Einkaufen in der City München: Deutschlands Shoppingstadt Nr. 1

Riesenandrang bei H&M: Warum ist gerade München die Top-Shoppingstadt? Foto: AZ

Auf keiner anderen Einkaufsmeile sind mehr potenzielle Kunden unterwegs als in der Münchner Fußgängerzone. Warum ist München immer auf Platz 1? AZ erklärt's.

 

München - Höher, schneller, weiter – kaum ein Ranking, bei dem sich München nicht den ersten Platz sichert. Wie auch jetzt wieder. Das Unternehmen „Engel & Völkers Commercial“ hat an 64 Standorten in Deutschland Passanten gezählt. Das Ergebnis: Die Münchner Kaufingerstraße ist erneut die „deutsche Einkaufsmeile Nummer 1“ .

Sie führt die Liste der bestfrequentierten 1a-Lagen an. Nirgendwo sonst, auf keiner anderen deutschen Shoppingmeile, tummeln sich so viele potenzielle Käufer. Die Frequenz liegt bei jährlich konstant über 10.000 Passanten pro Stunde, hat die Studie für die Kauf(inger)straße ergeben. Nomen est omen. An dem April-Samstag, als die Zähler unterwegs waren, registrierten sie sogar 11.873 Passanten pro Stunde.
 

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Kaufingerstraße: Nicht alle bummeln in Richtung Stachus weiter Kaufingerstraße: Nicht alle bummeln in Richtung Stachus weiter

Darum landet die Neuhauser Straße als Fortsetzung der Kaufingerstraße auch bloß auf Platz 2. Dort drängelten sich samstags trotzdem noch 10.300 Menschen pro Stunde. Zum Vergleich klickten sich die Frequenzzähler auch durch einen Dienstag. Das Ergebnis: 8200 Leute auf der Neuhauser Straße.

Die Rangliste zeigt: Auf den Einkaufsmeilen anderer Städte ist sowohl werktags als auch am Wochenende deutlich weniger los. Platz drei belegte am Stichtags-Dienstag der Wiener Graben mit 6424 Passanten – auch in Österreich und der Schweiz waren die „Engel & Völkers“-Zähler nämlich unterwegs. Samstags heimst die Kölner Schildergasse Bronze für die Bummler-Frequenz ein (8347).

Kaufingerstraße: Nicht alle bummeln in Richtung Stachus weiter Warum ist München, wie übrigens schon im vorigen Jahr, wieder unangefochten?


Die Kurzerklärung in Zahlen: 1,4 Millionen Münchner, eine Kaufkraft von 26.124 Euro je Einwohner und eine niedrige Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Dazu noch all die Touristen – allein im vorigen Jahr wurden 5,8 Millionen Ankünfte registriert. „München als international beliebte Destination löst durch den Tourismus einen Gesamtumsatz von circa 6,9 Milliarden Euro aus“, heißt es in der jetzt veröffentlichten „Frequenzzählung 2012“. Davon entfielen 45 Prozent auf den Einzelhandel.

Kein Wunder also, dass Mode- und Textilkonzerne sowie Fastfood-Ketten nach München drängen. In die „wirtschaftsstärkste europäische Metropole, neben Moskau und London“ – so steht’s in der Studie.

Kaufingerstraße: Nicht alle bummeln in Richtung Stachus weiter Dass auch die hohen Mietpreise Spitze sind?


Egal. Die Nachfrage nach Ladenflächen ist ungebremst. Das zeigt sich auch an Projekten wie der „Hofstatt“ in der Sendlinger Straße, wo sich prominente Marken schon lange vor der Fertigstellung des Baus die besten Flächen gesichert haben.

Kaufingerstraße: Nicht alle bummeln in Richtung Stachus weiter Apropos Sendlinger Straße: Der sagen die Shopping-Experten eine blühende Zukunft voraus


Einen „neuen Preis- und Qualitätsstandard“. Durch die „Hofstatt“ und die teilweise Umwandlung in eine Fußgängerzone werde die Frequenz (derzeit 4000 Passanten pro Stunde) sicher steigen. Die „Fünf Höfe“ haben es vorgemacht: Die Einkaufspassage lockt stündlich 4632 Menschen in die Theatinerstraße.
Es ist aber nicht mehr nur das unmittelbare City-Center, das Investoren lockt. Inzwischen interessieren sie sich auch schon für so genannte 1b-Lagen, wie die Brienner Straße oder das Gärtnerplatzviertel. Weil die Einzelhandelsflächen knapp geworden sind.

Kaufingerstraße: Nicht alle bummeln in Richtung Stachus weiter Die Kehrseite des Erfolgs


Immer mehr große Ladenketten siedeln sich an – weil nur sie sich Innenstadtlage leisten können. Filialisierung nennt man den Prozess, dem ortstypische Geschäfte zum Opfer fallen. Das ist auch in Münchens guter Stube längst Realität. In der Neuhauser Straße liege der Filialisierungsgrad derzeit bei 71 Prozent. „Tendenz steigend“, so „Engel & Völkers“.

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