"Ein großes Ärgernis" Defekte Rolltreppe an der U-Bahn: Frust in Thalkirchen

Margit Vilbig (links) und Helga Holzner an der Rolltreppe, die nach ihren Angaben sehr oft nicht richtig funktioniert. Foto: Daniel von Loeper

Weil immer wieder Rolltreppen am U-Bahnhof ausfallen, haben vielen Anwohner Probleme. Zum Beispiel diese AZ-Leserinnen.

 

Thalkirchen - Schon wieder! "Außer Betrieb", stellt Helga Holzer fest, als sie vor der Rolltreppe am Ausgang des U-Bahnhofs Thalkirchen zur Zennerstraße hin steht. Nach einer Operation am Knie kann sie nur noch mit Krücken laufen. Und diese Einschränkung wird hier, an der Haltestelle Thalkirchen, immer wieder zum Problem.

"Früher war mir eine Rolltreppe gar nicht so wichtig", sagt die 78-Jährige. Heute aber sei sie, aufgrund ihrer Gehbehinderung, täglich auf diese Hilfe angewiesen.

Defekte Rolltreppe in Thalkirchen: Oft ändert sich die Richtung

Und das wird sehr häufig zum Problem. "Am Wochenende kann man davon ausgehen, dass immer mindestens eine Rolltreppe ausfällt oder nur in eine Richtung fährt", sagt sie.

Geht die Treppe bei der Abfahrt nur nach oben, stellt Holzer bei der Rückfahrt oft fest, dass sich die Richtung wieder geändert hat – sie kann sie also wieder nicht nutzen. "Das ist jedes Mal ein großes Ärgernis", sagt die Rentnerin. Sie müsse dann den ganzen Weg an den Gleisen entlang zurücklaufen und den anderen Ausgang Richtung Tierpark nehmen.

"Weil das der Hauptausgang ist, funktioniert hier alles super", sagt sie. "Sogar einen Aufzug und eine lange Rampe haben sie da eingebaut." Aber eben nur da. "Vom Tierparkausgang sind es wiederum rund 500 Meter zu meinem eigentlichen U-Bahn-Einstieg. Ein ziemlicher Umweg."

Der sei aber die einzige Möglichkeit, der defekten Rolltreppe auszuweichen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es nämlich gar keine.

Rolltreppe in Thalkirchen: Der Ärger mit dem Notfallhebel

Margit Vilbig kennt das Problem ebenfalls. "Ich hätte einen U-Bahnaufgang direkt vor meiner Tür und muss trotzdem oft vollbepackt einen Umweg nehmen", erzählt sie der AZ. Die Rentnerin wohnt seit 30 Jahren in Thalkirchen. Nach einer Operation am Bein fällt es ihr schwer, die Einkäufe ohne Rolltreppe zu transportieren.

Vormittags sei am Ausgang zur Zennerstraße außerdem wenig los – das heißt: Hier gibt es wenige Fußgänger, die ihr mit dem Gepäck helfen könnten. Oft passiere es, erzählt sie, dass Fahrgäste den Notfallhebel betätigten, um eine Richtungsänderung erzwingen zu können. "Den meisten ist wohl egal, dass das erstmal einen längeren Stillstand auslöst", sagt sie.

Defekte Rolltreppe in Thalkirchen: Das sagt die MVG

Die AZ fragt bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nach. Die Rolltreppe zur Zennerstraße sei schon seit 1989 in Betrieb, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Bei Problemen rät er, sofort die MVG zu kontaktieren, damit sich Mitarbeiter vor Ort ein Bild machen könnten.

Längere Ausfälle habe es hier aber laut Statistik bisher nicht gegeben. Immer wieder betätigten aber Fahrgäste den Notfallhebel, bestätigt er. "Und dann kann es einige Zeit dauern, bis die Rolltreppe wieder einsatzbereit ist."

Rolltreppe in Thalkirchen: "Ein Aufzug muss her"

Im September allerdings, betont er, sei die Rolltreppe laut MVG-Protokoll "zu 99 Prozent verfügbar" gewesen. Das also sagt die Statistik. Die beiden täglichen Nutzerinnen trauen ihr aber nicht.

"Ein zusätzlicher Aufzug muss eingebaut werden", fordern die Rentnerinnen. Das würde doch nicht nur ihre Lage verbessern – sondern zum Beispiel auch die von Müttern mit Kinderwagen.

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