Er übernimmt das Restaurant Boettners Jetzt gehört Schuhbeck (fast) das ganze Platzl

Das Platzl ist Schuhbecks Imperium. Foto: Petra Schramek

Alfons Schuhbeck übernimmt jetzt auch noch das Restaurant Boettners neben seinem Orlando. Damit gehört ihm fast das ganze Platzl: „Ich möchte jeden Geschmack treffen“.

 

München - Er ist Münchens unangefochtener Platzl-Hirsch: Alfons Schuhbeck (66) hat über die letzten 14 Jahre an diesem Platz(l) im Herzen von München wirklich nichts anbrennen lassen. Stück für Stück, Haus für Haus baut er konsequent sein Imperium aus. Jetzt schluckt der Sterne-Koch aus Traunstein auch noch das Restaurant Boettners neben seinem Orlando.

Manche sprechen schon halb belustigt von einer Ingwerisierung des Platzls, benannt nach Schuhbecks Lieblingsgewürz. Andere warten darauf, dass er noch den Coffee-Shop kauft. Jetzt aber erstmal das Boettners, das zuletzt eh ein bisserl untergegangen ist. An all den anderen Häuserfronten prangen schließlich längst die typisch weiß-blauen Schilder: „Schuhbecks Südtiroler Stuben“, „Schuhbecks Gewürze“, „Schuhbecks Tee“, „Schuhbecks Grill“, „Schuhbecks Kochschule“, „Schuhbecks Eis“, „Schuhbecks Schokoladen“. Schuhbecks ohne Ende.

Bei einem Vortrag, den er gestern zum Thema Essen in Krankenhäusern und Schulen gehalten hat, serviert er nebenbei die Gastro-News. 1901 wurde das Boettners gegründet, damals im Tal, bis es vier Jahre später in die Theatinerstraße zog, dann den Umbauplänen weichen musste und neben dem Orlandohaus eröffnete. Über ein Jahrhundert war es in Familienbesitz, zuletzt führte Frank Hartung das Lokal in vierter Generation.

Im Januar wird es nicht mehr Boettners heißen, dann kommt Schuhbeck hinzu. „Das wird nicht anders gehen“, sagt der Platzl-Hirsch gewohnt bescheiden. Wissend, dass sein Nachname längst eine Marke ist.

"Das hat sich einfach so ergeben"

Wie kommt’s zum nächsten Coup? Schuhbeck zur AZ: „Der Frank ist ein toller Kerl, wir haben da schon länger was geplant, jetzt wird es konkret. Ich freu mich drauf, vor allem auf den schönen, großen Innenhof. Zum Glück hab ich noch zwei Monate Zeit, mir zu überlegen, wie ich das Lokal künftig führen will.“ Schon Ideen?

„Ich will nicht als Klugscheißer rüberkommen, aber ein bisserl was muss verändert werden. Nicht nur dort, auch in meinen Südtiroler Stuben. Zeitgeist ist das Schlüsselwort. Ich muss meine Läden moderner machen. Menschen ändern sich ja auch, Geschmäcker sowieso. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass die Leute den ganzen Abend Zeit haben und ein endloses Menü wünschen. Viele wollen nur einen Teller Nudeln oder Salat essen, ein Glaserl Wein trinken, fertig. Ich möchte jeden Geschmack treffen.“

Neben geänderten Speisekarten plant er eine Bar im Keller der Stuben. Schuhbecks Bar – versteht sich.

Schuhbeck fühlt sich übrigens nicht als Platzl-Hirsch: „Ich bin nur ein Hirsch, war ich schon immer“, sagt er augenzwinkernd. „Das ich hier so viel hab, war nie gewollt. Das hat sich einfach so ergeben.“

 

15 Kommentare