Ein Wochenende mit... Helmut Pfleger Zu Gast bei Familien

Ein gutes Restaurant machen für Helmut Pfleger nicht nur feine Gerichte, sondern auch sympathische Leute aus – wie hier im indonesischen „Garuda“. Foto: Daniel von Loeper

Hier erzählen Leute von ihrem Wochenende: Heute ist das Großmeister Helmut Pfleger, der auf dem Brett und auf dem Rasen spielt und in der Maxvorstadt gern indonesisch essen geht

 

Von Helmut Pfleger

Der promovierte Mediziner (70) ist Großmeister des Schachs und schreibt regelmäßig Kolumnen. Er lebt in Waldperlach.

Wenn ich abends ausgehe, dann meist ins Theater. Leidenschaftlich gern. Von den Kammerspielen habe ich ein Abo – in manche Stücke gehe ich fünf, sechs Mal. Ich nehme dann immer jemand anderen mit. Zwischen Wochenende und Werktagen gibt es bei mir keinen großen Unterschied. Vor zwei Jahren, als ich meine Praxis noch hatte, war das anders, da habe ich mehr gearbeitet.

Und Schach spiele ich heute eher bei Simultanspielen gegen 25, 30 Gegner gleichzeitig, oder bei Gelegenheiten wie dem Ärzteschachturnier im April. Da kommen 150 Mediziner, ich schwebe dann darüber wie ein guter Geist.

Mitte der 80er war ich einer der besten deutschen Spieler, habe Bundesliga und bei Olympia gespielt, Fernsehsendungen moderiert. Heute beschäftigt mich der Sport mehr auf dem Papier – wenn ich meine Kolumnen für die Zeit oder das Ärzteblatt schreibe.

Auch sonst bin ich sehr aktiv. Ich spiele Altherrenfussball und in Waldperlach, wo ich mit meiner Frau lebe, gehe ich im Wald spazieren. Ich fahre Rad, ein Auto habe ich nicht, aus Umwelt-Gründen. Ich versuche außerdem, viele spirituelle Sachen zu machen – Yoga, Mediation, bewusstes Atmen. Viele aus meinem Freundeskreis können das überhaupt nicht verstehen. Aber ich fühle mich damit wohler.

Dafür bin ich oft in der Maxvorstadt, hier ist das dazugehörige Studio. Wenn ich in der Gegend bin, gehe ich ins Garuda in der Theresienstraße – das ist seit Jahren mein Stammlokal. Das Essen ist toll, das hat auch ein Bekannter gesagt, mit dem ich einmal hier war und der selbst ein sehr guter, professioneller Koch ist. Es ist das einzige indonesische Restaurant der Stadt. Ich esse immer Tofu mit Gado Gado, Gemüse in der indonesischen Erdnusssauce, manchmal gebratene Nudeln. Ich bin Vegetarier.

Bei mir spielt es über das Essen hinaus immer eine Rolle, dass die Atmosphäre stimmt und ich mich mit den Leuten gut verstehe. Und das Garuda wird von einer sehr netten indonesischen Familie geführt. Gleich ums Eck ist das Café RC 64 in der Schleißheimer Straße. Ein türkisches Café mit kleinen Speisen, auch ein Familienbetrieb mit netter Atmosphäre. Die Tochter macht ein leckeres Getränk mit Minze und Ginger Ale.

Gleich gegenüber vom RC 64 ist der Massmannpark – den hat die Stadt toll hergerichtet. Multi-Kulti-Familien verbringen da die Tage, und es wird alles an Sport getrieben, von Fussball bis Tischtennis. Diesen Park mag ich sehr.

Auch bei mir in der Gegend kann an gut essen gehen. In Waldperlach gibt es das Wirtshaus Leiberheim. Ich weiß nicht, wie die das machen – aber die bayerische Küche dort ist konstant richtig gut. Auch wenn’s für mich als Vegetarier dort eher die Gnocchi gibt.

 

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