Einigung mit Top-Klub? FC Bayern Basketball: Kapitän Danilo Barthel droht von Bord zu gehen

Steht offenbar vor einem Wechsel zu Fenerbahce Istanbul: Bayerns Kapitän Danilo Barthel. Foto: imago images / BBL-Foto

Der Nationalspieler vom FC Bayern Basketball ist sich angeblich schon mit Fenerbahce Istanbul einig. Der Topklub bietet Danilo Barthel rund 1,7 Millionen Euro für zwei Jahre.

 

München - Es wäre der nächste Tiefschlag für die aufgrund der Corona-Krise ohnehin bereits arg gebeutelten Basketballer des FC Bayern. Und zwar einer, den die Münchner so nicht unbedingt kommen gesehen haben und der sie deshalb umso härter treffen würde: Wie das Fachportal "eurohoops.net" – offizieller globaler Medienpartner der Euroleague – berichtet, droht den Bayern nämlich der Verlust ihres Kapitäns.

Demzufolge habe sich Danilo Barthel sogar bereits mit Fenerbahce Istanbul auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. Auch aus dem erweiterten Umfeld des Topklubs heißt es, dass ein Wechsel unmittelbar bevorsteht.

Nach AZ-Informationen liegt Barthel aber auch noch ein Angebot der Bayern zur Verlängerung seines zum 30. Juni ausgelaufenen Vertrags vor, auf die sich beide Seiten eigentlich bereits grundsätzlich verständigt hatten. Allerdings wird diese Offerte von der aus Istanbul finanziell deutlich übertroffen.

Fenerbahce mit Top-Angebot für Barthel?

Fenerbahce bietet Barthel ein Nettogehalt von rund 1,7 Millionen Euro für zwei Jahre. Ein Betrag, der für Bayern selbst ohne Corona-Krise wohl kaum zu stemmen gewesen wäre, auch wenn Barthels Vertragsverlängerung eigentlich oberste Priorität beim FCBB hatte.

"Wir haben die ganze Zeit über mit unserem Kapitän gesprochen", hatte Sportdirektor Daniele Baiesi erst kürzlich klargestellt, aber auch eingeräumt: "Als die Corona-Krise begonnen hat, mussten wir den Taschenrechner rausholen und jeden Cent unseres Budgets nachzählen."

Final abgeschlossen wurden die Vertragsgespräche auch deshalb nie. Barthel, der bereits seit 2016 für Bayern spielte, hatte sich ab 1. Juli sogar arbeitslos gemeldet.

Seitdem war Barthel nun auch als vertragsloser Free Agent auf dem Spielermarkt. Klar, dass Interessenten für den 2,08-Meter-Mann, der als Power Forward und als Center spielen kann, nicht lange auf sich warten ließen. Für Fenerbahce wurde er nun besonders interessant, weil mit Derrick Williams, der im vergangenen Sommer von der Isar an den Bosporus gewechselt war, ein Schlüsselspieler genau auf Barthels Position(en) den Klub Richtung Valencia verlassen hat.

Barthel ist beim FC Bayern unverzichtbar

Mit durchschnittlich 10,6 Punkten, 4,6 Rebounds und 1,9 Assists pro Spiel hat Barthel erneut eine starke Bundesliga-Saison gespielt. Beim aus Bayern-Sicht ziemlich gespenstisch verlaufenen Geister-Meisterturnier in München, bei dem der Titelverteidiger im Viertelfinale kapital gescheitert war, konnte er seine Werte sogar noch einmal steigern. Mit 13,7 Punkten und 5,5 Rebounds im Schnitt ging zumindest der Kapitän dort als emotionaler Anführer des Teams voran.

Das lässt bereits erahnen, wie groß die Lücke wäre, die Barthel im Falle eines tatsächlichen Abschieds bei Bayern hinterlassen würde. Der 28-Jährige war das Gesicht und der Leader des FCBB, der das Team in den vergangenen Jahren zu zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg geführt hatte. Um ihn herum sollte eigentlich auch die Mannschaft der Zukunft aufgebaut werden, die den Meistertitel wieder zurück nach München holen soll.

Barthel war schließlich die Identifikationsfigur des Klubs. "Man muss alles abwarten, was in den nächsten Wochen passiert", hatte er erst am Mittwoch in einem Podcast bei Sport1 gesagt: "Ich habe immer betont, dass ich mich in München wohlfühle. Ich sehe das Potenzial des Standorts und des Vereins, sowie das Potenzial der Basketballbranche hier. Der Rest wird sich zeigen."

FC Bayern: Auch die Trainerfrage ist noch ungeklärt

Zwei Tage später wurden diese Aussagen von der Aktualität überholt. Es stellt sich die Frage, ob die Bayern womöglich finanziell und zeitlich nicht (früh) genug um ihren Kapitän gekämpft haben – trotz aller coronabedingten Umstände. Zuletzt erklärte Baiesi die nach wie vor offene Trainerfrage zur obersten Priorität und kündigte an, dass es vor dem 15. Juli keine Entscheidungen bei Bayern geben werde.

"Eurohoops.net" hatte bereits von einer angeblichen Einigung der Münchner mit Ex-Bamberg-Coach Andrea Trinchieri berichtet. Auch der Italiener wurde zwischenzeitlich mit Fenerbahce in Verbindung gebracht, wo mittlerweile aber Igor Kokoskov vorgestellt wurde. Falls die Bayern ernsthaftes Interesse an Trinchieri haben, sollten sie trotzdem nicht mehr allzu lange zögern. Andernfalls haben sie möglicherweise gleich doppelt das Nachsehen.

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