Ein Wochenende mit...Anselm Bilgri Knabberverbot beim Tatort

Anselm Bilgri ist ein großer Museumsfreund. Auch bei ihm im Büro sieht es aus wie in einer Ausstellung. Dort hängen mehrere Bilder von Maximilian Fliessbach. Foto: Daniel von Loeper

Hier erzählen bekannte Münchner von ihrem Wochenende. Heute ist das der ehemalige Mönch Anselm Bilgri.

Ich bin zwar kein großer Sportler, aber vor ein paar Jahren habe ich das Nordic Walking entdeckt. Da muss man nicht laufen, aber durch die Stöcke hat man doch eine gewisse Dynamik. Ich mache das oft am Samstagvormittag im Nordteil vom Englischen Garten, da habe ich meine Ruhe. Im Südteil ist es mir schon einmal passiert, dass jemand gefragt hat, ob ich meine Schier vergessen hätte.

Wenn ich walken gehe, parke ich immer bei der Hirschau. Und seit der Wiggerl Hagn, mit dem ich befreundet bin, dort Wirt ist, kehre ich nach meiner Runde häufig dort ein. Dann gibt es Radler, Wurstsalat und vielleicht noch eine große Breze – was zum Biergarten eben dazugehört. Meistens hole ich damit die verlorenen Kalorien gleich wieder rein.

Abends gehe ich eigentlich nicht sehr oft aus, aber wenn ich mal unterwegs bin, dann setze ich mich sehr gerne in die Bar vom Bayerischen Hof. Ein oder zwei Drinks, dann war es das aber auch schon wieder. Wahrscheinlich ist das meiner Vergangenheit als Mönch geschuldet, da eignet man sich nicht genügend Sitzfleisch an, um besonders lange irgendwo rumzusitzen.

Wo ich wahnsinnig gerne hingehe, das ist das Frischeparadies Niederreuther im Schlachthof. Da kann man nicht nur wunderbar einkaufen, das ist auch ein hervorragendes Bistro. Es gibt nette Kleinigkeiten, die sind super. Und man trifft immer nette Leute auf einen Tratsch.

Am Samstagnachmittag entspanne ich meistens daheim. Ich habe einen wunderschönen Balkon, der geht zum Park hinter der Glyptothek raus. Und abends – ich habe mein Katholischsein ja nicht aufgegeben – besuche ich meistens die Vorabendmesse. Ich gehe gern nach Sankt Ursula am Kaiserplatz in Schwabing. Da ist ein ehemaliger Mitbruder aus dem Kloster Andechs Pfarrer.

Abends esse ich gerne im Bobby's an der Gabelsbergerstraße. Das ist ein kleiner Italiener mit hervorragender Pizza. Da gehe ich auch oft hin, wenn ich später am Abend noch Lust auf ein Glas Wein habe. Und am Sonntagvormittag brunche ich im Café Schwabing am Kurfürstenplatz. Das war früher immer mein sonntägliches Vergnügen. Ich habe ja einige Zeit in Schwabing gewohnt, in der Viktor-Scheffel-Straße. Da bin ich oft zum Brunchen ins Café Schwabing gegangen. Und das habe ich gern beibehalten.

Danach mache ich einen Ausflug nach Herrsching, Da gibt es einen kleinen, von der Gemeinde verwalteten Strand, der heißt Seewinkel. Da steht ein netter Kiosk, der wird von einem Freund von mir geführt. Da schaue ich gerne mal vorbei, wenn auch nicht unbedingt zum Schwimmen.

Falls das Wetter schlecht ist, habe ich mir einen Museumsbesuch vorgenommen. Momentan erobere ich mir Raum für Raum das Ägyptische Museum. Ich kann mich da aber nicht stundenlang aufhalten. Ein, zwei Säle, danach hört es mit der Aufnahmefähigkeit auf. Wenn man versucht, sich alles auf einmal reinzuziehen, dann bleibt am Ende gar nichts hängen.

Und dann werde ich am Abend etwas kochen. Meistens gibt es einen Salat als Vorspeise, dann Nudeln oder ein Steak, nichts Aufwändiges, das man stundenlang vorbereiten muss. Und als Nachspeise noch Obst oder ein Eis.

Und was am Sonntagabend natürlich gar nicht fehlen darf, das ist der Tatort. Ich mag am liebsten den Konstanzer und den Kölner. Den Münsteraner finde ich mittlerweile zu klamaukig. Und der Til Schweiger hat bei mir auch nicht eingeschlagen. Aber den Krimi am Sonntag, den brauche ich. Leider kommen zur Zeit viele Wiederholungen, die kenne ich schon fast alle. Und zum Knabbern gibt es leider nichts. Das ist meinem leichten Übergewicht geschuldet.

Protokoll: Florian Zick

 

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