Ein halbes Jahr danach Polizei sucht noch immer nach Brandstifter von Vorra

"Kein Asylant in Vorra" und ein Hakenkreuz: Das Bild stammt vom Tag nach dem Anschlag auf ein Asylbewerberheim im bayerischen Vorra. (Archivbild) Foto: dpa

Mehr als ein halbes Jahr nach dem Brandanschlag auf eine fast fertige Asylbewerberunterkunft im mittelfränkischen Vorra hat die Polizei den Täter noch immer nicht gefunden.

 

Vorra - Die Ermittler suchen inzwischen nicht nur mit dem Phantombild eines Mannes, der am Brandort gesehen wurde, nach dem Täter. Anhaltspunkt für die Ermittlungen ist auch ein spezieller Grillanzünder, der bei der Tat verwendet wurde. Die Anzündwürfel eines Essener Herstellers (Firma Boomex) der Marke "Flash" und der Duftnote Lavendel seien die erste konkrete Spur der Ermittler.

Für Hinweise auf die Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von 20 000 Euro ausgesetzt, davon 15 000 Euro von privater Seite. Inzwischen seien einige wenige Hinweise eingegangen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken am Donnerstag. Eine ganz heiße Spur sei bislang nicht dabei gewesen.

Unbekannte hatten in der Nacht zum 12. Dezember 2014 in dem 1700-Einwohner-Ort einen umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand gesteckt. Auf ein Nebengebäude sprühten sie Hakenkreuze und eine ausländerfeindliche Parole. Die Heime hätten am Jahresanfang 2015 bezogen werden sollen. Die ausgebrannten Gebäude werden derzeit renoviert. Wann Asylbewerber einziehen können, ist noch unklar.

In der Nacht zu Donnerstag hatte es erneut einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Bayern gegeben: Im oberbayerischen Reichertshofen brannte ein Gebäudekomplex, in den 67 Asylbewerber einziehen sollten. Gegen die Unterkunft hatte es im Ort Proteste gegeben.

 

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