Entwicklung trotz Rückschlag Pereira von Causa Aigner genervt, mit Mannschaft zufrieden

Coach Vitor Pereira sah bei der Niederlage gegen Bielefeld auch gute Ansätze seiner Mannschaft. Foto: dpa

Vitor Pereira zieht sein Ding bei den "Löwen" konsequent durch. Mit vier Neuen in der Startelf gibt es eine Niederlage in Bielefeld. Der Abstiegskampf spitzt sich wieder zu. Aber erst kommt ein Bonusspiel.

 

München - Vitor Pereira redet immer nur vom Aufstieg 2018, den aktuellen Abstiegskampf in der 2. Fußball-Bundesliga blendet der neue Trainer des TSV 1860 München irgendwie aus. Das Wagnis, alle vier verfügbaren Neuzugänge beim 1:2 (1:2) im Kellerduell bei Arminia Bielefeld aufzubieten, ging zumindest ergebnistechnisch schief.

Nur noch zwei Punkte trennen den von Investor Hasan Ismaik in diesem Winter mit aller Macht und viel Geld total auf eine bessere Zukunft ausgerichteten deutschen Meister von 1966 von der Abstiegszone. Und doch wirkte Pereira nach dem ersten Rückschlag unter seiner Regie nicht nervös. "Trotz der Niederlage bin ich mit der zweiten Halbzeit zufrieden. Es war eine Entwicklung zu sehen", sagte er.

"Aigner hat unter der Woche Fehler gemacht"

Genervt war er am Freitagabend auf der Alm trotzdem - und zwar vom Thema Stefan Aigner. Den zurückgetretenen Kapitän hatte Pereira aus dem Kader gestrichen, die Gründe dafür blieben diffus. "Er hat unter der Woche Fehler gemacht. Keine großen, aber wir müssen das intern klären", erklärte der Coach. Immerhin deutete Pereira an, dass der bundesligaerprobte Offensivspieler Aigner sich schnell wieder in die Mannschaft integrieren könnte: "Das wird kein Problem sein."

Die Teamkollegen beobachten den großen Umbruch bei 1860 und die Situation der Ex-Führungskraft Aigner aufmerksam, aber öffentlich zurückhaltend. "Das muss der Aiges selbst mit den Verantwortlichen ausmachen", bemerkte etwa Abwehrspieler Maximilian Wittek.

Die Zukunft bei 1860 verkörpern in erster Linie die Neuerwerbungen aus Brasilien, Dänemark, Ghana, dem Senegal und Kamerun. Sie müssen im harten Zweitliga-Abstiegskampf in das Projekt Bundesliga-Rückkehr 2018 integriert werden. Torschütze Christian Gytkjaer und der flinke Rechtsaußen Amilton ließen ihr Können gegen Bielefeld erkennen. Der baumlange neue Abwehrchef Abdoulaye Ba und Außenverteidiger Lumor hatten Probleme beim Kaltstart. Bielefelds zweifacher Torschütze Fabian Klos konnte die Defensivschwächen vor der Pause ausnutzen.

Der Pokal als Chance auf Selbstvertrauen – und Geld

"Die Abläufe haben noch nicht gepasst", sagte Aushilfskapitän Daniel Adlung zur noch fehlenden Abstimmung zwischen den alten und neuen Kräften. Der dänische Angreifer Gytkjaer schloss sich aber in seiner Gesamteinschätzung der Ansicht seines Trainers an. "Man konnte im Spiel eine Entwicklung sehen. Ich denke, wir können uns in den nächsten Wochen weiter steigern", sagte der neue Torjäger.

Bevor der Zweitliga-Abstiegskampf am kommenden Samstag gegen den Mitkonkurrenten Karlsruher SC weitergeht, bestreiten die "Löwen" ein wertvolles Bonusspiel. Beim Pokalschreck Sportfreunde Lotte geht es am Mittwoch um den auch finanziell bedeutenden Vorstoß ins Viertelfinale. "Das ist die Chance, sich ein gutes Gefühl zu holen und mehr Mut und Selbstvertrauen in die Automatismen zu bekommen", sagte Mittelfeldspieler Adlung. Bei einem Weiterkommen gegen den Drittligisten könnte ein großes Spiel gegen einen Bundesligisten winken - ganz im Sinne des 1860-Projektes von Neu-Coach Pereira.

 

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