Elf Mal von Vorgesetzten Sexuelle Übergriffe bei der Stadt: 16 Fälle angezeigt

Bei der Stadt kam es in den letzten fünf Jahren zu sechzehn angezeigten Fällen von sexuellen Übergriffen. Foto: iamgo/Panthermedia

Sechzehn Fälle von sexuellen Belästigungen oder -übergriffen bei Nachwuchskräften hat die Stadt in den letzten fünf Jahren registriert. Die Stadt will alle Beteiligten weiter sensibilisieren.

 

München - Junge Nachwuchskräfte der Stadt München sind in den Jahren 2014 bis 2019 insgesamt 15 Mal sexuell belästigt worden. Das geht aus einer Antwort von Personalreferent Dr. Alexander Dietrich (CSU) auf eine Anfrage von den Grünen und der Rosa Liste hervor.

16 Beschwerden wegen sexueller Übergriffe bei der Stadt

Demnach sind alle Fälle bei der städtischen Zentralen Beschwerdestelle für sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt (ZBSB) angezeigt worden. Konkret handelte es sich um "sieben Grenzverletzungen, acht sexuelle Belästigungen sowie eine Falschbeschuldigung".

Welches Geschlecht die Betroffenen haben, kann die Stadt aus Datenschutzgründen nicht sagen. Klar ist aber, dass sich elf der 16 Beschwerden gegen Vorgesetzte oder Ausbilder der Stadt richteten. Drei der insgesamt acht sexuellen Belästigungen sind von diesen begangen worden.

Abmahnungen, Versetzungen und Kündigungen

"Bei den fünf übrigen Beschwerden von Nachwuchskräften gegen sonstige Kollegen und Kolleginnen (inkl. anderer Nachwuchskräfte) stellten sich alle fünf als sexuelle Belästigung heraus", heißt es weiter.

Die Stadt reagierte auf die Vorfälle mit den "erforderlichen dienst- und arbeitsrechtlichen Konsequenzen". Es wurden etwa Kontaktverbote verhängt, die entsprechenden Personen abgemahnt und versetzt oder die Ausbildungsfunktion entzogen. Auch gab es Kündigungen.

Ausbilder sollen sensibilisiert werden

Dietrich geht davon aus, dass es trotz der gemeldeten Fälle eine Dunkelziffer gibt, da "die Hemmschwelle bei der Anzeige von sexuell konnotierten Delikten hoch ist". Erst Recht, da Auszubildende bei einer Anzeige gegen Vorgesetzte etwa in Sorge um eine Übernahme nach der Ausbildung sein könnten.

Der Personalreferent will bis Ende Januar 2020 zusammen mit dem Gesamtpersonalrat ein Schreiben an alle städtischen Nachwuchskräfte und Ausbilder verschicken, in dem er für dieses Thema sensibilisieren und alle möglichen Kontaktstellen nennen will. "Wir nehmen das Thema sexuelle Belästigung in der Stadtverwaltung seit vielen Jahren sehr ernst", so Dietrich.

 

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