Ein Teller voll Anerkennung Münchner Gastronomen kochen für Menschen in systemrelevanten Berufen

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Fabian Huber (vordere Reihe, von links), Marvin Boerger, Chrisa, Xaver Portenlänger, Theresa Portenlänger und Wolfgang Hingerl mit ihren gastronomischen Mitstreitern. Sie wollen kochend Menschen danken, die gerade anderen helfen. Foto: Daniel von Loeper

Gastronomen kochen ab Montag für Münchner, die in systemrelevanten Berufen arbeiten – und das ehrenamtlich. Unter ihnen sind auch Sterneköche.

 

München - Sie sind die Helden in dieser schweren Zeit: Ärzte, Krankenpfleger, Feuerwehrler, Supermarktmitarbeiter und viele weitere Frauen und Männer, die unsere Stadt am Laufen halten und für ihre Arbeit oft nur schlecht bezahlt werden. Ihnen wollen Münchner Gastronomen mit dem danken, was sie am besten können: richtig gutem Essen.

Moritz Meyn vom Sternerestaurant Mural erklärt die Idee hinter der bundesweiten Wohltätigkeitsorganisation Kochen für Helden: "Wir wissen, dass es in den Krankenhäusern Kantinen gibt und systemrelevante Gruppen nicht hungern. Uns geht es darum, denen, die sich den Arsch für uns alle aufreißen, mit einem kulinarischen Höhepunkt Danke zu sagen."

1.000 Essen werden kommende Woche verteilt

Schon am Montag gehen die ersten Fuhren an Münchner Krankenhäuser. Rund 1.000 Essen werden kommende Woche verteilt, es sollen bis zu 1.000 pro Tag werden. Gastronomen aus der Altstadt vom Mural, der Frank Weinbar und dem Xavers haben das wohltätige Projekt nach Hamburger und Berliner Vorbild initiiert, schnell war auch das vegetarische Sternerestaurant Tian mit an Bord.

Ein Kernteam aus sieben Aktiven arbeitet seit Tagen ehrenamtlich für das Projekt. Was als ein "Da müssten wir doch mal was machen" begonnen hat, ist längst eine tag- und abendfüllende Aufgabe geworden, die größer und größer wird.

Hofbräukeller stellt Küche zur Verfügung

Viele weitere Ehrenamtler helfen zeitweise mit, sortieren am Freitag eine Warenspende von 6,38 Tonnen oder besorgen, was dem kurzfristig aus dem Boden gestampften Projekt fehlt – ganz viel Desinfektionsmittel oder Verpackungen, die wiederverwertet werden können zum Beispiel. Für die Auslieferung hat sich schon der Lederhosen-Express mit seinen Rikschas gemeldet.

Am Freitag hat die Familie Steinberg vom Hofbräukeller noch kurzfristig zugesagt, ihre Küche und ihre Lagerräume zu Verfügung zu stellen. Um so große Mengen zu verarbeiten, haben die Initiatoren aus der Altstadt nämlich nicht genug Platz. Zudem müssen die Köche und ihre Helfer mit genug Abstand arbeiten können. "Wir wissen noch nicht, was wir kochen, weil wir gar nicht wissen, was wir für Waren bekommen. Aber es werden Gerichte, die Köche in den Kantinen aufwärmen können: Gulasch, Curry, Klöße, Suppen, aber auch Desserts", sagt Meyn.

Münchner Gastronomen: "Wir brauchen Unterstützung"

Für die Sterneköche vom Mural und vom Tian eine ungewöhnliche Aufgabe, der sie sich aber nur zu gerne stellen. "Langfristig hoffen wir, dass sich noch mehr Restaurants beteiligen und wir über lange Zeit Menschen, die andere unterstützen, eine Freude machen können", sagt Wolfgang Hingerl vom Mural.

Einzig die Frank Weinbar verdient derzeit noch ein bisschen Geld mit Auslieferungen, die anderen beteiligten Restaurants und die Mural Bar sind geschlossen. Die Gastro-Branche ist schwer gebeutelt, aber die Gastronomen haben Zeit. "Allerdings brauchen wir Unterstützung, um Ausgaben wie Waren-, Logistik und Produktions- und Fixkosten langfristig zu bezahlen", sagt Hingerl. Damit mehr und mehr Menschen einen Teller voll Anerkennung bekommen.


Wer unterstützen möchte, schreibt an spende@mingahoitzam.de oder hilfe@mingahoitzam.de. Alle Spenden werden vollständig dem wohltätigen Zweck zugeführt.

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