Eishockey brutal EHC gegen Berlin: Prügelei auf dem Eis

Schnappt sich kurz vor Schluss seinen Gegner und verpasst ihm eine deftige Abreibung: EHC-Verteidiger Ryan Button. Foto: Screenshot Magentasport

Ryan Button verprügelt beim 4:1 des EHC einen Gegner. "Du brauchst Emotionen", sagt Patrick Hager.

 

München - Eine gut funktionierende Eishockey-Mannschaft ist wie eine Bruderschaft on Ice, gelebte Musketier-Mentalität: Unus pro omnibus, omnes pro uno – einer für alle, alle für einen.

Oder, wie es Michael Wolf, der Kapitän des Triple-Meisters EHC Red Bull München beschreibt: "Spätestens in den Playoffs gibt es kein Ich, sondern nur noch das Wir." Im dritten Spiel des Viertelfinals gegen die Eisbären Berlin war das Münchner Wir der Schlüssel zum 4:1-Erfolg, der dem EHC vor Partie vier (Freitag, 19.30 Uhr) in Berlin eine 2:1-Führung in der Serie bescherte.

Ryan Button verprügelt Mark Olver

Bezeichnend war die Szene drei Sekunden vor Schluss. Ryan Button, der EHC-Verteidiger mit dem Strahlelächeln und der Gifthaferl-Seele, war von mehreren Berlinern angegangen worden, es wurden Eishockey-Nettigkeiten in Form von Rangeleien und Verbalinjurien verteilt. Auch Berlins Mark Olver tat sich als Pöbler on Ice hervor.

Button entschied sich, ein Zeichen zu setzen, dass Red Bulls sich nicht herumschubsen lassen. Er stellte sich überraschend zum Bully auf – und kaum hatte der Schiedsrichter den Puck aufs Eis geworfen, ließ er die Handschuhe fallen und verpasste Olver eine zünftige Abreibung. Seine Bruderschaft an der Bande stand geschlossen auf, klopfte mit den Schlägern an die Bande, die Eishockey-Variante der stehenden Ovationen. Beide Faustkämpfer, beziehungsweise Button und sein Opfer, bekamen 14 Strafminuten aufgebrummt. In der Umkleide war Button der gefeierte Held, es wurde sofort der neue Kabinensong "Wild Thing" (von The Troggs) gespielt. Button, die Red Bulls, als Wild Things, als wilde Dinger.

EHC-Trainer: "Ein sehr emotionales Spiel"

"Auch so eine Szene gehört zu den Playoffs", sagte Trainer Don Jackson, "es war ein sehr emotionales Spiel und ich erwarte, dass die Emotionen auch am Freitag wieder da sein werden. Sie werden versuchen, uns in Berlin die Hölle heiß zu machen."

Vor Spiel drei, nach der 0:4-Klatsche bei den Eisbären, bei der mehrere Münchner die Nerven verloren hatten und Verteidiger Yannic Seidenberg sogar eine Ein-Spiel-Sperre bekam, hatte es ein Teammeeting gegeben. Dabei wurde das Thema Emotionen speziell thematisiert. "Emotionen sind notwendig, aber man muss sie unter Kontrolle haben", sagte Jackson, "denn wir sind als Team physisch, aber auch mental sehr hart."

Patrick Hager, der Gifthaferl-König des EHC, meinte: "Du brauchst Emotionen, um solche Spiele zu gewinnen, mit den Jahren lernt man, die zu seinem Vorteil zu nutzen. Früher war es sicher so, dass mal die Zündschnur geplatzt ist. Heute dreht man bei einem Schlag ins Gesicht eher ab und bestraft sie dann dafür auf dem Eis."

"Manchmal tut es richtig weh"

So wie am Sonntag, als der EHC von Beginn an klar machte, wer die Herren im Haus am Oberwiesenfeld sind. "Wenn man jeden Check zu Ende fährt, merkt das der Gegner, das zermürbt ihn, da wirken unglaubliche Kräfte", sagte Hager, "manchmal tut es richtig weh. Die Energie, die Emotion sind ganz wichtig." Die kontrollierte Emotion der wilden Dinger.

 

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