Happy End an der Zapfsäule 9500 Euro in bar: Mysteriöses Kuvert an Tankstelle

Eine 26-Jährige findet an der Tankstelle einen Umschlag mit großen Scheinen – und behält ihn nicht für sich.

 

Vaterstetten - Es ist eine dieser Geschichten, bei der man sich denkt: Wie hätte ich in der Situation gehandelt? Da findet eine 26 Jahre alte Ayingerin auf einem Parkplatz ein Kuvert mit mehreren 500 Euro Scheinen, insgesamt 9500 Euro – und bringt das Geld auf die Polizeiwache.

Für die Finderin ist ihre Ehrlichkeit selbstverständlich. Ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen, weil, sagt sie im Gespräch mit der AZ bescheiden, sie sich mit ihrer Tat nicht in den Vordergrund spielen will. So wie sie hätte ja jeder normale Mensch gehandelt, sagt sie.

Nennen wir die 26-Jährige also einfach Birgit Meier. Die Kreditspezialistin war am Freitag mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit, als sie an der Tankstelle Vaterstetten Ost noch einen kurzen Tankstopp einlegte. Dort fand sie neben ihrem Auto ein Kuvert und nahm es an sich. „Ich habe immer Post in der Fahrertür, weil ich sie erst abends mit ins Haus nehme“, sagt Meier. Da falle immer mal wieder etwas aus dem Seitenfach. Deshalb wunderte sich Meier nicht über den Umschlag neben dem Auto. „Ich dachte, mein Gott, schon wieder etwas rausgefallen.“

Kurz bevor sie in der Arbeit ankam, hatte sie den Umschlag zufällig noch mal in den Händen und entdeckte das Raiffeisenbank-Logo auf dem Kuvert. Weil sie dort selbst nicht Kundin ist, merkte sie: Das kann nicht meiner sein.

Finderin ist zuerst geschockt - und geht arbeiten

Sie öffnete den Umschlag – und entdeckte mehrere 500 Euro Scheine. „Da war ich dann schon erst mal geschockt.“ Sie ging trotzdem erst kurz ins Büro, sie war spät dran. „Aber da hab ich es nicht lange ausgehalten.“

Nach einer halben Stunde erklärte sie ihrer Chefin die Situation und fuhr zur Polizei in Riem. Die Beamten fanden einen Beleg der ausgebenden Bank in dem Kuvert und konnten diese so kontaktieren.

Die Raiffeisenkasse Kastelruth konnte den Besitzer des Geldes ausfindig machen. Gegen Mittag erschien ein 29 Jahre alter Koch aus Südtirol auf der Polizeiwache. „Der war total fertig“, erinnert sich Meier, „er hat einfach nur fünf mal hintereinander danke gesagt“.

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Der Italiener hatte in Nürnberg ein Auto kaufen wollen, deshalb hatte er so viel Bargeld dabei.

Meier bekam für ihre Ehrlichkeit 250 Euro Finderlohn – und eine Einladung in das italienische Hotel, in dem der 29-Jährige arbeitet. Freilich deutlich weniger als wenn Meier den Umschlag einfach behalten hätte. Das kam für sie aber nie in Frage: „Nie im Leben! Darüber denkt man nicht nach.“

 

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