Eishockey-WM Deutschlands Superstar Leon Draisaitl – der Nowitzki on Ice

Kapitän Christian Ehrhoff (l.) bedankt sich bei Leon Draisaitl für die Vorlage zum 1:0. Am Ende gewinnt Deutschland 4:1 gegen Italien. Foto: dpa

NHL-Superstar Leon Draisaitl führt Deutschland zum Sieg über Italien. Jetzt geht’s gegen Lettland ums Viertelfinale bei der Eishockey-WM.

 

Köln - Englische Wochen? Überlastung? Die Fußballer drücken bei so etwas ja gerne gleich mal die Jammertaste. Ganz anders die harten Hunde der Eishackler. Bestes Beispiel: Deutschlands Superstar Leon Draisaitl, der achtbeste Scorer der NHL in dieser Saison. Am Samstag um 10:55 Uhr war der Stürmer der Edmonton Oilers nach einem über neunstündigen Flug von Calgary nach Frankfurt gelandet, seine Eltern kutschierten ihn dann nach Köln. Da stand der 21-Jährige bei der Eishockey-WM in seiner Heimatstadt gleich am Abend gegen Italien auf dem Eis.

"Er hat bei Mama was zu essen bekommen und war als einer der ersten in der Halle", sagte Bundestrainer Marco Sturm. Es war Spiel Nummer 112 in 260 Tagen für Draisaitl. 108.588 Kilometer hat er mit den Oilers in der gesamten Saison im Flieger verbracht.

Trotz aller Müdigkeit in den harten Knochen überzeugte Draisaitl. Mit seiner physischen Präsenz setzte er sofort Akzente, das 1:0 durch Christian Ehrhoff bereitete er mustergültig vor. "Sensationell, was er sofort für Impulse gegeben hat", lobte DEB-Präsident Franz Reindl. Am Ende hieß es 4:1 für Deutschland. Matthias Plachta und die beiden Stars des EHC Red Bull München, Yannic Seidenberg und Dominik Kahun, erzielten die weiteren Treffer für Deutschland.

Sieg gegen Lettland bringt den Einzug ins Vierteilfinale

Mit einem Sieg am Dienstag (20.15 Uhr, Sport1) gegen Lettland kann das deutsche Team den Einzug ins Viertelfinale klar machen. Dann soll mit Philipp Grubauer (25, Washington Capitals) ein weiterer NHL-Star im Tor stehen. Draisaitl will die Zeit nutzen, um den Jetlag aus den Knochen zu bekommen. "Am liebsten würde ich bis Dienstag durchschlafen", sagte er, als er nach der Partie noch Fragen beantwortete, "ich schlafe fast im Stehen ein. Ich hoffe, wir werden hier als Mannschaft noch einigen Spaß haben."

Die Euphorie in der mit 18.712 Fans ausverkauften Arena war enorm. Draisaitl, der in Nordamerika in Anlehnung an den größten Eishockeyspieler aller Zeiten, Wayne Gretzky, "The German Gretzky" genannt wird, wurde frenetisch gefeiert. "Es ist wie im Basketball, wenn Dirk Nowitzki nach Deutschland kommt", meinte Sturm. Draisaitl, der Nowitzki on Ice.

 

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