Ein Landshuter stillte seinen Hunger. Einem Wirt war das zu viel: Hausverbot! 100 Teller Sushi beim All-you-can-Eat - vor diesem Mann müssen Wirte zittern

Jaroslav Bobrowski isst, bis er satt ist. Das kann eine Weile dauern. Foto: privat

Jaroslav Bobrowski (30) ist nicht nur eine Maschine beim Sport, er ist auch eine am Sushi-Wheel. 100 Teller später bekommt der Landshuter in einem Asia-Restaurant in Ergolding Hausverbot

Landshut - Jaroslav Bobrowski schmeckts. Und wenn der Landshuter Triathlet und Bodybuilder vom Training so richtig ausgepumpt ist und Kohldampf hat, geht er mit seiner Freundin gerne essen. Schließlich brauchen Leistungssportler Kraft. Bobrowski wiegt derzeit 79 Kilo, verteilt auf 1,72 Meter Körpergröße, bei einem Körperfettanteil, der unter zehn Prozent liegen dürfte.

Für eine optimale Ernährung in seinen Trainings- und Diätphasen hat sich Bobrowski deshalb viel Sushi auf den Speiseplan geschrieben. Reis und Fisch eben - eine Mischung aus Kohlenhydrate und Eiweiß.

Das gibt dem 30-Jährigen genügend Energie, die er bei Wettkämpfen wieder ausschwitzen kann. "Außerdem schmeckt mir Sushi einfach und macht mich glücklich. Das ist alles, was ich brauche", sagt Bobrowski. Wenn ein Wirt dann auch noch ein All-You-Can-Eat-Angebot auf der Karte stehen hat, umso besser.

"Wir haben ganz gemütlich eineinhalb Stunden gegessen"

Wie sehr der Landshuter reinmampfen kann, hat jetzt ein Asia-Restaurant in Ergolding zu spüren bekommen. Etwa 100 Teller Sushi verputzte Bobrowski dort am vergangenen Samstag. Doch genau das schmeckte der Chefin des Asiaten ganz und gar nicht.

Dabei ging der Restaurantbesuch des Pärchens ganz harmlos los. Bobrowski, der hauptberuflich als Software-Entwickler arbeitet, nahm mit seiner Freundin am Sushi-Wheel Platz. Dort laufen an einer Theke kleine Sushi-Häppchen auf Tellern über ein Band an den Gästen vorbei. Die Lokalbesucher können dann selbst auswählen, was bei ihnen im Magen landet. Ein Sushikoch sorgt für den nötigen Nachschub. Und der war am Samstag besonders nötig: "Wir haben gemütlich eineinhalb Stunden gegessen und mir ist zunächst nichts Besonderes aufgefallen", sagt Bobrowski.

Komisch sei ihm nur vorgekommen, dass die Bedienung die leeren Teller bei seiner Freundin abgeräumt, seine aber irgendwann stehengelassen habe. Die stapelten sich an Bobrowskis Platz in den folgenden Minuten kontinuierlich zu einem Turm in die Höhe. "Da ich ja öfters Sushi esse, habe ich das aber nicht als außergewöhnlich empfunden. Ich habe halt einen gesunden Hunger", sagt der Landshuter.

"Ich hätte für fünf Personen gegessen"

Erst beim Bezahlen dämmerte es dem 30-Jährigen, dass im Asialokal mit seinem gesunden Appetit nicht jeder einverstanden war. Bobrowski hätte für das All-you-can-Eat-Angebot 15,90 Euro bezahlen müssen. Doch auf das großzügige Trinkgeld, das der Landshuter wegen seines Appetits immer gerne bezahlt, verzichtete der Kellner.

Stattdessen gab es Hausverbot. 100 Teller beim Running-Sushi seien einfach zu viel des Guten. "Der Kellner ließ mir von seiner Chefin ausrichten, dass sie mich nicht mehr in das Lokal lassen könne. Ich würde für fünf Personen essen und sie könnte mit mir keinen Gewinn machen."

Zudem würden die Gäste, die nach Bobrowski am Running-Sushi-Band sitzen würden, nichts mehr abbekommen. "Das stimmte aber so nicht", sagt der 30-Jährige, der niemandem etwas wegessen will.

Bobrowski wunderte sich über das Hausverbot im ersten Moment ein wenig und empfand die Situation als traurig und komisch zugleich. "Zunächst war ich überrascht und habe mich völlig perplex umgedreht und bin gegangen." Schließlich gehe er gern dort essen. Ein paar Tage später kann er bereits wieder darüber lachen.

"Einige essen eben mehr, andere dafür weniger"

Dass Bobrowski in dem Lokal jetzt als Vielfraß dasteht, stört ihn nicht. "Ein All-you-can-Eat-Angebot ist eine Mischkalkulation für ein Restaurant. Einige essen eben mehr, andere dafür weniger." Seine Freundin habe übrigens kein Hausverbot bekommen.

Die All-you-can-Eat-Angebote will der Landshuter auch weiterhin in der Region nutzen. Als Ausgleich für seinen Hunger will Bobrowski auch weiterhin nicht knauserig beim Trinkgeld sein.

Bleibt zu hoffen, dass die Wirte das genauso sehen und es zu schätzen wissen, dass es Bobrowski bei ihnen schmeckt. Und sie nicht künftig panisch ihre Rollläden runterlassen und das Licht ausschalten, wenn den Landshuter mal wieder der Hunger packt.

 

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