Eine Aktion der Verlagsagentur Lianne Kolf, der Münchner Droemer Knaur Verlag und die AZ Wie Sie Krimi-Autor werden

Die Autorin, Journalistin und Medienberaterin Christina Gruber ist mit einem Polizisten verheiratet. Sie lebt in Köln und auf Mallorca. Foto: Thomas Schildmann

Die Verlagsagentur Lianne Kolf, der Münchner Droemer Knaur Verlag und die AZ starten einen großen Krimiwettbewerb – der Sieger erhält einen Buchvertrag 

 

Fast die Hälfte aller Deutschen liebt und liest Krimis. Und es gibt seit Jahren einen besonderen Trend: Krimis aus Urlaubsregionen von der französischen Küste bis nach Mallorca.

Beim Krimi-Wettbewerb, den die Abendzeitung gemeinsam mit der Verlagsagentur Lianne Kolf und dem Münchner Droemer Knaur Verlag startet, haben wir uns für eine Region entschieden, die Münchner seit jeher als ihre Badewanne betrachten: den Gardasee. Dabei sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt, auch wenn Corona derzeit keine Recherche vor Ort zulässt. Der Gardasee sollte thematisch und geografisch im Zentrum stehen, ermitteln könnte aber ebenso ein Commissario aus Verona, oder ein erholungssuchender Ermittler aus München, der in seinem Urlaub auf einen Fall stößt.

Wie man einen Regional-Krimi schreibt, erklärt Christina Gruber, die 2018 den damals mit der „Mallorca-Zeitung“ veranstalteten Krimi-Wettbewerb gewann. Gerade ist ihr Krimi „Der Teufel von Mallorca“ als Taschenbuch im Emons Verlag erschienen.

AZ: Frau Gruber, wann begann Ihre Beziehung zu Mallorca?
CHRISTINA GRUBER: Das ist eine späte, aber innige Liebe. Ich war tatsächlich 2014 das erste Mal auf der Insel, als sich eine gute Freundin dort eine Finca kaufte und ich sie besuchte. Dabei stellte ich fest, dass Mallorca mir richtig gut gefällt. Seither verbringe ich dort zwei Monate pro Jahr, meist in der Nebensaison.

Wie gut muss man ein Land und die Mentalität der Bewohner kennen, um einen Krimi dort spielen zu lassen?
Ich denke, sich einfach zwei oder drei Schauplätze mal auf Google Earth anzusehen, dürfte nicht reichen. Ein Gefühl für eine Region und ihre Bewohner bekomme ich erst, wenn ich einige Zeit dort verbracht habe. Recherche ist hier auch sehr wichtig: Ich lese viele Bücher über Mallorca und regelmäßig die Presseberichte, um auf Stand zu sein, was gerade auf der Insel passiert, worüber gesprochen wird, welche Aufreger und Skandale es gibt. Wenn ich vor Ort bin, unterhalte ich mich viel mit den Menschen dort – mit Touristen, deutschen Residenten, Mallorquinern. Das gibt mir einen guten Überblick über die verschiedenen Sichtweisen auf die Insel.

Hatten Sie schon Krimi-Erfahrung, als Sie beim Mallorca-Krimi-Wettbewerb mitgemacht haben?
Ich habe Krimi-Kurzgeschichten geschrieben, die zum Teil in Anthologien veröffentlicht wurden. Außerdem war eines meiner Krimi-Drehbücher unter den Finalisten eines Scriptwettbewerbs.

Sie haben mit der Privatdetektivin Johanna Miebach eine deutsche Protagonistin, auch um den „deutschen“ Blick auf die Insel zu werfen?
Ich schreibe für eine deutschsprachige Zielgruppe, die, so hoffe ich zumindest, sich mit der ebenso freundlichen wie geheimnisvollen Johanna Miebach identifizieren kann. Den mallorquinischen Blickwinkel liefert der hübsche junge Inspector Héctor Ballester von der Policía Nacional Palma.

