Erfindergeist am LMU-Klinikum Großhadern: Chirurg rettet Patienten (79) auf MacGyver-Art

Die Prothese wird in den Patienten eingebracht. Rechts: Die fertige Prothese mit individualisierten Abgängen für die Arterien. Foto: Klinikum der Universität München

Am Klinikum der Universität München wurde eine einzigartige Operation durchgeführt. Während einer Notoperation fertigte ein LMU-Chirurg ein lebensrettendes Einzelstück an.

Großhadern - Ein 79 Jahre alter Patient kam mit Rückenschmerzen in die Klinik der Ludwigs-Maximilians-Universität. Die Schock-Diagnose: akute Aortenruptur, Durchbruch der Hauptschlagader. Lebensbedrohlich. Der Patient musste sofort notoperiert werden. Doch dafür wurde eine spezielle Stentprothese benötigt, die in Australien auf Bestellung individuell produziert wird und in frühestens sechs Wochen geliefert worden wäre, so geht es aus der Pressemitteilung der LMU-Klinik hervor.

Chirurg modifizierte die Prothese im OP-Saal

Aber: kein Problem für Prof. Dr. Nikolaos Tsilimparis, seit September 2018 Direktor der neu gegründeten Abteilung für Gefäßchirurgie. Mit einem speziellen Computerprogramm wurde ein individualisierter Prothesenplan ausgetüftelt und direkt im OP-Saal modifiziert. Innerhalb von zwei Stunden war die Prothese maßgeschneidert und wurde beim Patienten eingebracht. Der 79-Jährige überstand die insgesamt fünf Stunden dauernde Operation ohne Komplikationen und konnte zwei Wochen später wieder nach Hause gehen, berichtet das Klinikum in der Pressemitteilung.

Eine Aussackung oder Erweiterung der Aorta ist eine häufige Erkrankung, vor allem bei Männern. Sie zu erkennen und zu behandeln ist allerdings nicht sehr einfach - auch aufgrund des Zeitdrucks, da die Anfertigung der speziellen Prothesen relativ lang dauert.

 

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