Ein Land im Miniformat Malta: Unterwegs in der Wintersonne in Europas kleinstem Inselstaat

Der Hafen von Marsaxlokk im Süden der Insel ist eine Reise wert. Foto: Ursula Angelika Küffner

Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, die Cafés und Restaurants haben ihre Sonnenschirme aufgespannt und vereinzelte Badende genießen die erfrischenden Fluten. Der europäische Winter scheint dieses Eiland mitten im Mittelmeer zwischen Sizilien und Nordafrika vergessen zu haben. Malta, der europäische Ministaat, kann sich über kalte Winter nicht beklagen.

 

Malta –Valletta, die Hauptstadt des kleinen Landes, hat nicht mal 7.000 Einwohner, aber es gibt enorm viel zu sehen. Hier ist Treppensteigen angesagt, denn auf einen Felsen gebaut, bezeichnet man die Altstadt auch als Stadt der tausend Treppen.

Valletta - die Hauptstadt der Superlative

Valletta ist wie ein gigantisches Freilichtmuseum und eine Stadt der Superlative. Neben dem größten und vielleicht schönsten Hafen im Mittelmeer kann die Stadt mit einer beeindruckenden Kirche aufwarten, der St. John's Co-Kathedrale. Sie ist unglaublich prunkvoll und außerdem ein gigantischer Friedhof, denn in ihrem Marmorboden befinden sich die Gräber von nicht weniger als 375 Rittern und Offizieren des Malteser-Ordens.

Es gibt auch eine Krypta, in der so berühmte Großmeister wie Jean Parisot de Valette und Alof de Wignacourt begraben sind. Beim Besuch des Großmeisterpalastes, Wohnort der maltesischen Herrscher und heute Sitz des Staatspräsidenten, inklusive Prunksaal und Waffenkammer, kann man sich 500 Jahre in die Zeit zurückversetzt fühlen und in den weitläufigen Räumen einen ganzen Tag verbringen.

Ansonsten bummelt man entspannt durch die Einkaufsstraßen der Mini-Metropole und hat dann die Gelegenheit, in vielen kleinen Läden kunstvolle Glaserzeugnisse der Insel zu kaufen, denn Malta ist auch die Heimat bekannter Glasbläser.

Diese findet man in Ta' Qali, Maltas Künstlerdorf im Zentrum der Insel. Auch andere alte Handwerkskünste sind hier vertreten. Die uralten Flugzeughangars des ehemaligen britischen Militärflughafens sind heute Werkstätten für Silber- und Kunstschmiede, Schnitzer, Töpfer oder Klöpplerinnen, denen man bei der Arbeit über die Schulter schauen kann, bevor man sich mit Souvenirs für zu Hause eindeckt.

Reise in die Vergangenheit in Mdina

Ganz in der Nähe thront die alte Hauptstadt Mdina idyllisch auf einem Hügel. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Vor dem Stadttor ist Endstation, den Mdina ist autofrei. Wer keine Lust zum Laufen hat, kann sich mit einer Pferdekutsche durch die engen Straßen von Maltas alter Hauptstadt kutschieren lassen.

Das mittelalterliche Stadtbild des Ortes ist geprägt von schmalen, schattigen Gassen, gesäumt von, aus dem für Malta typischen sandfarbenen Kalkstein errichteten, eindrucksvollen Palästen und Kirchen. Beim Schlendern durch die schattigen Gässchen findet man überall kleine Kunsthandwerksläden mit farbenprächtigen Töpferarbeiten und anderen schönen Mitbringseln.

Nach so vielen neuen Eindrücken hat man sich eine Pause verdient und ab geht es zu den Stränden im Norden der Insel. Die Sandstrände dort sind zwar auch bei den Maltesern sehr beliebt, aber in der Nebensaison ist genug Platz am goldgelben breiten Sandstrand. Also Badetücher ausbreiten und schon geht es mit einem Sprung ab ins erfrischende, türkisfarbene Meerwasser.

