Ein perfekter Skitag Die schönsten Liftrunden auf Ski

Tourenklassiker: Sella Ronda, Foto: PR Foto: srt

Er ist der Traum jedes ambitionierten Skifahrers: der perfekte Skitag, an dem man möglichst alle guten Pisten des Gebiets zum optimalen Zeitpunkt gefahren ist und keine Abfahrt zweimal. Immer mehr Skigebiete erfüllen ihren Gästen diesen Wunsch mit speziell ausgeschilderten Skirouten. Wir sind sieben besonders empfehlenswerte Beispiele abgefahren.

 

Sella Ronda - der Klassiker

Urahn und Vorbild aller Skirunden ist die berühmte "Sella Ronda" in Südtirol: Dabei warten 40 Pistenkilometer und vier Bergpässe darauf, erobert zu werden. Ein Muss für konditionsstarke Skifreaks! Die Route gibt die Natur vor: Es geht einmal ums Sella-Massiv herum. Um den massigen Gebirgsstock zu umfahren, ist der Großraumskipass "Dolomiti Superski" nötig, da Lifte im Fassatal, in Arabba, in Alta Badia und im Grödnertal benutzt werden. Cracks setzen alles daran, möglichst in Rekordzeit wieder den Ausgangspunkt zu erreichen, Genussskifahrer nehmen sich einen ganzen Tag Zeit. Schließlich wechselt die eindrucksvolle Kulisse quasi nach jeder Abfahrt, auch säumen zahlreiche einladende Hütten den Weg. Vor lauter Schauen sollte man allerdings die Betriebszeiten der Lifte im Auge behalten - sonst erreicht man sein Quartier am Abend nur noch per Taxi. Übersichtsplan: www.sella-ronda.info

Der Weiße Ring von Lech-Zürs

Für viele ist der Arlberg das skifahrerische Nonplusultra schlechthin. Wer zumindest im Teilgebiet Lech-Zürs alle wichtigen Pisten gesehen haben will, der folgt seit über 50 Jahren dem "Weißen Ring". Die in jeder Hinsicht gigantische Runde startet klassischerweise an der Rüfikopfbahn in Lech und führt über Zürs, Madloch, Zug und den Palmengrat zurück ins Nobelskidorf Lech. Dabei befährt man Abfahrtslegenden wie wie Steinmännle und Kriegeralpe, Madloch und Schlegelkopf. Zum 50. Jubiläum der Skirunde wurde der Rundkurs, der übrigens in der Gegenrichtung nicht fahrbar ist, auch als Volksskirennen ins Leben gerufen. Es nennt sich stolz "das längste Skirennen der Welt" und fordert ambitionierten Skifahrern und Snowboardern mit 22 Kilometer Abfahrten und insgesamt zu überwindenden 5500 Höhenmetern alles ab. Die Rekordzeit liegt übrigens bei etwas über 44 Minuten. PDF-Folder: www.derweissering.at

Tauernrunde in Obertauern

Bescheidenheit ist die Sache der Obertauerner nicht. "Die schönste Runde, seit es Skilauf gibt" nennen sie ihre Paradestrecke einmal rund um den östlichsten Top-Skiort der Alpen. Und egal, wo man losfährt: Früher oder später landet man immer auf der Tauernrunde – entweder links herum (grün markiert) oder rechts (orange) um die Schneeschüssel. Ein ausgeklügeltes System bietet die Möglichkeit, von praktisch jedem Hotel im Ort einzusteigen und ohne eine Piste zweimal zu fahren oder die Ski abzuschnallen wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren – ein alpines Perpetuum mobile. Ganz Eilige bewältigen die Runde zweimal am Tag, Könner nehmen stattdessen gern die rabenschwarz markierte Buckelpiste unter der Gamsleitenbahn 2 mit. Und Genussfahrer freuen sich über die sonnigen Pisten am Seekarspitz und Seekareck. Webcams und interaktive Karte: www.tauernrunde.at

