"Er hat sich diese Chance verdient" Münchens Goalie Kevin: Reich beschenkt

Kasatschok! Kevin Reich absolviert vor 9.650 Zuschauern in der Olympiahalle gegen Mannheim sein erstes DEL-Spiel für den EHC in dieser Saison. Den 4:1-Sieg feiert er mit einer Kosakentanz-Einlage. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der 22-jährige Goalie hütet beim 4:1-Erfolg des EHC über die Adler Mannheim in der Olympiahalle das Münchner Tor - und holt seinen ersten Sieg in der DEL. "Ich will das bald wieder erleben."

München - Kevin Reich hatte sich akribisch vorbereitet auf seinen allerersten Einsatz in dieser DEL-Saison für den EHC Red Bull, den Double-Meister. Nicht nur auf den Gegner - die Adler Mannheim. Nein, der Goalie hatte sich auch für den obligatorischen Siegesjubel ein Videostudium auferlegt. "Ich habe sowas noch nie gemacht", sagte der 22-Jährige, der statt der angestammten EHC-Keeper David Leggio und Danny aus den Birken den Kasten beim zweiten Hockey-Halleluja in der mit 9.650 Zuschauern fast ausverkauften Olympiahalle hütete.

Und so legte Reich nach dem 4:1-Sieg des EHC über die Mannheimer einen Kasatschok, eine Kosakentanz-Einlage hin. Mit abschließendem Jubel-Spagat. "Das war das, was mir bei den Videos hängengeblieben war. Und da ich irgendwie nicht wusste, was ich machen sollte, habe ich halt improvisiert und das gemacht", sagte Reich und erklärte weiter: "Ich war auf jeden Fall richtig aufgeregt, ich habe das letzte mal vor vier, fünf Jahren für München gespielt, und jetzt wollte ich den Sieg unbedingt haben."

Damals, noch unter Pierre Pagé, dem unvergessenen Chaos-Coach der Münchner, hatte Reich erstmals für den EHC in der DEL gespielt. "Ich finde jetzt, dass es zu früh war, als ich in München auf der Bank war", gestand er jetzt unumwunden der AZ. Er, der als größtes Torwarttalent in Deutschland galt, war etwas verheizt worden, war einfach noch nicht bereit für die DEL. Im Oktober 2014 trat Reich die Flucht ins Land der unbegrenzten Eishockey-Möglichkeiten an, er wechselt in die USHL zu den Dubuque Fighting Saints.

Don Jackson: "Kevin hat sich diese Chance verdient"

"Dieser Schritt nach Amerika war für mich richtig wichtig" , sagte er jetzt, "es hat mich vom Kopf her weitergebracht, als Mensch, eigentlich in allem." 2016 kehrte er nach Europa zurück, spielte beim EC Salzburg II. 2017 war er wieder beim EHC, doch meist spielte er beim SC Riessersee, dem Kooperationspartner, in der DEL2.

Bis zu diesem 2. Januar 2018. "Er hat sich diese Chance verdient", sagte EHC-Coach Don Jackson, "wir haben all seine Spiele für Riessersee auf Video gesehen. Trainer Toni Söderholm macht einen Superjob mit ihm und unser Torwarttrainer Patrick Dallaire ebenso."

Reich überzeugte, auch das 0:1 nach nur 83 Sekunden durch Phil Hungerecker brachte ihn nicht aus der Ruhe. "Die Nervosität war nach den ersten Schüssen weg", sagte Reich, "nach dem Spiel haben mir alle gratuliert, ein tolles Gefühl."

Einmal die Woche trainiert Dallaire spezifisch mit Reich. Und eines ist klar: Reich will mehr. Viel mehr. "Mein Ziel ist es, regelmäßig in der DEL zu spielen. Aber ich konzentriere mich jetzt auf den SC Riessersee, damit ich vielleicht wieder Chancen in München kriege."

Doch die Konkurrenz dort ist stark. Leggio und aus den Birken gehören zu den besten Goalies der Liga. "Es ist in München schwer, sich durchzusetzen", erklärt Reich, "ich sage es so: Nichts ist unmöglich."

Jackson hat klare Visionen für den 22-Jährigen: "Er hat großartig gehalten. Wir haben noch nicht über den heutigen Tag hinausgeschaut, aber natürlich gibt es langfristige Pläne. Und er kann ein Teil unserer Zukunft werden." Die nahe Zukunft ist, dass Reich wieder für Riessersee spielt, am Freitag im Spitzenspiel (19:30 Uhr, Olympiahalle) gegen Berlin steht er nicht im EHC-Kader. "Ich will dieses Gefühl, in der DEL zu spielen und zu gewinnen, bald wieder erleben", sagt er. Wird er.

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