Eine Frage an die Autorin als Leserin: Was wäre Ihre Anforderung an einen Gardasee-Krimi? Vor allem Lokalkolorit und Dolce vita oder doch eine spannende Handlung?
Die Anforderungen an einen Krimi sind immer zuerst die spannende Handlung und die interessanten Figuren. Bei Regionalkrimis sollte zudem, finde ich, der Fall deutlich verortet sein und nicht überall spielen können. Das Lokalkolorit rundet die Story ab und lässt die Leserinnen und Leser Orte wiedererkennen oder entdecken. Wenn ich nur Lokalkolorit möchte, lese ich einen Reiseführer.

Was machen Sie, wenn Sie mal beim Schreiben das Gefühl haben, in eine Sackgasse geraten zu sein?
Dann mache ich das Gegenteil – ich laufe los. Körperliche Bewegung hilft mir immer, eine Schreibblockade zu lösen. Nach ein paar Kilometern durch den Park weiß ich, wie es weitergeht.

Wie finden Sie die Inspiration für eine Geschichte?
Das ist sehr unterschiedlich. Durch ein Gespräch, einen Zeitungsartikel, einen Song oder alles zusammen. Oft fällt mir zuerst eine bestimmte Szene ein und ich überlege, wie es zu dieser Situation gekommen sein könnte. Auf Mallorca besuche ich gerne die „Lost Places“ – verlassene Orte wie ehemalige Festungsanlagen, aufgegebene Hotels oder Discos. In Felanitx gibt es die alte Bodega, eine heute leerstehende, riesige Weinkellerei. Das Innere wirkt wie eine Kathedrale, hohe Hallen mit Spitzbögen, darin mächtige Betontanks, überwuchert von Gras und Graffiti. Da fallen mir gleich etliche Krimi-Szenen ein, die dort spielen könnten.

Ein Mallorca-Urlaub könnte im Coronajahr schwierig werden. Mit welcher Lektüre trösten Sie sich darüber hinweg und reisen in Gedanken?
Die Insel fehlt mir gerade etwas. Ich hatte geplant, die Premierenlesung für meinen neuen Krimi „Der Teufel von Mallorca“ in Palma zu halten – daraus wurde natürlich nichts. Ich nutze jetzt die Zeit, um mein Spanisch zu verbessern, und lese gerade „Harry Potter“ auf Spanisch. Aber ich muss zugeben, dass das nur mittelmäßig klappt. Ich befürchte, ich muss mehr Vokabeln üben.


Ein Buchvertrag für den Sieger

Bis zum 31. Mai 2020 können die Texte für den Gardasee-Krimi eingereicht werden. Dazu braucht die Jury nicht nur den Lebenslauf der Autorinnen und Autoren, sondern auch ein aussagekräftiges ca. 3-seitiges Exposé mit Auflösung des Falles und eine Textprobe von 30 Seiten (ca. 30 Zeilen á 60 Anschläge pro Seite). Bitte senden Sie diese an „Gardaseekrimi@droemer-knaur.de“

Bis Ende Juli 2020 wird dann die Jury die eingereichten Texte prüfen und später drei Gewinner auffordern, ihre Geschichten zu vollenden. Aus diesen drei Krimis wird der Sieger ausgesucht, der einen Buchvertrag und eine professionelle Verlagsbetreuung durch Droemer Knaur gewinnt. Das Buch wird dort im Jahr 2021 veröffentlicht. Aber auch die Plätze zwei und drei haben die Chance auf eine Veröffentlichung, denn sie erhalten wie der Sieger einen Agenturvertrag mit der Verlagsagentur Lianne Kolf. Zur Jury gehören neben der Verlagsagentur Kolf Steffen Haselbach, Bettina Steinhage, Natalja Schmidt (von Droemer Knaur), sowie der Schauspieler Gerd Silberbauer, der Produzent Andreas Schneppe (TV60 Filmproduktion) und der Krimi-Autor Alexander Oetker.
 

 

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