Eine Filiale soll schließen Folge der Corona-Krise: Jeans Kaltenbach meldet Insolvenz an

Die Jeans-Kaltenbach-Filiale in der Herzogspitalstraße. Foto: GoogleStreetView

Das Münchner Traditionsunternehmen Jeans Kaltenbach hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Einer der beiden Läden in der Innenstadt soll noch in diesem Jahr schließen.

 

München - Jeans Kaltenbach hat Insolvenz angemeldet – das gab das Münchner Traditionsunternehmen am Mittwoch in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Seit 1953 verkauft die Firma Hosen und andere Kleidung – droht nun das endgültige Aus?

Sanierungsexperte tritt Geschäftsführung bei

Das Amtsgericht München hat dem Insolvenzantrag der Geschäftsführung entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Das Unternehmen möchte sich nach den krisengeplagten Corona-Monaten komplett restrukturieren und sanieren. "Die Folgen der Corona-Krise für den innerstädtischen Einzelhandel haben auch uns schwer getroffen", sagt Geschäftsführer Norbert Kaltenbach. "Unser Ziel ist es jetzt, Jeans Kaltenbach nachhaltig zu sanieren und unsere Tradition als ein attraktiver Anbieter in Sachen Jeans Kompetenz auch zukünftig fortzusetzen."

Unterstützt wird die Geschäftsführung bei ihrem Vorhaben ab sofort vom Sanierungsexperten Thomas Klöckner, der Teil der Geschäftsführung wird. "Die Eigenverwaltung ist unsere beste Möglichkeit, die Auswirkungen der Corona-Krise zu überwinden und den langfristigen Fortbestand von Jeans Kaltenbach im Interesse aller Beteiligten zu gewährleisten", erklärt Klöckner den drastischen Schritt. Im Zuge der Restrukturierung möchte sich Jeans Kaltenbach auch nach möglichen Geldgebern umsehen, die bereit wären, in Zukunft in das Unternehmen zu investieren.

Eine Filiale soll Ende August schließen

Der Geschäftsbetrieb wird dem Unternehmen zufolge in beiden Filialen weiterhin ohne Einschränkungen aufrechterhalten. Jeans Kaltenbach hat insgesamt zwei Filialen in München: Das Stammgeschäft in der Herzogspitalstraße sowie den Laden in der Sendlinger Straße.

Doch wie lange wird es beide Läden noch geben? Während es in der Herzogspitalstraße schon wieder besser zu laufen scheint, stockt das Geschäft in der anderen Filiale. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wird der Laden voraussichtlich Ende August schließen. Dabei beruft sich die "SZ" auf Aussagen Klöckners. Von einer Filialschließung ist zumindest in der offiziellen Mitteilung nichts zu lesen. "Unsere Kunden können auch weiterhin auf unseren persönlichen Service und unsere Qualität bauen", heißt es von Kaltenbach stattdessen.

Die 35 Mitarbeiter wurden über die aktuelle Situation informiert und über das weitere Vorgehen informiert. Anstelle ihrer Löhne und Gehälter erhalten sie für drei Monate Insolvenzgeld der Bundesagentur der Arbeit.

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