Er ging LKA-Ermittlern auf den Leim Beim Koks Kaufen erwischt: CSU-Mann steigt aus der Politik aus

Christian A. (1976 geboren) ist verheiratet und hat drei Kinder. Foto: ho

Christian A. aus Sachsen im Kreis Ansbach ist bei der CSU aktiv – doch nun stolpert er über eine Drogen-Geschichte.

Ansbach - Es geht um einen Polizisten, der zugleich CSU-Politiker in seiner fränkischen Heimat ist – und offenbar Drogen kaufen wollte. Die Frage: Hat ihn die belastende Arbeit im Kommissariat 1 für Tötungsdelikte zu einem psychischen Wrack gemacht – und zum Straftäter?

Am Montagabend tagte nun in der Gemeinde Sachsen (Landkreis Ansbach) der Gemeinderat. Christian A. ist Chef des CSU-Ortsvereins und neben einer ganzen Reihe von anderen Ämtern auch Vorsitzender der Rathaus-Fraktion. Er selbst kam nicht, aber er ließ eine persönliche Erklärung verteilen.

Grund für seine Zurückhaltung ist das laufende Ermittlungsverfahren gegen ihn. Er war von einem SEK-Kommando am Ansbacher Hauptbahnhof festgenommen worden, als er Kokain kaufen wollte. Der vermeintliche Dealer war ein verdeckter Ermittler des LKA. So genau äußert er sich in seiner schriftlichen Erklärung nicht. Dort ist nur von einem "krankheitsbedingten einmaligen Fehler" zu lesen, mehr nicht.

Krankheits-Attest wurde erst nach der Festnahme ausgestellt

Der wesentliche Teil des Schreibens beschäftigt sich mit der "schwer belastenden Arbeit bei der Kriminalpolizei – Mord, Totschlag, Leichensachbearbeitungen und Sexualdelikten". Spurlos, lässt er wissen, sei das nicht an ihm vorbeigegangen.

Seinen eigenen Ausführungen zufolge leidet Christian A. offensichtlich an einer schweren, nicht näher definierten psychischen Beeinträchtigung. Er selbst spricht in diesem Zusammenhang in seiner Erklärung ganz allgemein von "Krankheit". Immerhin scheint sie so schwer zu sein, dass er seine politischen Ambitionen aufgeben muss. "Ich sehe krankheitsbedingt keine Möglichkeit mehr für eine weiterführende Arbeit in diesem Gremium und lege deshalb mit sofortiger Wirkung alle meine Ämter nieder", teilte er seinen Kollegen aus dem Gemeinderat mit.

Als "krankheitsbedingt" bezeichnet er in dem Schreiben auch seinen Versuch, Kokain zu kaufen. Bei seiner Festnahme war seine psychische Erkrankung noch kein Thema. Das Attest mit dem Belastungssyndrom wurde AZ-Informationen zufolge erst einige Tage später ausgestellt.

 

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