Ergebnis von "Stiftung Warentest" Durstlöscher im Test: So schlecht ist Apfelschorle

Autorenprofil Ruth Schormann
Apfelschorle ist ein beliebtes Erfrischungsgetränk, doch wie gut ist sie wirklich? Fertig-Apfelschorle im Test bei "Stiftung Warentest". Foto: Robert Günther/dpa

"Stiftung Warentest" hat sich das beliebte Getränk Apfelschorle genauer angeschaut – das Ergebnis gibt aber wenig Anlass zur Freude. Rundum gut ist nur eine der Fertigmischungen, bewerten die Experten.

München - Bald wird es wärmer und was eignet sich nach einem Tag auf dem Radl oder einer schweißtreibenden Wanderung in der Sonne besser, um den Durst zu stillen, als Apfelschorle? Die spritzig-süße Mischung aus Apfelsaft und Mineralwasser ist der Klassiker unter den Schorlen, auf jeder Getränkekarte zu finden.

Wer es eilig hat, greift freilich mal zur fertigen Schorle im Supermarktregal. Doch die wenigsten davon sind gut, berichtet "Stiftung Warentest" im aktuellen Heft (4/2019).

Die AZ zeigt die Erkenntnisse im Überblick:

Die Untersuchung: 24 Schorlen im Test

Die "test"-Experten haben 24 Fertig-Schorlen untersucht, sowohl aus dem Discounter als auch aus dem höherpreisigen Sortiment. Darunter sind Marken, die allseits bekannt sind, wie Lift oder Sinalco, aber auch Bio-Schorlen von Fritz, Proviant oder Voelkel sind in der Auswertung dabei. 15 davon enthalten Apfelsaft aus Konzentrat, sieben nur Direktsaft und zwei sowohl Konzentrat als auch Direktsaft.

Bewertet haben die Tester den Geschmack, den Inhalt, Aromagehalt und chemische Qualität. Auch die Aufmachung, also die Kennzeichnung der Zutaten und die Flasche, haben sie untersucht.

Die Kritik: Zu viele Enzyme

Manche Schorlen enthalten zu viele Enzyme, was Methanol erzeugt. In einigen Schorlen auf Konzentratbasis haben die Hersteller laut "test" am Apfelaroma gespart.

Die Sieger: Schorle von Aldi Nord

Gut muss gar nicht teuer sein: Die beste der 24 getesteten Schorlen kommt von Aldi – und kostet gerade einmal 39 Cent pro Liter. Die Schorle der Marke Wiesgart ist als einzige mit der Note "gut" bewertet worden. Sie schmecke gut und habe eine deutliche Apfelnote. Wermutstropfen: Sie ist nur bei Aldi Nord erhältlich.

Bei den Schorlen mit Direktsaft landet die Proviant-Schorle Apfel naturtrüb auf dem ersten Platz – sie wird aber nur mit "befriedigend" bewertet, schmeckt aber laut den Testern sehr gut. Abzüge gibts fürs unübersichtliche Etikett. Der Liter kostet 3 Euro.

Die Verlierer - Note "mangelhaft"

Sieben Schorlen erhalten die Note "mangelhaft", die von Real, Lift, Penny, Rewe, Rhön Sprudel – ihnen fehle es an Apfelaroma. Bei den Mischungen mit Direktsaft fallen Dennree und Ostmost durch. Der Grund hier: Die beiden Schorlen enthalten Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen in so großer Menge, dass laut "test" "nur verdorbene Äpfel oder eine unsaubere Verarbeitung die Ursache sein können".

Die gute Nachricht: Kein extra Zucker

Zusätzlichen Zucker enthält keine der Schorlen; Doch Obacht: Die Apfelsüße an sich ist schon recht zuckrig, ein halber Liter hat im Schnitt 28 Gramm Zucker. Wer Schorle selber mixt, kann den Zuckergehalt halbieren, empfehlen die Experten.


Besser ein Weißbier ?

Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff vom Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention in München rät, die Schorle einfach selber zu machen: Dazu sollte man einen guten Apfelsaft, der auf 100 ml nicht mehr als 45 Kalorien hat, mit Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen. "Damit hat man eine gute isotonische Flüssigkeit. Deren Teilchen haben die gleiche Zusammensetzung wie Blutplasma und werden so vom Körper schnell aufgenommen", erklärt Bischoff.

Die Wissenschaftlerin hat noch einen Tipp als alternativen Durstlöscher, gerade bei sportlichen Aktivitäten: "Alkoholfreies Weißbier ist ebenfalls isotonisch, hat noch weniger Kalorien als Äpfel und dafür mehr B-Vitamine."

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