Hafen von Marsaxlokk einen Ausflug wert

Danach steht ein Abstecher in den Süden nach Marsaxlokk auf dem Programm. Der Ortsname des pittoresken Fischerdorfes setzt sich passenderweise aus den arabischen Wörtern Marsa für Hafen und Xlokk für Südwind, zusammen. Besonderer Touristenmagnet ist der malerische Hafen mit grellbunt bemalten Fischerbooten, die hier sanft in den Wellen schaukeln.

Die Boote werden Luzzus genannt und sind typisch für Malta. Traditionell werden ihnen am Bug Augen aufgemalt, die dem ägyptischen Horusauge nachempfunden sind. Diese sollen die etwas abergläubischen Fischer vor den Gefahren des Meeres schützen. Interessant für die Besucher ist auch der tägliche Markt rund um den Hafen. Dort findet man Produkte der Region und Souvenirstände im Überfluss.

Ein schönes Ausflugsziel im Südwesten der Insel ist die Blaue Grotte, die nur vom Meer aus erreichbar ist. Leider ist es nur bei ruhiger See möglich mit einem Ausflugsboot in die Grotte hineinzufahren. Hier hat das Meerwasser einen milchigen Türkiston, der von Blaualgen verursacht wird.

Zurück in Valletta lässt man den Tag am besten in den Upper Barrakka Gardens ausklingen. Von Maltas schönster Parkanlage aus hat man einen gigantischen Ausblick auf den Grand Harbour und kann die großen Kreuzfahrtschiffe bei der Einfahrt in den Hafen beobachten.

Allgemeine Informationen zu Malta

Lage: Im westlichen Mittelmeer südlich von Sizilien. Nach Sizilien sind es ca. 95 km nach Nordafrika etwas 290 km.

Hauptstadt: Die Hauptstadt der Republik Malta, die aus den Inseln Malta, Gozo und Comino besteht, ist Valletta.

Einwohnerzahlen: Die Hauptstadt Valletta hat ca. 6.100 Einwohner, der Großraum Valletta aber etwa 200.000 Einwohner. In der Republik Malta leben 418.000 Menschen. Der Hauptort von Gozo, Rabat (Victoria), verfügt über ca. 6.800 Einwohner, auf Gozo leben im Ganzen ca. 31.000 Menschen.

Größe: Malta: 246 km(etwas 27 km lang und 15 km breit); Gozo 67 km2 (etwas 15 km lang und 9 km breit), Comino 2,5 km2

Anreise: Von vielen deutschen Flughäfen aus wird Malta direkt angeflogen, Flugzeit ca. 2,5 Stunden.

Fortbewegung: Malta hat ein gutes Linien-Busnetz. Wer eine Tageskarte kauft, kann zum günstigen Tarif den ganzen Tag mit dem Bus auf Sightseeingtour gehen. Alternativ gibt es die hop on hop off Busse, die zwar teuerer sind, jedoch alle Sehenswürdigkeiten direkt anfahren. Man kann dann einfach aussteigen, sich umsehen und mit dem nächsten Bus weiterfahren.

Klima: Heiße, trockene Sommer und milde Winter mit Regenschauern, Malta ist ein Ganzjahresziel.       

Reisezeit: Ganzjahresziel mit mildem Winter. Besonders das Frühjahr und der Herbst eignen sich zu ausgedehnten Wandertouren. Es existieren spezielle Wanderführer für Malta.

Sprachen: Maltesich (Malti) und Englisch. Malti ist ursprünglich aus einem arabischen Dialekt entstanden und einzige semitische Sprache weltweit, die lateinische Buchstaben verwendet.

Religion: Die Malteser sind zu 97 % katholisch.

Ärztliche Versorgung: Die ärztliche Versorgung auf Malta ist ausgezeichnet. Besonders zu empfehlen ist bei gesundheitlichen Problemen das Saint James Hospital, Privatklinik, in Sliema.

Unterkunft: British Hotel, 40 Battery Street, Valletta, ist sehr empfehlenswert

Weitere Informationen für Reisen nach Malta: Fremdenverkehrsamt Malta, Tel: 069-247503130, E-Mail: info@urlaubmalta.com, Schillerstraße 30-40, 60313 Frankfurt am Main

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