Elke Fett vs. Petra Perle Machtkampf auf dem Viktualienmarkt

Kommen Sie näher, wir beißen nicht – nur auf Verlangen!“ So werden die Gäste von drei kurvigen Frauen am ersten Brunnen begrüßt. Es ist später Freitagvormittag, Brunnenfest auf dem Viktualienmarkt. Foto: Lindenthaler

Elke Fett vs. Petra Perle. Die zwei Frauen streiten sich, wer das Brunnenfest auf dem Viktualienmarkt erfunden hat. Sie sprechen nicht mehr miteinander - dafür übereinander.

 

München - "Kommen Sie näher, wir beißen nicht – nur auf Verlangen!“ So werden die Gäste von drei kurvigen Frauen am ersten Brunnen begrüßt. Es ist später Freitagvormittag, Brunnenfest auf dem Viktualienmarkt.

Die Sonne scheint, die Stimmung ist schon um elf Uhr gigantisch. Viele Gäste tragen Tracht und eine Radler-Maß vom Biergarten in der Hand. An den verschiedenen Brunnen treten Musikanten, Volkskünstler und Kabarettisten auf, Veronika von Quast bringt die Leute zum Swingen.

Eigentlich ein schöner Sommertag in München. Eigentlich. Denn hinter der gemütlich-fröhlichen Brunnen-Party tobt ein heftiger Streit. Der Machtkampf um den Markt.

Letztes Jahr fand das Brunnenfest zum ersten Mal statt, fand so viel Begeisterung, dass das Verlangen nach einer Wiederholung groß war (AZ berichtete). Also jetzt das zweite Brunnenfest.
Blau-weiße Harmonie?

Fehlanzeige. Leider haben sich die beiden Gründerinnen übel zerstritten.

Die Beteiligten: Elke Fett, Vorstandsvorsitzende der Interessengemeinschaft Viktualienmarkt e.V., und Petra Perle, Münchner Original und Noch-Chefin des Turmstüberls im Valentin-Musäum.
Beide sind an dem Freitag da, sprechen nicht mehr miteinander – dafür übereinander.

Petra Perle sagt empört: „Ich habe das Brunnenfest erfunden! Sie hat mir die Idee geklaut.“

Warum?

„Weil die halt so ist. Das find ich schon hart. Ich hab’ mich echt geärgert, war traurig. Es kam zum Eklat, weil es meine Idee war mit dem Fest. Ich hätte mir sie schützen lassen müssen, wäre jedoch nicht mal im Traum draufgekommen, dass mir das weggenommen wird. Ich bin kein Streithansl.“

Nun ja. Fakt ist: Heuer hat Elke Fett das Brunnenfest ohne Petra Perle gestemmt, dafür mit Hilfe von Jürgen Kirner (Vorstadthochzeit). Obwohl die Perle nicht mehr mitorganisiert, ist sie gekommen. „Ich hab’ mir überlegt, ob ich meinen Popo herschieben oder daheim bleiben und schmollen soll. Dann dachte ich: Mein Popo ist zu schön. Den muss ich zeigen. Ich lass mich nicht vertreiben“, sagt sie ironisch.

Der Streit ums Brunnenfest – wer hat’s jetzt wirklich erfunden?

Elke Fett, die extra für ihr neues Angermaier-Dirndl sechs Kilo abgespeckt hat, sieht freilich alles anders: „Ich habe ihr gar nix weggenommen. Das war meine Idee! Petra ist halt so eine Primadonna. Nach dem Ballermann-Faschingsdienstag im letzten Jahr war kein Geld mehr da. Aber wir haben so schöne Brunnen, da wollte ich was machen. Ich traf eines Abends die Petra bei meinem Hausitaliener, erzählte ihr von der Idee mit dem Brunnenfest. Sie fand sie toll, ich hatte jedoch keinen Kontakt zu den Künstlern – und das übernahm sie dann.“

Was gut anfing, endete ungut: „Nach dem Fest hatten wir keinen Kontakt mehr, obwohl ich ihr noch eine liebe Mail schrieb. Sie wollte Geld, aber ich habe keins. Das Fest hat mich letztes Jahr schon 4000 Euro gekostet. Ich habe nicht nur die Verantwortung, auch die Haftung übernommen. Das versteht sie nicht.“

Petra Perle widerspricht dieser Darstellung: "Ich habe kein Geld für mich gefordert, sondern lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass die mehrfach versprochenen Künstlergagen gezahlt werden."

Die Perle plant jetzt ihr nächstes Fest. Die stärkste Wirtin will sie suchen. Allein.

 

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