Kitzbühels Elefanten-Skisafari

Der Elefant weist den Weg. Ein Rüsseltier ist das Maskottchen der großen Alpinskirunde quer durchs Pistenrevier von Tirols Promi-Hochburg Kitzbühel. Gigantisch sind denn auch die Eckwerte der "Elefantenrunde Skisafari": Vom üblichen Startpunkt Pengelstein- oder Fleckalmbahn bis zur Breitmoosabfahrt Richtung Mittersill sind gewaltige 35 Kilometer Pisten und 15 Kilometer Lifte zu meistern, darunter als Höhepunkt die gewaltige 3S-Kabinenbahn, die über ein 400 Meter tiefes Tal die Teilgebiete Hahnenkamm und Jochberg verbindet. Kondition sollte man schon haben, um insgesamt rund sechs Stunden lang auf der Spur des Elefanten von Berggipfel zu Berggipfel zu gleiten. Besonderes Können ist dagegen nicht erforderlich – denn die berüchtigte Streif, die schwerste Abfahrtspiste des Weltcupzirkus, gehört nicht zur Elefantenrunde. Und überhaupt: Seit diesem Winter gibt es zu ihr eine Familienvariante. Fotos und Pistenplan: www.bergbahn-kitzbuehel.at

Saalbachs bunter Skicircus

Es gibt ja viele Arten, eine Runde zu umschreiben. Die vermutlich bunteste fiel den Saalbachern mit dem "Skicircus" ein. Denn der beschreibt einerseits den fröhliche Après-Ski, für den das Glemmtal berühmt ist, andererseits eben auch die skifahrerischen Kreise, die dank perfekter Lift- und Pistengirlanden um Saalbach-Hinterglemm herum möglich sind. Und tatsächlich ist die Skicircus-Safari, sprich die Lift- und Pistenrallye vom Asitz über Kohlmaiskopf, Bernkogel und Hochalmspitze zum Spieleckkogel und auf der anderen Talseite zurück ein Glanzlicht jedes Skifahrerlebens. Und dabei keineswegs allzu anspruchsvoll: Dank sonnig-sanfter Pisten und herrlicher Ausblicke ins Glemmtal hat dieser Circus vor allem einen hohen Genussfaktor. Der lässt sich per Einkehrschwung in die kernigen Skihütten noch steigern – Toptipp ist die Pfefferalm an der Familienabfahrt vom Reiterkogel, die bis heute standhaft elektrisches Licht verweigert. Interaktiver Pistenplan: www.skicircus.at

Kärntens Highlight "Stella Ronda"

Eine Sternstunde im sonnigen Süden: Die Gerlitzen Alpe ist ein oft unterschätzter Skiberg oberhalb des Ossiacher Sees in Kärnten. In den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut, bietet er heute mehr als 50 Pistenkilometer. Exakt 32 davon lassen sich seit 2008 bei einer 360-Grad-Stern-Skirunde einmal rund um den Gerlitzen-Gipfel kombinieren. Und damit auch wirklich alle merken, dass das nicht viel weniger sind als bei der berühmten Sella Ronda, hat ihr ein cleverer Marketingmann den Namen "Stella Ronda" gegeben. Der große Reiz der 13 Skiabfahrten, die sich in alle Richtungen von der Gerlitzen talwärts schlängeln, sind die breiten Carvingpisten und die grandiosen Blicke auf die Karawankengipfel. Den genießt man besonders gern auf der Terrasse der Pöllinger Hütte, während ein voller Teller handgemachter Kasnocken vor einem steht. Pistenplan und Höhenprofil: www.gerlitzen.com/stellaronda

Neue Skirunde am Hochkönig

An einem Tag alle Skiorte der Region abzufahren: Das ist eine der großen Herausforderungen vieler Skigroßräume. In der Region Hochkönig war das bislang sehr guten Skifahrern vorbehalten, die zwischendrin auch vor einem kleinen Marsch mit den Ski auf dem Rücken nicht zurückschreckten. Seit diesen Winter eine neue Bahn und eine neue Piste bei Hinterthal gebaut wurden, können auch gemütlichere Urlauber problemlos hin und her schaukeln. Start ist in Maria Alm, wo es über den Aberg auf den Hochmais oberhalb von Hinterthal geht. Nach einer langen Talabfahrt nach Dienten folgen weite Pisten an der Wastlhöhe und schöne Waldabfahrten am Schneeberg kurz vor Mühlbach. Retour geht es auf der gleichen Strecke, aber natürlich auf anderen Pisten. Insgesamt stehen jetzt 150 nahtlose Pistenkilometer zur Verfügung. Nur eins fehlt der Runde noch: ein zugkräftiger Name. Webcams und 360-Grad-Panoramen: www.hochkoenig.at.

 

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