Ein Strauß namens Franz Josef Zoo Straubing: Im Reich des FJS

 Foto: Ulli Scharrer

Er ist der große Schwarze im Tiergarten Straubing: starke Beine, stolzer Gang – ein Prachtkerl. Strauß Franz Josef genießt sein Leben.

 

Straubing - Morgens treibt Franz Josef, der Strauß, seinen Frühsport. Er sprintet eine Runde, bevor er sich dem Frühstück widmet. Jeden Tag macht Franz Josef das so. Auch an diesem Sonntag. Ob sein Namenspatron, der Politiker Franz Josef Strauß, am Sonntag 100 geworden wäre, ist ihm dabei relativ egal. Tierpfleger Jan Heinsohn erzählt gerne aus Franz Josefs Leben. Parallelen zum menschlichen Pendant gibt es da durchaus:

Franz Josef und die Damen: Der gefiederte Strauß hat ein Privileg: Er darf ganz legitim mit zwei Frauen zusammenleben. Sissy und Helene heißen die Hennen, die ihm fleißig Eier legen. Und Franz Josef bemüht sich redlich um seine beiden bayerischen Prinzessinen. Regelmäßig tanzt er für sie, kniet auf dem Boden nieder und spreizt anmutig das schwarz-weiße Gefieder. Solcherlei Gebaren sind vom ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten nicht bekannt. Aber Frauen hatte er auch mehrere.

Franz Josef und die Macht: Eine Sandfläche, eine Wiese, ein Stall, umrahmt von einem Zaun: das Afrika-Gehege des einzigen Zoos Ostbayerns. Hier ist Franz Josef daheim. Sein kleines Stück Bayern verteidigt er vehement, kein zweibeiniger Eindringling betritt es ungestraft. Selbst Tierpfleger müssen sich vor dem scharfen Schnabel und den starken Beinen in acht nehmen. Ganz arttypisch ist dieses Verhalten nicht, sagt Pfleger Heinsohn. Franz Josef wurde von Menschen aufgezogen und hält sich wohl deshalb selbst für einen. Die anderen Tiere im Gehege, Watussi-Rinder, Zebras und Somali-Schafe, werden geduldet in Franz Josefs Reich.

Franz Josef und das Volk: Auch gegen die Menschen, die brav draußen bleiben und seine Anmut bewundern, hat der Strauß nichts. Im Gegenteil. Sie sollen ihn ruhig fotografieren und seine Fähigkeiten beklatschen – Strauße können bis zu 70 Stundenkilometer schnell laufen. Manche zahlen sogar Geld dafür, dass Franz Josef hier leben darf: Ein Fußballverein hat eine Patenschaft übernommen.

Franz Josef und die Medien: Nein, in Affären mit Nachrichtenmagazinen war Strauß Franz Josef in seinem siebenjährigen Leben noch nie verstrickt. Er nimmt auch keinen Einfluss darauf, was die Zeitungen aus dem Tiergarten berichten. Kann er auch gar nicht: Um Medienangelegenheiten kümmern sich seine Sprecher, die Tierpfleger sowie der Tiergartenleiter Wolfgang Peter. Wird Sonntag der 100. seines Namenspatrons gefeiert? Iwo! Vielleicht gibt es ein kleines Festmahl. Am liebsten frisst der Strauß Grüne. Also Pflanzen.

 

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