Eine Frage, die man sich nicht zu stellen traut Sind Pornos ein Liebestöter für die Beziehung?

Insbesondere Frauen erhalten durch Pornos ein völlig falsches Bild von der Sexualität. Foto: Focus Online

Heimlicher Pornokonsum in einer Beziehung ist ein Thema, über dass eigentlich nicht offen gesprochen wird. Doch was ist, wenn man sich Gedanken und Sorgen über die erotischen Sehgewohnheiten des Partners macht? Die Sexualtherapeutin Carla Pohlink klärt auf und rät zur Gelassenheit.

 

Altenburg - Manche Frage traut man kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen. Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn...

Sind Pornos schlecht für die Beziehung?

Die Frage: Mein Freund schaut regelmäßig Pornos, obwohl er eine Freundin hat - ist das nicht schlecht für die Beziehung?

Die Antwort: Nicht unbedingt. Wer entdeckt, dass sein Partner heimlich Pornos schaut, fühlt sich vielleicht vor den Kopf gestoßen. Dahinter stecken zwei Befürchtungen: Wenn der andere Sexfilme anschaut und sich dabei selbst befriedigt, geht das auf Kosten des gemeinsamen Sexlebens. Und wenn jemand in Gedanken fremdgeht, findet er seinen Partner offenbar nicht attraktiv genug. Schnell kommt dann der Gedanke auf: Der andere liebt mich nicht wirklich.

Pornos müssen in einer Beziehung aber weder zum Lustkiller noch zum Liebestöter werden. Kritisch kann es zwar werden, wenn der Pornokonsum und das Masturbieren zwanghafte Züge annehmen, erklärt die Sexualtherapeutin Carla Pohlink aus Altenburg. Ansonsten ist die Frage, ob der gemeinsame Sex darunter leidet. "Ein Problem ist das nur, wenn der andere seine Sexualität nur noch mit sich selbst auslebt."

Selbstbefriedigung für besseren Sex

Generell sei Selbstbefriedigung keineswegs schlecht für den gemeinsamen Sex, im Gegenteil. Denn wer seinen Körper kennt und weiß, was ihm gefällt, hat auch besseren Sex. Und wenn der andere sich ab und zu selbst befriedigt, ist der Sex nicht bloße Triebabfuhr, sondern gemeinsames Lusterleben. Zugleich ist es dann kein Problem, wenn ein Partner mal keine Lust auf Sex hat, erläutert Pohlink.

Die Therapeutin rät daher zur Gelassenheit und empfiehlt, dem anderen sein sexuelles Eigenleben zu lassen. "Wenn sich der andere ein schönes Wannenbad gönnt, sage ich ja auch nichts dagegen." Helfen könne der Gedanke: Der andere soll es sich ruhig gut gehen lassen.

Eifersucht ist unberechtigt

Und wie ist es mit der Eifersucht, wenn der Partner sich im Porno andere Frauen oder Männer anschaut? Auch hier beruhigt Pohlink: Nur weil jemand in der Fantasie Sex mit einer Frau mit riesigen Brüsten oder einem Mann mit Waschbrettbauch hat, heißt das nicht, dass er das im realen Leben auch will. Wer generell ein gutes Bauchgefühl in seiner Beziehung hat, muss sich deshalb keine Sorgen machen.

Und längst nicht jede Sexpraktik aus einem Film muss in die Realität umgesetzt werden: Es sei ganz normal, wenn das Liebesleben in Wirklichkeit nicht so spektakulär ist wie in der Fantasie.

 

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