Einwanderer in Deutschland 7,2 Millionen Ausländer: Die meisten zogen nach Bayern

Die Zahl der Ausländer in Deutschland seit 1975: 1990 kam in dieser Statistik die ehemalige DDR mit ca. 200.000 Ausländern hinzu. Foto: Peter Diehl (Grafik)

Nach der EU-Osterweiterung und  Finanzkrise kommen so viele Einwanderer wie zuletzt vor 20 Jahren nach Deutschland – hier gibt's die Zahlen für deutsche Großstädte

 

Wiesbaden - Die EU-Osterweiterung und die Finanzkrise in Südeuropa haben die Zahl der Ausländer in Deutschland 2012 so stark steigen lassen wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Mehr als 7,2 Millionen Menschen ohne deutschen Pass wohnten laut Ausländerzentralregister (AZR) Ende 2012 in der Bundesrepublik. Das waren 282 800 Menschen oder 4,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt.

Rund 80,52 Millionen Menschen lebten insgesamt Ende 2012 in Deutschland. Damit hatte mehr als jeder Zwölfte keinen deutschen Pass. Von allen Ausländern in Deutschland waren Türken mit 1,6 Millionen die größte Gruppe. Ihre Zahl ging im Jahresvergleich jedoch erneut zurück, um zwei Prozent – vor allem wegen Einbürgerungen. Die zweitgrößte Gruppe ausländischer Staatsbürger waren Polen (rund 532 000), gefolgt von Italienern, Griechen und Kroaten.

80 Prozent der neu ins Register aufgenommenen Ausländer stammten aus den EU-Mitgliedstaaten. Die Zahl der Ausländer aus den Staaten, die 2004 beigetreten waren, legte mit 15,5 Prozent besonders stark zu. Vor allem Polen, Ungarn, Rumänen, Bulgaren, Griechen und Spanier ließen sich in Deutschland nieder. Die Zahl der zugezogenen Ungarn und Rumänen stieg um fast 30 Prozent, bei den Bulgaren ist es ein Plus von 26,5 Prozent. Aus Griechenland kamen 5 Prozent mehr Menschen, aus Spanien 9. Die umgekehrte Entwicklung gab es bei Türken – mehr als 30000 von ihnen verließen Deutschland und ließen sich mutmaßlich in ihrem prosperierenden Herkunftsland nieder.

Die restlichen 20 Prozent kamen vor allem aus Syrien, China, Indien und der Russischen Föderation. Die ausländische Bevölkerung aus den Nicht-EU-Staaten legte im Jahresvergleich aber insgesamt lediglich um 1,3 Prozent zu. Die meisten Ausländer verlegten 2012 ihren Wohnsitz nach Bayern (plus 65 900), gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Den größten prozentualen Anstieg verzeichnete Thüringen mit 11,5 Prozent (plus 4300).

Die Gesamtzahl von 7,2 Millionen Ausländern könnte allerdings noch korrigiert werden, da der Zensus von anderen, niedrigeren Daten ausgeht. Die Behörden analysieren diese Abweichungen noch. Die meisten Ausländer in Deutschland gab es 1997 mit fast 7,4Millionen Menschen. Bei einer Revision 2004 war die Zahl dann allerdings nach Behördenangaben um rund 500000 nach unten korrigiert worden.

Die Zahlen für München

Jeder vierte Münchner (24,6 Prozent) ist Ausländer – das heißt er hat keinen deutschen Pass. Mehr als jeder Dritte – genauer gesagt 38,6 Prozent – hat einen Migrationshintergrund. Das heißt: Er, sie oder die Eltern sind nach 1949 in die Bundesrepublik eingewandert. Die größte Gruppe sind Eingebürgerte (3,7 Prozent) oder Spätaussiedler (2,4 Prozent).

Von den Ausländern – insgesamt 353816 Menschen – stammt mit 66000 die größte Gruppe aus Ex-Jugoslawien; hier sind die Kroaten mit 24000 Bürgern die größte Gruppe. Danach folgen die Türken mit 40000, die Griechen mit 24000, die Italiener mit 22000 und die Österreicher mit 21 350 Menschen. Polen gibt es 18000; die bei weitem größte außereuropäische Gruppe sind die Iraker mit 10000 Staatsbürgern.

Der Ausländeranteil in deutschen Großstädten

Berlin: Die Hauptstadt hatte 2012 3.375.200 Einwohner. Davon kommen 424.200 Menschen aus dem Ausland. Die Hauptstadt hat also einen Ausländeranteil von 12,5 Prozent – jeder Achte in Berlin hat keinen deutschen Pass.

Hamburg: Zum Jahreswechsel 2012/13 lebten in Hamburg 1.734.272 Menschen, darunter 22.3035 Ausländer – darunter auch die, bei denen die Herkunft ungeklärt oder die staatenlos waren. Der Ausländeranteil beträgt 12,9 Prozent.

Köln: Jeder Fünfte in Köln ist Ausländer. Bei einer Bevölkerung von 1.036.000 Einwohnern macht das einen Ausländeranteil von 17,1 Prozent aus.

Frankfurt: Ende Juni 2013 hatte Frankfurt einen Ausländeranteil von 26,3 Prozent. Dort leben 685.172 Menschen, wovon 180.499 aus dem Ausland kommen.

 

2 Kommentare