Ein Chirurg klärt auf Warum das Geschäft mit der Schönheit in Corona-Zeiten boomt

Die Corona-Krise bringt dem Geschäft mit der Schönheit einen Aufschwung. Foto: ronstik/Shutterstock.com

Beauty-Docs haben in der Corona-Krise alle Hände voll zu tun. Im Interview spricht Dr. med. Volker Rippmann über die Beweggründe vieler Patienten.

 

In Zeiten der Corona-Krise schlagen viele Menschen neue Wege ein. Einer eben dieser Wege scheint zu Dr. med. Volker Rippmann ("Wahnsinnig schön!") zu führen. Denn wie der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news schildert, sei "die Anfrage nach Eingriffen aller ästhetischer Art" in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. "Vor allem für Eingriffe, die eine längere Erholungszeit nach sich ziehen", sagt der Mediziner. Warum das so sei? "Das liegt wohl daran, dass viele Leute unerwartet Zeit gefunden haben", erklärt Dr. Rippmann.

Der Chirurg nennt Beispiele. Nachdem etwa zahlreiche Flugzeuge aufgrund der Reisebeschränkungen am Boden bleiben mussten, sei es in seinen Praxen in Köln und Berlin zu einem "Ansturm von Flugpersonal" gekommen. "Als die Schulen geschlossen hatten, fragten zahlreiche Lehrer an", erinnert er sich.

Kylie Jenner und Micaela Schäfer als Vorbild

Konkrete Aussagen über sein Patientenspektrum dürfe Dr. Rippmann natürlich nicht treffen, es ließen sich jedoch "grob zwei große Gruppen" definieren: "Die jungen Patienten, die etwas an ihrem Körper verändern wollen und die älteren, die Zeichen des Älterwerdens verändern wollen." Und ja, immer wieder gebe es prominente Namen, "mit denen wir konfrontiert werden", meint der Chirurg. "Dazu gehören eindeutig Kim Kardashian und Kylie Jenner, aber auch Micaela Schäfer."

Dass die sozialen Medien in der heutigen Zeit eine immer größer werdende Rolle im Leben der Personen aus erstgenannter Gruppe spielen, ist Dr. Rippmann bewusst. Er sagt, "um in sozialen Medien zu punkten beziehungsweise möglichst viele Follower zu generieren, ist eine überzeugende visuelle Darstellung ein entscheidender Vorteil". Doch genau darin lauere seiner Meinung nach auch die Gefahr: der Trend zu extremen Körperformen und ständiger Neuerfindung. Wer es übertreibt, riskiere, "dass es in einer 'Freakshow' endet".

Auch Männer helfen nach

Zu Dr. Rippmanns Patientenstamm zählen längst nicht nur Frauen. "Die Schönheitschirurgie bei Männern hat in den letzten Jahren ordentlich an Fahrt aufgenommen", sagt er. Rund ein Viertel seiner Patienten seien männlich. "Das liegt nicht zuletzt an den immer häufiger durchgeführten Haartransplantationen, aber auch am Trend das Gesicht zu maskulinisieren", erklärt der Mediziner. Die am häufigsten durchgeführten Eingriffe bei Männern seien aber immer noch Fettabsaugungen und Oberlidstraffungen.

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