Ende des NHL-Lockouts naht Paul Stastny und Blake Wheeler: "Vielleicht schon das letzte Mal"

EHC-Stars Blake Wheeler (links) und Paul Stastny müssen den EHC eventuell schon bald verlassen. Foto: Rauchensteiner/AK

Dem EHC droht der Verlust seiner NHL-Stars Stastny und Wheeler, der Lockout könnte bald beendet sein. Heute gegen Nürnberg sind sie dabei.

 

München - Es könnte ein richtig ungemütliches Wochenende für Manager Christian Winkler und den EHC werden. Denn die beiden Superstars Paul Stastny und Blake Wheeler könnten bald wieder weg sein. Der Grund: Beide stehen in der amerikanischen Profiliga NHL unter Vertrag und spielen derzeit nur für den EHC, da in Amerika die Liga aufgrund des Gehaltsstreits und des darauf folgenden Lockouts aussetzen muss. Doch dies könnte nun bald wieder vorbei sein.

Zumindest ließ die NHL in der Nacht auf Donnerstag verlauten, dass sie die besten Verhandlungen seit langem führte. Noch haben sich die Klub-Eigner und die Spielergewerkschaft bei der Spieleraussperrung, dem Lockout, nicht auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, allerdings steht ein Konsens kurz bevor.

„Ich stehe jeden Tag auf und schaue, was da drüben passiert, noch bevor ich meiner Frau oder meiner Tochter guten Morgen sage”, erzählt Winkler. In Amerika sind die beiden Streitparteien derweil genervt vom Streit, einen Ausfall der kompletten Saison will man sich dort nicht leisten. Winkler fürchtet, beim Heimspiel am Freitag gegen Nürnberg (19.30 Uhr) offenbar schon die Abschiedsfete für die Superstars organisieren zu müssen: „Ein Grund mehr, dass am Freitag jeder Fan ins Stadion kommen sollte, es könnte vielleicht schon das letzte Mal sein, dass die beiden für uns daheim spielen”, sagte Winkler. „Jeder Tag, den die beiden hier sind, ist ein Geschenk für uns.”

Stastny und Wheeler stehen beim EHC noch bis zum 23. Dezember unter Vertrag, doch ein Verbleib ist erst einmal ungewiss. Andererseits sagt der EHC-Manager auch: „Wenn der Lockout noch länger dauert, dann versuche ich alles, dass die beiden hier bleiben. Und das werden sie auch.” Schließlich haben sich die beiden Amerikaner gerade erst so richtig eingewöhnt in der Stadt. Blake Wheelers Frau Sam kam am Dienstag mit Söhnchen Loui (vier Wochen alt) nach München, beide richteten sich darauf ein, länger zu bleiben. Wie wohl sich auch Paul Stastny fühlt, zeigte er beim Fantalk am Dienstag-Abend. Dort saß er entspannt neben Trainer Pat Cortina, trank ein Weißbier und plauderte angeregt mit den Anhängern über ein ganz spezielles Spiel, die Partie am Freitag gegen die Nürnberg Ice Tigers und seinen Bruder Yan. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir gegeneinander spielen, aber so aufgeregt wie früher bin ich nicht mehr. Eher überwiegt die Vorfreude.”

Auch darauf, dass am Freitag gleich ein Familienfest angesetzt wurde. Denn das doppelte Bruderduell – neben den Stastnys spielt auch Torhüter Jochen Reimer gegen Bruder Patrick – wollen sich die Verwandten nicht entgehen lassen. Neben Vater Peter und seiner Frau, die bereits gegen Wolfsburg im Stadion weilten, kommen auch noch die beiden Onkel Marian und Anton. Alle ehemalige NHL-Stars. Marian und Peter gewannen 1976 und ’77 sogar die Weltmeisterschaft mit der Tschechoslowakei. „Für mich wäre es das Spiel der Saison, wenn ich gegen meinen Bruder spielen würde und die gesamte Familie da ist”, sagte Trainer Pat Cortina. Beim EHC hoffen sie, dass das größte Spiel der Saison nicht zugleich das letzte von Paul Stastny und Blake Wheeler ist.

 

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