Eigenes Stadion? 1860 bremst den Investor ein

Dass der Investor kein Scheich ist, ist inzwischen bekannt. Die großspurigen Stadion-Visionen des Investors stoßen bei den Bayern-Bossen auf wenig Begeisterung. Foto: dpa

Dass der Jordanier, der die Löwen mit einem Investment von über 30 Millionen Euro retten will, von einer Arena für die Blauen träumt, irritiert die Bosse. Schäfer: „Das sind nur Träumereien“

 

München - Es hat ihnen nicht gefallen beim TSV 1860, dass ihr potenzieller Großinvestor bereits bekannt ist. Doch der Name des jordanischen Geschäftsmanns Hasan Abdullah Ismaik ließ sich nicht bis zum möglichen Geschäftsabschluss verheimlichen; und immerhin rang sich 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer am Dienstag schon so etwas wie eine Teilbestätigung ab. „Ja, stimmt“, sagte er, „es gibt einen möglichen Investor. Richtig ist auch, dass er aus dem arabischen Raum stammt. Aber es ist nicht so, dass wir nur noch Arabisch lernen. Wir werden auch noch andere Lösungen verfolgen.“

In der „SZ“ hatte Ismaik bereits die Höhe seines möglichen Investmets bekanntgebeben und den Sechzgern damit jeglichen Spielraum für anstehende Verhandlungen genommen. Denn nun ist das Finanzvolumen des Einstiegs, „rund 13 Millionen Euro Kaufpreis für 49 Prozent der Anteile und, um die erste Liga zu erreichen, zehn bis 20 Millionen Euro bis 2014“, bekannt. Die Ankündigung war also ein cleverer Schachzug des Jordaniers, der damit bereits ein klares Angebot abgegeben hat.

Auch die großspurigen Stadion-Visionen des Investors („Sollten wir uns in der ersten Liga etablieren, werden wir über ein eigenes Stadion nachdenken“) stoßen bei den Löwen-Bossen auf wenig Begeisterung. Gerade hatten sie mit dem FC Bayern günstigere Bedingungen ausgehandelt, „da können wir jetzt nicht sagen, wir wollen sofort raus aus dem Stadion“, meinte Schneider. Auch Schäfer erteilte den Gedanken Ismaiks gleich eine Absage: „Ein eigenes Stadion? Das sind nur Träumereien“.

Auch wenn sich die Löwen-Bosse noch winden und vorgeben, sie wüssten von nichts: Insgeheim aber verdeutlichen auch sie die Chancen einer Investoren-Lösung zur Vereinsrettung. „Klappt alles, wie man sich so etwas vorstellt, wäre es ein Modell mit Charme“, sagte Schneider. „Die Hauptsache ist, dass der Partner solide, seriös und bodenständig ist. Sollten wir ein Geschäft eingehen, werden wir dies geprüft haben.“

Dass Ismaik, der, wie die AZ erfuhr, erst am Samstag bei seinem Besuch des Heimspiels gegen Cottbus in der Arena Fragen beantworten will, wollte Schneider nicht bestätigen. „Von dem Besuch weiß ich nichts“, sagte der Präsident. „Aber sollte es so sein, werden wir ihn sicherlich nicht zurückhalten sondern offensiv mit dem Thema umgehen. Es bringt uns nicht weiter, jetzt ein Versteckspiel zu betreiben.“ Bleibt die Frage, ob die Suche nach Rettungsmodellen durch Ismaiks Vorstoß beendet ist. Oder gibt es noch andere interessierte Investoren? „Ich will nichts ausschließen“, sagte Schneider. „Wir hören uns immer alles

 

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