Eishockey EHC Tabellenletzter: "Wie eine Watschn"

Martin Buchwieser im Video-Interview Foto: AZ

Nach fünf Saisonspielen steckt der EHC schon tief in der Krise – das Team ist Tabellenletzter und bisher ohne Sieg. Kapitän Buchwieser fordert: „Wir müssen ans Limit gehen”

 

MÜNCHEN Eigentlich wollte Pat Cortina seinen Spielern den Druck vor dem Spiel gegen Straubing am Dienstag (19.30 Uhr, Olympia-Eishalle) nehmen. Der EHC steht nach fünf Saisonspielen noch ohne Sieg da, die bittere Folge: Der letzte Tabellenplatz mit nur einem Pünktchen. Also sagte Cortina: „Wir dürfen nicht immer nur ans Gewinnen denken. Ich versuche jetzt, dass meine Mannschaft nicht mit hängenden Köpfen ins Spiel geht.” Was schwierig werden dürfte, denn die Köpfe hängen in der EHC-Kabine zurzeit ziemlich tief. Und deshalb schlagen jetzt die EHC-Kapitäne Felix Petermann und Martin Buchwieser Alarm.

„Wenn der Trainer sagt, dass wir nicht gewinnen müssen, dann ist mir das wurscht. Ich gehe in jedes Spiel, um zu gewinnen”, sagt Buchwieser. Eine Trotzreaktion muss her – und zwar schnell. Doch Petermann gibt zu, dass der Frust sehr tief sitzt: „Wenn die dich in jedem Spiel abschießen, du dir den Arsch aufreißt, man null Punkte hat und auch noch eine 16-Stunden Busfahrt wie am Sonntag vor einer Woche in den Knochen, dann ist das frustrierend. Ich hätte gerne Spaß an meinem Job, aber derzeit ist es einfach nur hart.”

Gegen Mannheim am Sonntag waren die Gründe für die Pleite die verpennte Anfangsphase, Leichtsinnsfehler und die Abschlussschwäche. „Es ist jedes Mal wie eine Watschn wenn man wieder einem Rückstand hinterherlaufen muss. Dass man so blöde Gegentore bekommt, geht einfach nicht”, sagt Buchwieser und kritisiert damit den Verteidiger Viktor Ekbom, der gegen die Adler schon zum zweiten Mal einen Gegentreffer verschuldet hat. Dazu kommt: Der EHC schießt nicht mehr als zwei Tore pro Partie, zwei Spiele endeten sogar ohne eigenen Treffer. „Wir müssen jetzt jedes Spiel ans Limit gehen”, fordert Buchwieser.

Dass der EHC selten trifft, ist bereits aus dem letzten Jahr bekannt. Jetzt fällt mit Brent Aubin wegen einer Schnittwunde am Oberschenkel auch noch der Mann aus, den sie beim EHC als Torjäger verpflichtet hatten – und die Krise spitzt sich zu. Zugleich ist sie die erste Bewährungsprobe für das Führungsduo in der neu formierten Mannschaft. Zusammen mit Felix Petermann teilt sich der 23-jährige Buchwieser das Kapitänsamt seit dieser Saison. Genauso jung wie die beiden ist auch die Mannschaft. Nach der schwachen letzten Saison musste viele verdiente Spieler gehen, junge, hungrige Spieler sollten kommen. Führungsspieler wie Eric Schneider oder Stéphane Julien verließen den EHC, die neue Hierarchie muss erst noch greifen. Dass die Neuen hungrig sind, haben sie bereits gezeigt, doch ob das alleine in der DEL für die Playoffs reicht?

Sonntags-Gegner Mannheim verpflichtete wegen des NHL-Lockouts die deutschen Stars Marcel Goc und Dennis Seidenberg. Am Freitag kommen die Krefeld Pinguine mit Star-Verteidiger Christian Ehrhoff in die Olympia-Eishalle. Der EHC konnte sich zuletzt nur Zweitligastürmer Ty Morris leisten, das Geld für echte Verstärkungen fehlt. „Wir müssen jedem klar machen, dass wir den Kopf nicht verlieren dürfen. Ich versuche jetzt voran zu gehen und positive Stimmung zu verbreiten”, sagt Petermann. Beim EHC hoffen sie, dass das die Lösung der Saisonstart-Krise ist.

 

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