Eishockey-Testspiele Tuomie und Co.: Frischer Wind im DEB-Team

Belebendes Element für das deutsche Eishockey: Marc Michaelis (links) und Dominik Bokk. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das junge Trio mit Tuomie, Bokk und Michaelis spielt sich bei den Tests der Eishockey-Nationalmannschaft in den Vordergrund – und kann sogar auf eine WM-Teilnahme hoffen. "Die Jungs sind super."

 

Kaufbeuren - Eine Mannschaftsrunde für sein erstes Länderspieltor hätte Parker Tuomie gerne sofort ausgegeben, aber erst galt es das Problem mit der Währung zu lösen. "Ich hab' nur Dollar dabei", sagte der 23-Jährige schmunzelnd nach seinem Treffer gegen die Slowakei.

Was einen eben so beschäftigt, wenn man die ganze Saison in Nordamerika verbringt. Abgesehen von diesem kleinen Alltagshindernis hat sich Tuomie ohne Anpassungsschwierigkeiten in die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft eingefügt – "nahtlos", wie Sportdirektor Stefan Schaidnagel anmerkte.

Mehr noch, Tuomie war in einer Sturmformation mit dem Ausnahmetalent Dominik Bokk (19) und seinem College-Kollege Marc Michaelis (23) ein belebendes Element. "Die Jungs sind super, bringen frischen Wind rein", sagte der erfahrene Marcel Noebels, einer der Olympia-Silberhelden von Pyeongchang. An drei der fünf Tore in den ersten beiden WM-Testspielen gegen die Slowaken war mindestens einer der drei Spieler beteiligt.

Tuomie und Bokk: "Auf einer Wellenlänge"

"Die junge Reihe bringt sehr, sehr viel Tempo, sie kommen immer hinter die Verteidiger", urteilte Schaidnagel, der sich wie Bundestrainer Toni Söderholm auch am Mittwoch und Donnerstag (beide 17.30 Uhr/MagentaSport) in den Vergleichen beim zwölfmaligen Weltmeister Tschechien Impulse erhofft.

"Wir verstehen uns sehr gut. Marc und ich spielen ja auch am College zusammen, und mit Dominik fällt es einem leicht. Wir sind auf einer Wellenlänge, die Chemie hat direkt gepasst", sagte Tuomie über das bemerkenswert gute Zusammenspiel der Jung-Nationalspieler.

Tuomie spricht zurückhaltend über seine WM-Chance

Hilfreich ist zudem, dass Michaelis etwas Erfahrung aus der WM im Vorjahr mitbringt. "Da kann ich etwas weitergeben", sagte er. Auch wenn die großen Personalentscheidungen noch etwas auf sich warten lassen, haben neben dem ohnehin hochbegabten Bokk auch Tuomie und Michaelis bisher beste Eigenwerbung für einen Platz im WM-Aufgebot betrieben. Schnelligkeit, Robustheit, Finesse, Abschlussstärke – zu dritt vereinen Bokk, Michaelis und Tuomie eine Menge wertvolle Qualitäten.

"Es freut mich, das zu sehen", sagte Söderholm über die bisherigen Leistungen der Youngster, denen er auch während des Spiels immer wieder direkte Rückmeldungen gibt. Tuomie, Deutsch-Amerikaner und Sohn des Augsburger Co-Trainers Tray Tuomie, spricht aber noch zurückhaltend über seine WM-Aussichten: "Ich weiß, dass noch viele Spieler kommen werden aus der DEL und NHL. Für mich ist es eine Ehre, überhaupt dabei zu sein."

Ins Blickfeld der Auswahl des DEB haben sich Michaelis und Tuomie mit starken Leistungen an der Minnesota State University gespielt, beide sind seit 2016 dort eingeschrieben. Der gebürtige Mannheimer Michaelis war zuletzt Kapitän der Mannschaft.

 

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