sie Ingwer als Erkältungstee (gibt’s in Beuteln oder: Schneiden Sie die Knolle in dünne Scheiben und brühen sie auf.)

Verdauungsprobleme

Sie haben oft ihre Ursachen in falscher Ernährung, können aber auch durch die richtige Auswahl der Nahrungsmittel gelöst werden. Bei Verstopfung zum Beispiel sollten Sie zunächst einmal nicht zu Abführmitteln aus der Apotheke greife, sondern viel trinken und ballaststoffreiches Essen zu sich nehmen. Dazu zählen alle Vollkornprodukte. Zusätzlich können Weizenkleie oder Flohsamen gegessen werden. Verdauungsfördernd – und überhaupt entgegen ihrem herkömmlichen Ruf magen- und darmfreundlich – sind Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen. Ein Durchfall kann die verschiedensten Ursachen haben, hält er einige Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hilfreich ist es, wenn Sie viel Tee und Mineralwasser zu sich nehmen; Weißbrot, Zwieback, Toastbrot oder Haferflocken essen.

Bluthochdruck

Für Patienten ist es besonders wichtig, möglichst salzarm zu essen. Nachgewiesen ist, dass eine Kochsalzabsenkung bei jedem zweiten Hypertoniker zu zu einem Absinken des Blutdruck führt. Dabei müssen salzarme Gerichte gar nicht fad schmecken, wenn sie mit anderen Gewürzen oder frischen Kräutern zubereitet werden. Betroffene müssen aber auch darauf achten, dass der Natriumgehalt ihrer Speisen und Getränke möglichst niedrig ist. Bei Mineralwässern sollte der Na-Gehalt unter 150 Milligramm pro Liter liegen. Folgende Nahrungsmittel enthalten besonders wenig Natrium: polierter oder Patna Reis, Hartweizen-Nudeln, Butter, Bohnen, Linsen, Pellkartoffeln, Tomaten, Spargel, Zwiebeln, Blaukraut, Nüsse, Birnen, Äpfel und Pflaumen.

Gut für Herz und Kreislauf

Um den Lebensmotor möglichst lange in Gang zu halten, empfehlen Kardiologen die ballaststofffreiche Mittelmeerkost. Die mediterrane Kombination aus frischem Obst, Salat, Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Fisch statt Fleisch, Brot, Nudeln, Reis und Nüssen bewirkt, dass Türken, Griechen, Italiener oder Spanier deutlich seltener Herz-Kreislauf-Probleme bekommen.

Augenprobleme

Schlechte Luft, viel Bildschirmarbeit, Zigarettenrauch – das bereitet vielen Menschen Probleme mit dem Sehen. Um dies zu bekämpfen und spätere krankhafte Sehstörungen verhindern zu helfen, kann jeder einiges mit der richtigen Ernährung beitragen. Am wichtigsten sind Lebensmittel, die die Karotonoide Lutein und Zeaxanthin enthalten. Sie befinden sich auf der Netzhaut im Bereich der Makula, also dem Bereich des schärfsten Sehens. Durch eine regelmäßige Zufuhr kann die Sehkraft erhalten und sogar verbessert werden. Beide Wirkstoffe sind besonders reichlich in Grünkohl, Kresse, Ruccola und Tomaten enthalten. Von den beiden Karotinoiden sollten idealerweise täglich sechs Milligramm aufgenommen werden, das entspricht in etwa einer großen Portion Spinat. Wichtig, vor allem für das Hell-Dunkel-Sehen ist Betacarotin, enthalten unter anderem in Karotten, Süßkartoffeln, Kürbissen, Kakis, Aprikosen, Papayas, Mangos, Nektarinen, Pfirsiche, Birnen, Sanddorn , Spinat, Broccoli, Endivien, Chicorée, Kresse, Löwenzahn. Einen sehr hohen Gehalt an Betacarotin haben Wiesen-Sauerampfer und vor allem Portulak.

Doping für den Kopf

Beim Denken verbraucht unser „Oberstübchen“ mehr als 25 Prozent der Energie, die das Essen liefert. Deshalb sind komplexe Kohlenhydrate aus Kartoffeln, Vollkornbrot, Naturreis oder Müsli die perfekte Nervennahrung: Aus ihnen kann der Körper besonders lange und viel energiereiche Glukose gewinnen. Getreideprodukte enthalten außerdem Vitamin B1 (Thiamin), das beim Weiterleiten von Nervenimpulsen mitmischt, und Vitamin B9 (Folsäure), das die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert und möglicherweise das Demenzrisiko senkt. Essen Sie diese Nahrungsmittel täglich!

Leber und Galle

Das Hochleistungssystem, das unter anderem Schadstoffe aus dem Blut filtert, braucht besondere Unterstützung: Kaffee in Maßen beugt Gallensteinen vor. Und die Leber mag Tomaten, Möhren, Artischocken und Löwenzahn. Mit ihnen lässt sich also auch anderen körperlichen Folgen des Oktoberfestes als der als Wiesn-Grippe abhelfen.

 

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