Er spielt noch auf der Iberlbühne AZ zu Besuch bei Hansi Krauss, dem Lausbub aus dem Lehel

Hansi Krauss in seiner Wohnung im Lehel vor dem Filmplakat der "Lausbubengeschichten" von 1964, in dem er erstmals die Hauptrolle gespielt hat. Foto: Sigi Müller

Hansi Krauss wurde von der AZ als Schauspieler entdeckt. Das hat sein Leben verändert.

 

München - Eigentlich wollte er ja gar kein Schauspieler werden. Eher so einer wie Bernhard Grzimek, dessen Filme ihn faszinierten und von denen er kaum eine Sendung verpasste, von Grzimeks Tierleben und auch von den Kinofilmen nicht. Oder Schreiner, denn auch die Arbeit mit Holz hätte ihn fasziniert. Aber daraus wurde bekanntlich nichts.

Denn dann kam, 1964 war’s, der Casting-Aufruf durch die AZ, dass für die Ludwig-Thoma-Filme ein Lausbub gesucht wurde. Die Eltern schickten ihn hin – und im Laufe des Castings wuchs auch der Ehrgeiz, die Rolle zu ergattern.

Als eine kleine Auswahl von Kandidaten gebeten wurde, ihre Adresse zu hinterlassen – er allerdings nicht unter den Auserwählten war –, ließ er sicherheitshalber, wenn auch unverlangt, seine Adresse trotzdem da. Eine weise Entscheidung des damals zwölfjährigen Buben, die sein ganzes Leben verändern sollte. Als Lausbub hatte er bald schon ein Millionenpublikum und Schauspielen ist bis heute sein Beruf.

Hansi Krauss ist noch immer viel beschäftigt

Wir treffen uns am St.-Anna-Platz – der Markt wird gerade aufgebaut. Es ist ein wunderschöner Spätherbsttag und wir machen Fotos im Lehel, da wohnt Hansi Krauss schon seit vielen Jahren.

Die Wohnung besuchen wir natürlich auch. Gleich im Flur ein Filmplakat der Lausbubengeschichten, daneben das Titelbild eines Heimatromans mit seinem Konterfei.

In seinem Büro liegt eine Kamera auf dem Schreibtisch und eine Filmleuchte. Hier digitalisiert Hansi Krauss gerade seine analogen Dias, bereitet eine Fotoausstellung für das kommende Jahr vor. Zwei Bravo-Ottos stehen am Fenster. Einen dritten hat er einmal für einen guten Zweck gespendet. In München spielt Krauss an der Iberlbühne, ein Filmprojekt steht im kommenden Jahr an, am Theater in Fürth wird er spielen und seine Autobiografie wird erscheinen. Gut was los, im Leben vom 67-jährigen Lausbua.

In diesem Sinne eine schöne Woche

 

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