Einbruch und Diebstahl München: Dieser Autoknacker ist auf BMW spezialisiert

Der angeklagte Pawel D. (42) vor Beginn des Prozesses am Mittwoch. Ist er ein 108-facher Dieb? Foto: Daniel von Loeper

Der Schaden durch die insgesamt 113 Fälle von Einbruch in Autos beläuft sich laut Anklage auf über 734.000 Euro. Vor Gericht schweigt der Angeklagte.

 

München - Begnügte sich Pawel D. (42) am Beginn seiner Autoknackerkarriere auch mal mit einem VW Lupo, so hat er sich offenbar im Laufe der Jahre auf hochwertige BMW spezialisiert. Die Staatsanwaltschaft rechnet dem Angeklagten 108 erfolgreiche und fünf vergebliche Einbrüche in Autos zu.

Aufgrund der Vielzahl der Fälle braucht die Staatsanwältin am Mittwoch über eine Stunde, um alle Vergehen des mutmaßlichen Autoknackers aufzulisten. Laut Anklage hat die Münchner Serie im Februar des vergangenen Jahres begonnen. Die Vorgehensweise des Täters: Er schlägt ein Fenster ein, öffnet die Tür und sucht im Innern nach Verwertbarem.

Einbrüche und Diebstahl in Autos

Meist hatte er es dabei auf Lenkräder mit Airbags, Schaltknäufe und Navigationssysteme abgesehen. Die soll er dann verkauft und davon seinen Lebensunterhalt bestritten haben.

Der Schaden, den er dabei angerichtet hat, geht weit über den Wert der Beute hinaus. Die Ermittler haben ausgerechnet, dass der Autoknacker Gegenstände im Wert von über 397.000 Euro aus den Autos gestohlen hat. Dazu kommt ein Reparaturschaden an den betroffenen BMW-Modellen von über 337.000 Euro – macht 734.000 Euro insgesamt.

Vor Gericht: Angeklagter schweigt

Aber Pawel D. sei nicht immer erfolgreich gewesen. Bei fünf Versuchen wurde er gestört und musste den Einbruch abbrechen, bevor er noch an seine Beute kam, hat die Staatsanwaltschaft ermittelt. Sein Mandant wolle zunächst keine Angaben machen, sagt einer der beiden Verteidiger. Weder zu den Vorwürfen, noch zu seinem Lebenslauf. Jedenfalls jetzt noch nicht.

An wen er das Diebesgut dann jeweils verkauft hat, ist bislang noch nicht bekannt. Das könnte sich ändern, wenn der angeklagte Pole sich entschließt, doch noch zu reden, um eine mögliche Strafe zu mildern. So aber bleibt der Vorsitzenden Richterin Nicole Selzam am Mittwoch nur übrig, die Vorstrafen des angeklagten Mannes zu verlesen. Die sind einschlägig.

Vorstrafen wegen Einbrüchen in Autos

Bereits im Juni 2006 wurde er wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Das Gericht im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge sah es in sechs Fällen als erwiesen an, dass der Kraftfahrer mit einem Komplizen in Autos eingebrochen war, um sich unter anderem bei den Navis zu bedienen. Damals war übrigens auch ein VW Lupo nicht vor ihm sicher. Die ausschließliche Spezialisierung auf BMW kam wohl erst später.

Sechs Jahre später hat er laut einem Strafbefehl des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten einen Skoda Octavia auf einem Parkplatz in Marzahn gestohlen. Die Strafe: neun Monate auf Bewährung. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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