Ein Wochenende mit...Heiko Dietz Spionage bei Kollegen

Das Bändchen von dem Marillion-Festival ein Wochenende zuvor hängt noch am Arm. In der Regel hat Theaterbetreiber Heiko Dietz allerdings wenig Zeit, Freizeitsouvenirs zu sammeln. Foto: Petra Schramek

Hier erzählen bekannte Münchner von ihrem Wochenende. Heute: der Theaterbetreiber Heiko Dietz.

 

Wenn man ein Theater hat, hat man eigentlich nie frei: inszenieren, spielen, schreiben.

Gerade proben wir in meinem „theater...und so fort” ein neues Stück von mir, „Bitte zurückbleiben!”, das wird Mitte April Premiere feiern. So richtig Freizeit habe ich da eher selten. Einmal nichts zu tun zu haben, das überfordert mich fast schon.

Dieses Wochenende zum Beispiel: Da haben wir am Sonntag tagsüber zwei Vorstellungen, abends ist aber frei. Und was macht man als Theatermann da? Man geht in ein anderes Theater. Neulich war ich in der Blauen Maus in der Elvirastraße Kollegen besuchen. Zwei andere Freunde von mir stehen gerade im Blutenburg-Theater auf der Bühne. Auch sonntags. Da bietet es sich natürlich an hinzugehen und sich den Krimi „Seelenbrecher” anzuschauen.

In der Regel bin ich am Wochenende aber in meinem Theater, auch wenn ich mal nicht selbst spiele. Man muss ja viel organisieren: jemanden für die Bar, jemanden für die Kasse, und um die Technik muss sich auch jemand kümmern. Dass Zeit bleibt, gemütlich mit meiner Freundin Noelle daheim eine von meinen geliebten Serien zu gucken, „Breaking Bad” oder „Game of Thrones”, ist eher eine Ausnahme. Aber ich freue mich natürlich, wenn die Leute zu uns kommen und wir sie mit unserem Programm unterhalten können.

Es ist ganz spannend, wenn jemand zum ersten Mal kommt. Oben auf der Straße sind wir ja eher unscheinbar, da gibt es nur das Schild. Dann geht man in den Hinterhof, eine Treppe runter – und plötzlich steht man in unserem Kellertheater. Da gucken sich dann viele um und sagen: Ach, schau an, das hätte ich nicht erwartet, das ist ja richtig schnuckelig. Das ist schön zu sehen, wie die Leute das Theater für sich entdecken.

Wenn wir von der Arbeit aus zum Essen aufbrechen, dann gehen wir gerne ins Telos in der Kurfürstenstraße. Die haben eine wechselnde Tageskarte, sind vielseitig und schnell. Und an der Nordendstraße ist das Hanshe. Da steht einem beim Essen kein Schweiß auf der Stirn vom Glutamat, die kochen ganz natürlich. Man schmeckt da regelrecht, dass es gesund ist. Und ebenfalls gut ist die Pizzeria Enzo, auch in der Nordendstraße, die haben eine sehr gute Steinofenpizza.

Wo ich wohne, bei mir in Obergiesing, gehe ich gerne ins Mystikon, ein griechisches Lokal am Walchenseeplatz. Das ist absolut grandios.

Dieses Wochenende werde ich es allerdings kaum dorthin schaffen. Ich habe gerade ein Zimmer neu untervermietet–aber mein Untermieter ist nicht aufgetaucht. Jetzt steht das Zimmer leer, und ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich werde das Wochenende also auch damit verbringen, mich ein bisschen über die Rechtslage zu informieren.

Das ist natürlich schon nervig. Da wäre es fast mal wieder Zeit für einen so genannten Boazn-Bash. Der wird alle drei Monate von Freunden über Facebook organisiert. Da strömen dann etwa 50 Leute in eine dieser Kneipen. Das ist schon lustig, wie die Wirte plötzlich anfangen, hinter dem Tresen zu rotieren: Da werden aus der untersten Schublade die alten Gläser hochgeholt, die werden noch einmal kurz durchgespült, ehe gezapft wird wie ein Weltmeister. Das trägt zum Erhalt der Kneipenkultur bei, ist aber auch anstrengend. Fünf Kneipen und überall Herrengedeck. Das kann man auch nicht jedes Wochenende machen. Protokoll: Florian Zick

 

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