Eindrucksvolle Bilanz im DFB-Pokal Ni(e)k.o. Kovac – Der Bayern-Coach im Titelverteidigungsmodus

Niko Kovac gewann mit Eintracht Frankfurt 2018 den DFB-Pokal. Foto: GES/Augenklick

Der Bayern-Trainer ist im Pokal (fast) unschlagbar - und will seine Sieges-Serie auch heute im Halbfinale gegen Werder Bremen fortsetzen. "Wir sind optimistisch, wollen ins Finale."

 

München - Niko Kovac liebt das Dunkel der Nacht, insbesondere die Kombination mit Flutlicht und Fußball. "Abendspiele haben immer eine ganz andere Wirkung auf Fans und Spieler. Das war für mich immer das Schönste, da kommen auch die besten Spiele raus", sagt der Bayern-Trainer und freut sich auf den Mittwochabend im Weserstadion, auf das DFB-Pokalhalbfinale bei Werder Bremen (ab 20.45 Uhr/live bei Sky und in der ARD sowie im AZ-Liveticker).

Unter Flutlicht. Wenn alle unter Strom sind. Kein zäher Vorsommer-Kick wie am Karsamstag-Nachmittag in der Allianz Arena, als Bayern 1:0 gewann.

Niko Kovac als Pokal-Experte

"Das wird nun, wenn in Bremen das Licht angeht, ein anderes, schwierigeres Spiel", so Kovac. Ein K.o.-Spiel um den Einzug ins Cup-Finale am 25. Mai in Berlin. Ein Spiel, das für Kovac in seinem Premieren-Jahr auf der Bayern-Bank bereits den K.o. für das Ziel Double bedeuten kann. In der Champions League kam das Aus für die Münchner Ansprüche deutlich zu früh – auch wenn im Achtelfinale der Gegner FC Liverpool hieß.

Unter Flutlicht und unterm Brennglas der Beobachter, intern wie extern: Bremen wird für Kovac zu einer Weggabelung. Dabei müsste er in der Nacht vor dem Pokal-Duell gut schlafen können. Denn Pokal kann er, der Kovac. Er geht (fast) nie zu Boden, der Ni(e)-k.o.

Finale 2017 einzige Pleite als Trainer

Seit Kovac am 8. März 2016 bei Eintracht Frankfurt als neuer Cheftrainer Nachfolger von Armin Veh wurde, lautet seine Pokal-Bilanz mit den Hessen und den Bayern: 15:1-Erfolge. Vier Runden, wenn auch beinahe blamabel knapp gegen zwei Regionalligisten und im Viertelfinale mit dem kuriosen 5:4 gegen Zweitliga-Klub FC Heidenheim, hat er in dieser Spielzeit mit den Münchnern überstanden – und das als amtierender Pokalsieger.

Schließlich gewann Kovac letzte Saison den Cup, versalzte Bayerns Trainerlegende Jupp Heynckes im Mai 2018 den Abschied. Macht vier plus die sechs Pokal-Einzelsiege, die man ja für den Titel braucht. Auch 2016/17 hatte er mit der Frankfurter Eintracht das Finale erreicht, verlor 1:2 gegen Dortmund, Kovacs einzige Cup-Pleite. Wohl deshalb liebt er den Pokal so sehr, denn bis auf die erste Hauptrunde im August finden alle Partien inklusive Finale abends statt.

"Wir sind optimistisch, wollen ins Finale"

"Man ist im Pokal besonders motiviert. Das Finale in Berlin mitzuerleben, ist wirklich etwas Tolles, die Stimmung einzigartig, das ganze Land schaut auf dieses Spiel. Wir sind optimistisch, wollen ins Finale", sagt Kovac, der weiß: "Werder steht seit langer Zeit mal wieder im Halbfinale, die ganze Stadt und das Publikum sind elektrisiert, das Endspiel zu erreichen."

Zum ersten Mal seit 2010 (0:4 gegen Bayern). Den Pott holten die Hanseaten das letzte Mal im Jahr zuvor, mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen, Siegtreffer Mesut Özil. Im Sturm wirbelte ein gewisser Claudio Pizarro, der heute 40-Jährige sitzt am Mittwoch als Joker auf der Bank.

Bremen seit 37 Pokal-Heimspielen ungeschlagen

Pizarro kennt die unheimliche Serie, die Bremen am Mittwoch im mythischen Weserstadion weiterschreiben will, nur zu gut. 37 Spiele lang ist man in der grün-weißen Festung bei Pokal-Heimspielen ungeschlagen, verlor zuletzt am 13. April 1988 im Halbfinale mit 0:1 gegen Frankfurt.

Das 16-jährige Talent Niko Kovac, geboren in Berlin, kickte damals für Rapide Wedding, während Werders heutiger Cheftrainer Florian Kohfeldt, Baujahr 1982, noch nicht einmal eingeschult war. Diese Saison allerdings gewann Bremen vier Mal auswärts, zuletzt bei Borussia Dortmund (7:5 n.E.) und auf Schalke (2:0).

Doch Kovac ist nicht bange, schon gar nicht vor einem Halbfinale. "Vor zwei Jahren in Gladbach, letztes Jahr auf Schalke, beide Male mit der Eintracht", deutete er seine Mini-Serie an und fügte lächelnd hinzu: "Dieses Jahr eben in Bremen." Er weiß: "Man braucht etwas Glück im Pokal, wir sind nicht einfach durchmarschiert. Es ist der kürzeste, aber nicht der leichteste Weg, einen Titel zu holen." Er hofft auf eine gute Nacht.

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