Erkrankungen und Todesfall E-Zigaretten: Wie schädlich ist die Rauchalternative?

Der Dampf der E-Zigarette ist weniger schädlich als Tabakrauch. Stimmt das wirklich? Foto: pixabay/lindsayfox

Seit etwa einem Jahrzehnt ist das Dampfen mit der E-Zigarette in Deutschland populär. Für viele Raucher hat sich das Gerät aufgrund des vermeintlich weit weniger schädlichen Dampfes zum Ersatz für die herkömmliche Zigarette gemausert. Doch sind die E-Zigaretten tatsächlich so unbedenklich, wie man bisher dachte? 

 

E-Zigarette: Dampf unschädlicher als Rauch

Studien belegen, dass der Dampf der E-Zigarette weitaus weniger Schadstoffe enthält als Tabakrauch. Das liegt unter anderem daran, dass beim Rauchen einer Zigarette eine Verbrennung des Tabaks stattfindet. Der Rauch wird samt aller bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffe eingeatmet. Beim Dampfen wird, wie der Name schon sagt, lediglich die sich in der E-Zigarette befindliche Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, verdampft. 

Dieses besteht im Wesentlichen aus den allesamt als unbedenklich geltenden und als Lebensmittelzusatz zugelassenen Stoffen Propylenglycol, Glycerin und Wasser sowie Aromen. Das süchtigmachende Nikotin kann vom Nutzer selbst dosiert oder gar weggelassen werden. Kürzlich bekannt gewordene Fälle von Lungenproblemen bei Dampfern aus den USA lassen nun jedoch aufhorchen. 

Lungen-Erkrankungen nach Dampfen mit E-Zigarette

Die Betroffenen leiden unter Atembeschwerden, Atemnot, Brustschmerzen sowie in manchen Fällen Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Bisher gingen seit Juni über 190 Fälle ein. Alle Betroffenen haben gemeinsam, dass sie zuvor E-Zigaretten konsumierten. Bislang ließ sich jedoch kein Produkt ausfindig machen, dass mit den Erkrankungen in Verbindung gebracht werden kann. 

Mittlerweile gab es einen Todesfall eines Erwachsenen, der laut der Leiterin des Gesundheitsministeriums im Bundesstaat Illinois zuvor mit "einer schweren, ungeklärten Atemwegserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden war". Der Zusammenhang mit elektronischen Zigaretten wird derzeit überprüft. 

Allergische Reaktionen auf E-Zigaretten-Dampf?

Robert Loddenkemper, Experte für E-Zigaretten bei der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, hält es für denkbar, dass der Grund für die Erkrankungen eine komplexe allergische Reaktion auf die Bestandteile des Dampfes sein kann. Aus der Vergangenheit seien bereits vergleichbare Fälle bekannt, jedoch seien auch andere Ursachen möglich.  

Lungenprobleme aufgrund von "Juul Pods"?

Anfang August 2019 meldete sich ein Teenager aus den USA zu Wort, der sich nach eigener Aussage einer Lungen-Operation unterziehen musste, weil er sogenannte "Juul Pods" konsumiert hatte. Einen solchen nahm der Jugendliche etwa alle zwei Tage zu sich, was in etwa dem Konsum von zehn Zigaretten entspricht. Seinem Unmut machte er über seine Social-Media-Kanäle Luft. 

Auf seiner Lunge bildeten sich den Posts zufolge schwarze Punkte und sie kollabierte. Er startete einen Aufruf, das Dampfen von E-Zigaretten zu unterlassen. Der E-Zigaretten-Hersteller versicherte, dass man die Berichte prüfen werde. 

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