Einer der besten Gitarristen Mark Knopfler mit seiner Band in der Olympiahalle

Der Gitarrist Mark Knopfler in der Münchner Olympiahalle. Foto: Jens Niering

Einer der besten Gitarristen der Welt und ein Gentleman: Mark Knopfler mit seiner Band in der Olympiahalle

 

Er gerät ins Schwärmen. Selten, ja vielleicht nie hat ein Weltstar seine Begleitband derart lang und ausführlich vorgestellt wie der 69-Jährige in der Olympiahalle. 48 Instrumente spielen sie insgesamt, sagt Mark Knopfler. Und wie gut! Zu allen Musikern fallen Knopfler Superlative ein: „Besser geht’s einfach nicht“, sagt er mehrmals.

Das ist aber keineswegs Angeberei, im Gegenteil: Dieser Musikenthusiast ist einfach aufrichtig begeistert – und er möchte die Liebe des Publikums gerecht mit seiner Band teilen.

Wie auch das Rampenlicht: Knopfler gibt nicht den Stargitarristen, spielt kaum Soli und hält sich mit schnellen Läufen zurück, vielmehr fügt er seinen nach wie vor einzigartigen Ton in den Gesamtsound ein. Und der ist absolut perfekt.
Jede Note von Fiddle, Uilleann Pipe oder Flöte, jedes noch so winzige Piano-Arpeggio sitzt am rechten Fleck. Keine Note ist zu viel in diesem oft vom Folk der Insel geprägten Sound, und keine zu wenig. Und die beiden Bläser sorgen mit ihren Einsätzen immer wieder für völlig andere Stimmungen.

Begeisternde Balladen

So schafft Knopfler das Kunststück, die rund 12 000 Zuschauer in der komplett ausverkauften Olympiahalle mit einem Programm zu begeistern, das fast nur aus Balladen besteht. Darunter sind freilich bezaubernde wie „Heart Full of Holes“, das irish-folkige „Done With Bonaparte“ und das Lied, das unsterbliche Liebe verdient: „Romeo And Juliet“. Das murmelt Knopfler noch verhuschter als früher.

Eine andere Dire Straits-Nummer, „Once Upon A Time In The West“ spielt er mit angedeutetem Reggae-Groove, den Eighties-Lounge-Pop von „Your Latest Trick“ fast identisch wie im Original. „Postcards From Paraguay“ ist dann ein echtes Crossover der Kontinente: Denn da reichert die Band Latin-Feeling mit Irish Folk an.

Die größte Kunst dieses Konzerts liegt aber in seiner Dramaturgie: In der zweiten Hälfte der Schlussnummer „Speedway At Nazareth“ rockt die Band erstmals so richtig – das reicht, um die Zuschauer von den Sitzen springen zu lassen. Dann legt Knopfler in der Zugabe gleich mit „Money For Nothing“ nach, spannungsreich eingeleitet und beendet von starken Drums- und Percussionsoli. Und nach einer weiteren Ballade, „Piper To The End“, bei der tausende Handys in der Arena leuchten, folgt noch ein perfekter Rausschmeißer: das Instrumental „Going Home: Theme From Local Hero“ mit seinem triumphalen Thema.

Diese Steigerung am Ende des ruhigen Konzerts hat eine gewaltige Wirkung. Das Publikum gibt Standing Ovations, als die elf Männer von der Bühne gehen. Mark Knopfler kollidiert dabei fast mit einem anderen Musiker. Und wie es so seine Art ist: Der Weltstar lässt seinem Kollegen den Vortritt.

 

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