Empfehlung für Weidenfeller Hans Sarpei: Darum sollte Weidenfeller zum FCB

Hans Sarpei über einen möglichen Wechsel von Roman Weidenfeller. Foto: Augenklick/AZ-Collage

Wohin mit Roman Weidenfeller? Nachdem sich der BVB die Dienste des Freiburger Torhüter Bürki gesichert haben, bahnt sich ein Generationswechsel im BVB-Tor an. Hans Sarpei empfiehlt einen Wechsel zum FC Bayern.

 

Köpke rannte nach dem Schlusspfiff auf Roman Weidenfeller zu, der Bundestorwarttrainer herzte den Keeper und gratulierte zu einer tollen Leistung beim 7:0 (1:0) von Weltmeister Deutschland gegen Gibraltar. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel zu tun bekomme. Aber ich habe ja keinen reingelassen, dann ist doch alles in Ordnung", sagte der BVB-Keeper nach seinem ersten Pflichtspiel im DFB-Trikot und musste dabei herzhaft lachen.

Von Abschiedsschmerz war bei dem 34-Jährigen, dessen anderthalbjährige Karriere nach fünf Länderspielen in der Nationalmannschaft am Samstagnacht im portugiesischen Faro zu Ende gegangen sein dürfte, rein gar nichts zu spüren. "Ich fahre jetzt erst einmal in Urlaub ans Meer und dann sehen wir weiter", sagte Weidenfeller ganz entspannt.

Bei der Nationalelf genieße er "jede Sekunde", zudem betonte er das "absolute Vertrauensverhältnis" zum gesamten Trainerstab". Dass es sein letztes Spiel mit dem Bundesadler auf der Brust war, wollte er selbst aber nicht bestätigen.

Das hatte Bundestrainer Joachim Löw aber bereits vor dem Anpfiff durch die Blume getan. "Die Zukunft gehört den jungen Torhütern", hatte Löw gesagt und namentlich die U21-Torleute Timo Horn, Bernd Leno und natürlich Champions-League-Sieger Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona genannt, der bereits vier A-Länderspiele auf seiner Visitenkarte stehen hat. Zudem steht in Weltmeister Ron-Robert Zieler (26) noch ein vierter Kandidat für die EM-Endrunde bereit, von dessen Fähigkeiten Köpke und Löw ebenfalls überzeugt sind.

Ein Hintertürchen öffnete Löw dann aber Weidenfeller zum Saisonabschluss doch noch. "Wir haben keine Veranlassung, unmittelbar jetzt zu entscheiden. Wir haben bei den Torhütern immer gesagt, wir warten bis vor einem großen Turnier. Natürlich haben wir sehr gute junge Torhüter, und es ist unser Ziel, die jetzt langsam heranzuführen. Aber am Ende entscheidet immer noch die Leistung", so der Bundestrainer bei RTL.

Zudem verwies der 55-Jährige noch einmal auf Weidenfellers Qualitäten: "Bislang waren wir mit Roman immer sehr zufrieden. Im Training war er immer sehr professionell und bei der WM hat er eine überragende Rolle gespielt, weil er Führungsqualitäten hat und einen guten Einfluss auf junge Spieler."

Wichtig sei für Löw nun, wie es sportlich mit Weidenfeller weitergeht. Der Routinier steht zwar noch bei Borussia Dortmund unter Vertrag, ein Wechsel zu einem anderen Klub steht aber im Raum.

Weidenfeller, der im hohen Fußballer-Alter noch zu Nationalmannschaftsehren gekommen war, sieht seiner Zukunft ganz gelassen entgegen. "Ich habe beim BVB noch einen Vertrag bis 2016 und gehe derzeit davon aus, dass ich am 29. Juni zum Trainingsstart erscheine", sagte der Routinier, der offensichtlich aber schon ganz gerne Klarheit hätte: "Der Verein muss mir mitteilen, wie er mit mir plant. Dass ich spielen möchte, ist doch eine Selbstverständlichkeit."

Am Sonntag präsentierte der BVB in Roman Bürki vom SC Freiburg allerdings schon einen Nachfolger für Weidenfeller. Die Dortmunder bestätigten die Verpflichtung des 24-jährigen Schweizers, der ein Wunschkandidat des neuen Trainers Thomas Tuchel gewesen sein soll.

Eine kecke Empfehlung für Weidenfeller gab es von Hans Sarpei: Der ehemalige Schalke-Spieler und Let's-Dance-Teilnehmer legte dem WM-Sieger einen Wechsel zum FC Bayern nahe. Denn der Rekordmeister habe exzellente Erfahrungen mit erfahrenen 2. Torhütern. So durften mit Tom Starke und Pepe Reina in der vergangenen Spielzeit gleich zwei erfahrene Torhüter sich um Platz 2 hinter Manuel Neuer streiten. Ein Torhüter-Luxus, von dem auch Weidenfeller profitieren sollte. Zumindest, wenn es nach Hans Sarpei geht.

 

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