Elektrisch in die Zukunft fahren "Share Now" verdoppelt seine E-Flotte in München

Ein nagelneuer BMW i3: 200 dieser Autos werden bis Jahresende zur E-Flotte des Carsharing-Anbieters "Share Now" gehören. Foto: Daniel von Loeper

Der Carsharing-Anbieter "Share Now" verdoppelt seine E-Flotte, die Stadt baut mehr Ladesäulen. Doch nur wenige werden profitieren.

 

München - Recht groß und klobig steht er da, der BMW i3. Das E-Auto ist eines von 200, das "Share Now" bis Ende des Jahres in München auf die Straßen bringen möchte. Der Carsharing-Anbieter, hinter dem BMW und Daimler stecken, will seine E-Flotte, bisher 85 Autos, mehr als verdoppeln.

Dabei will "Share Now" die Gesamt-Flotte nicht erweitern, sondern Autos mit Verbrennungsmotor und 85 ältere E-Autos gegen neue i3-Modelle austauschen. In München werden dann zumindest 16 Prozent der BMW-Flotte von "Share Now" E-Autos sein. Von der Daimler-Flotte – insgesamt 550 Fahrzeuge – allerdings noch kein einziges.

München will 90 neue E-Ladesäulen bauen

Gleichzeitig will die Stadt die nötige Infrastruktur schaffen: 90 weitere E-Ladesäulen sollen bis Ende des Jahres zu den bereits 460 hinzukommen, kündigt Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) an. Insgesamt gibt es dann 550 Säulen mit 1.100 Ladepunkten.

Sie sagt: "Für mich sieht die Zukunft elektrisch aus." Neben dem "massiven Ausbau des ÖPNV" seien Sharing-Angebote – vor allem mit E-Autos – ein wichtiger Schritt in Richtung Verkehrswende. Die Umweltreferentin hat sich für die kommenden Jahre ehrgeizige Ziele gesetzt: Perspektivisch seien 5.000 E-Ladesäulen in München das Ziel, kündigte Jacobs an. Einen Beschluss dazu will sie 2020 dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen.

"Share Now" plant noch größere E-Flotte

Nicht weniger ambitioniert sind die Pläne von Peter Schwarzenbauer, Vorstandsmitglied der BMW Group. Er kündigt an: "Dauerhaft kann ich mir eine 100-prozentige E-Flotte von ‘Share Now’ für München vorstellen."

Dass sie angenommen würden, daran zweifelt Schwarzenbauer nicht. Er nennt Zahlen einer Kundenumfrage von "Share Now" in München. 80 Prozent der befragten Nutzer würden sich für das E-Auto entscheiden – wenn sich ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor in gleicher Distanz befinde.

München steht bei der E-Mobilität im bundesweiten Vergleich gut da

Um die E-Flotte zu erweitern, sei die Kooperation mit der Stadt von großer Bedeutung. Schließlich brauche es mit den Ladesäulen auch die nötige Infrastruktur. München steht bei der E-Mobilität im bundesweiten Vergleich gut da. Nur in Hamburg gibt es mehr öffentliche Ladepunkte, erklärt der Energieverband BDEW gestern.

Doch während in München im bundesweiten Großstadtvergleich mit 3.122 Fahrzeugen die meisten reinen E-Autos zugelassen sind, ist "Share Now" mit seiner E-Flotte beispielsweise in Stuttgart weiter: Hier besteht sie bereits zu 100 Prozent aus E-Autos.

Zum Thema Sharing-Mobilität hat der Stadtrat im Juli einen Grundsatzbeschluss gefällt. Genannt ist hier etwa die Novellierung der Parkregelung: Künftig sollen bestimmte Parkplätze in der Innenstadt nur noch von Sharing-Fahrzeugen genutzt werden dürfen. Bis 2022 sollen – zumindest innerhalb des Mittleren Ringes – 250 Stellplätze für Carsharing- und 250 allgemein für E-Autos ausgewiesen werden.

BMW will mehr Sharing-Fahrzeuge auf Münchens Straßen bringen

Langfristig ist auch eine Ausweitung des Geschäftsgebietes geplant. Bisher befindet sich das "Share Now"-Gebiet vor allem innerhalb des Mittleren Ringes und am Flughafen. Doch die Entscheidung liegt da beim Unternehmen selbst, die Stadt kann lediglich Anreize – etwa den Ausbau der Ladeinfrastruktur oder reine Sharing-Parkplätze – schaffen.

Zu einer möglichen Gebietsausweitung äußert sich Schwarzenbauer eher verhalten: "Wir schauen schrittweise, wo die sich lohnt", sagt er. Fakt sei zumindest, kündigt das BMW-Vorstandsmitglied an: "Wir wollen in den kommenden Jahren deutlich mehr Sharing-Fahrzeuge auf Münchens Straßen bringen.

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