Landfriedensbruch, Vandalismus 130 Beamte müssen wüste WhatsApp-Party stoppen

Mehr als 150 Polizisten beendeten eine außer Kontrolle geratene WhatsApp-Party in München (Symbolbild). Foto: dpa

Ein 18-Jähriger verbreitet die Einladung über Whatsapp. Seine 200 Gäste stürmen Wohnungen – und legen eine Tram lahm.

 

München - Dass es auf einer Party meistens voller und lauter wird, als es der Gastgeber geplant hat – weil Eingeladene immer noch jemanden mitbringen, der unbedingt dabei sein muss – kennt man ja.

Aber die Dimensionen der Party eines 18-jährigen Münchners in der Baldurstraße lösen am Samstagabend einen Großeinsatz mit insgesamt 130 Polizeibeamten aus.

Die Partygäste klettern sogar auf Streifenwagen

Etwa 200 Leute haben sich, nachdem der Gastgeber Einladungen mit dem Nachrichtendienst WhatsApp verschickt hatte, in und um seine Wohnung versammelt. Die Nachricht verbreitet sich auch auf anderen sozialen Netzwerken.

Gegen 22 Uhr gehen in der Einsatzzentrale der Polizei mehrere Notrufe von den Bewohnern des Gebäudes ein, in dem die Party stattfindet: Die Gäste stürmen auch die umliegenden Wohnungen. Und sie schmieren Graffitis an die Hauswände.

Schließlich meldet sich der Gastgeber selbst bei der Polizei, als er merkt, dass seine Party aus dem Ruder läuft. Die Beamten können zwar den ebenfalls bevölkerten Innenhof räumen – doch das heizt die Stimmung erst richtig auf.

Die Feiernden klettern auf die Streifenwagen, angestachelt von zwei 18-Jährigen. Sie provozieren die Beamten und werden in Gewahrsam genommen. Einer uriniert daraufhin in einen Streifenwagen.

Die Tram wird aus dem Verkehr gezogen, die Straße gesperrt

Währenddessen feiert der Rest so munter weiter, dass die Beamten Platzverweise aussprechen müssen. Zur Beruhigung der Lage sind auch zwei Diensthundestaffeln eingesetzt. Einer der Gäste beleidigt einen Hundeführer auf Polnisch als „ asozialer Drecksbulle“ – dumm nur, dass der ihn versteht und seine Personalien aufnimmt.

Weil sich die Menschen bis in den Trambereich ausgebreitet haben, muss die Linie 20 für mehrere Stunden aus dem Verkehr gezogen werden. Als sie später wieder in Betrieb geht, wird die Haltestelle Borstei, wo sich die Feiernden aufhalten, nicht mehr angefahren.

Zusätzlich wird die Dachauer Straße stadteinwärts komplett gesperrt, stadtauswärts sind zwei von drei Spuren nicht befahrbar. Gegen zwei Uhr ist der Einsatz beendet. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Landfriedensbruch eingeleitet.

 

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