Ein Anbieter hat massive Mängel! E-Scooter in München: Test zeigt große Unterschiede

Ein Mann auf einem Tier-Scooter: Der deutsche Anbieter kooperiert mit der MVG. Foto: imago/Ralph Peters

Seit einigen Wochen dürfen die E-Scooter nun auch durch München flitzen. Dass es zwischen den Tretrollern der vier Münchner Anbieter durchaus Unterschiede gibt, zeigt ein Test des Technikmagazins Chip. Bei einem Anbieter gibt es sogar große Defizite bei Sicherheit und Ausstattung.

 

München - Circ, Tier, Lime und Voi: Das sind die vier E-Scooter-Verleiher, die es bislang in München gibt. Überall in der Stadt sind die Tretroller der Anbieter verteilt – lange muss man nicht suchen, um einen der E-Scooter zu finden.

Die Frage, die sich viele Münchner stellen dürften: Welcher Roller ist am besten? Denn zumindest äußerlich ähneln sich die Fahrzeuge aller vier Anbieter – dass jeder Verleiher jedoch Vor- und Nachteile hat und es teilweise gravierende Unterschiede gibt, hat jetzt ein ausführlicher Test des Technikmagazins Chip gezeigt.

E-Scooter in München: Anbieter im Test

Im Test haben die Macher Kriterien aus den Kategorien Sicherheit (25%), Fahrverhalten (25%), Ausstattung (20%) sowie Verfügbarkeit und Preis (30%) überprüft. Daraus ergibt sich dann die Gesamtbewertung, die in Schulnoten von 1 bis 6 angegeben wird.

Den ersten Platz im Test belegt Circ – der deutsche Anbieter kommt auf eine Gesamtnote von 1,3. Kurz darauf folgt das ebenfalls deutsche Unternehmen Tier (Note 1,4), das mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kooperiert.

E-Tretroller: Circ und Tier an der Spitze

Testsieger Circ bekommt in den Kategorien Sicherheit, Fahrverhalten und Ausstattung die Bestnote 1,0. Einzig bei Verfügbarkeit und Preis muss der Anbieter Abstriche machen (2,3). Bei Tier sind die ersten drei Kategorien auch mit "sehr gut" bewertet, allerdings gibt es hier nicht die Bestnote. Preis und Verfügbarkeit bewerteten die Macher der Studie mit der Note 1,7.

Was das Fahrverhalten der beiden Erstplatzierten so gut macht? Die E-Scooter von Circ und Tier überzeugen durch eine angenehme Federung, die den Fahrer beispielsweise kleinere Unebenheiten auf der Straße kaum bis gar nicht spüren lässt.

Deutliche Unterschiede zwischen den Rollern auf den ersten beiden Plätzen gibt es bei der Ausstattung: Der Tier-Scooter verfügt über einen Tacho, der Roller von Circ dagegen nicht. Dafür hat der Circ-Tretroller eine praktische Halterung für das Smartphone und eine weitere für eine Trinkflasche. Ebenfalls erwähnenswert: Über eine USB-Buchse kann der Nutzer sogar während der Fahrt sein Handy aufladen. Keine Unterschiede gibt es bei der Höchstgeschwindigkeit, alle erreichen maximal die per Gesetz als Obergrenze festgelegten 20 km/h, zudem haben alle Modelle eine Klingel und zeigen dem Fahrer den Akkustand an.

Lime: Teuer ist nicht gleich besser

Dass teuer nicht gleich besser ist, zeigen die E-Scooter des US-Anbieters Lime: Hier kostet eine Minute 25 Cent, im Test gibt es dafür die Note 3,4. Zum Vergleich: Bei den anderen Anbietern kostet eine Minute 20 Cent (Circ), 19 Cent (Tier) oder 15 Cent (Voi). Nun könnte man meinen, dass sich der teuerste Tretroller auch am besten fährt. Doch dem ist dem Test zufolge nicht so. So haben die E-Scooter von Lime einen weiteren Bremsweg (2,7 Meter) als Circ (1,8 Meter) und Tier (2,1 Meter) – zudem sind die Lime-Tretroller bei ansteigenden Strecken langsamer als die der beiden Erstplatzierten. Grund dafür dürfte das Gewicht sein, mit 24,3 Kilogramm sind die E-Scooter von Lime am schwersten.

Teils gravierende Mängel bei Voi-Scootern

Den letzten Platz im München-Test belegt der schwedische Verleiher Voi, dessen Fahrzeuge teilweise große Mängel in Sachen Sicherheit und Ausstattung aufweisen. Die schlechtere Federung und recht kleinen Reifen sorgen dafür, dass der Fahrer Unebenheiten auf der Straße besonders deutlich spürt. Zudem haben die Voi-Scooter den mit Abstand längsten Bremsweg – mindestens vier Meter rollt der Tretroller weiter, ehe er zum Stehen kommt. Damit ist der Bremsweg doppelt so lang wie von Konkurrent und Testsieger Circ.

Immerhin: Voi überzeugt mit der besten Ausleuchtung – einer der wenigen Vorteile gegenüber den anderen Anbietern. Zudem schneiden die Schweden-Scooter in der Kategorie Verfügbarkeit und Preis mit der Bestnote ab.

Fazit: Wer auf einen E-Scooter der Anbieter Circ und Tier steigt, setzt auf das beste Gesamtpaket. Lime fällt vor allem aufgrund des doch recht hohen Minutenpreises ab. Voi ist zwar der günstigste, hat aber teils gravierende Mängel bei Fahrverhalten und Sicherheit.

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