Eigenbedarfskündigung Wohnungssuche in Landshut: (K)ein Platz für Kater Falco

Falcos Frauchen findet keine Wohnung in Landshut. Deshalb sucht sie nun schweren Herzens ein neues Zuhause für den Kater. Foto: Mack

Wieso das Schicksal eines Katers zum Synonym für die momentan sehr schwierige Wohnungssuche in der Stadt Landshut wird.

 

Landshut - Falco ist ein Strawanzer, wie es in Landshut wohl nur wenige sonst in der Altstadt gibt. Zumindest in Katzenform. Der zweijährige Kater ist fast immer draußen unterwegs; mittlerweile hat er viele Fans in der Innenstadt, in diversen Geschäften ist er daheim. Auch auf Facebook in der Landshut-Gruppe hat er eine Fangemeinde. Wenn er mal wieder von zu Hause ausgebüxt ist, suchen etliche Landshuter mit, um ihn wieder zu seinem Frauchen Petra Mack zu bringen.

Doch die hat seit Oktober ein Problem: Wegen einer Eigenbedarfskündigung muss Mack aus ihrer Wohnung im Konradviertel raus. Die 51-Jährige, ihr Partner und der Sohn suchen mit den beiden Katzen Falco (zwei Jahre) und Jeanny (acht Monate) seitdem eine neue Bleibe. Mack: "Bezahlbar sollte sie sein, bis 950 Euro warm", so die Landshuterin.

Viele Vermieter wollen keine Tiere

Eine Kaltmiete von zehn Euro pro Quadratmeter kann die Familie nicht stemmen – die ist aber mittlerweile in vielen Fällen genau der Maßstab, was Mieten in der Innenstadt angeht. Zudem wollen viele Vermieter keine Tiere – also wurde Mack nicht mal zur Besichtigung eingeladen. Nur zwei Wohnungen konnte sie sich bisher ansehen; aber die waren nicht das Richtige.

Bei der Gewoge hat sie auch schon geschaut: "Aber da kamen auf 700 Wohnungsinteressenten gerade mal 30 Wohnungen", erzählt Mack. Bis auf die Straße hinaus haben sie gestanden, um sich eine Wohnung ansehen zu können. Mittlerweile ist seit Oktober einige Zeit vergangen – und Petra Mack hat im Landkreis, in Essenbach, eine passende Wohnung gefunden. Nur liegt die an der Hauptstraße im zweiten Stock. "Und deswegen kann und will ich Falco da nicht mitnehmen", sagt Mack.

Kater Falco soll nicht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen werden

Eine Aussage, die manch einer in der Landshut-Gruppe auf Facebook als herzlos einstuft. Doch Mack erklärt die Lage: Ihr Kater ist einer, der unbedingt in der Altstadt bleiben will. Der sich dort am wohlsten fühlt, unter vielen Menschen. Der schon immer ein Freigänger war. In manchem Geschäft gibt es eine Decke für ihn, die Polizei nennt ihn "Kommissar Falco", auch bei der Abendzeitung macht er manchmal ein Schläfchen.

"Er kommt nie freiwillig heim aus der Altstadt und der Länd (Anm. d. Red.: seinem Revier), ich muss ihn immer holen", erzählt Mack. Sie will ihn einfach nicht aus seiner gewohnten Umgebung reißen. Und spätestens nach zwei, drei Tagen daheim samt Fressen, Schmusen und Co. zieht es Falco sowieso wieder nach draußen. "Er knurrt dann sogar ein kleines bisschen wie ein Hund", so Mack.

Muss Falco zu einer neuen Familie?

Ihr sei die Entscheidung, eventuell einen neuen Platz für Falco in seinem alten Revier zu suchen, äußerst schwergefallen. Auch sie würde eine Wohnung in Landshut nach wie vor bevorzugen: "Ich habe immer hier gewohnt, ich bin eine Landshuterin. Aber bei den Preisen geht es gerade nicht mehr. Mir bricht es wirklich das Herz." Noch würde Mack eine Wohnung mit vier Zimmern in Landshut nehmen – gern renovierungsbedürftig – und ihre Entscheidung mit Essenbach rückgängig machen; oder eben einen neuen Platz in der Innenstadt für Falco suchen. Der geimpfte, gechipte und kastrierte Kater bräuchte laut seinem jetzigen Frauchen einfach einen Platz, von dem aus er in die Altstadt streunen gehen kann, sozusagen eine Basisstation. "Sonst ist er ein Überlebenskünstler", sagt sein Frauchen.


Wer sich bei Petra Mack wegen Falco oder einer Wohnung melden möchte, kann das unter petra_mack@yahoo.com tun.

 

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