EHC-Star im Interview Petermann und der doppelte Treueschwur

EHC-Star Felix Petermann, ein echter Allgäuer. Foto: privat

Hier erklärt der Eishockey-Nationalspieler, wieso er beim DEL-Klub bis 2014 verlängert hat, wie er die Kollegen Buchwieser und Reimer zum Bleiben überreden will – und wann er heiraten wird

 

AZ: Hallo, Herr Petermann, dem Ostallgäuer scheint es ja in München bestens zu gefallen, Sie haben Ihren Vertrag beim EHC gerade um zwei weitere Jahre verlängert.

FELIX PETERMANN: Ja, ich fühle mich hier einfach sauwohl. Auch wenn wir in dieser Saison schon den einen oder anderen sportlichen Hänger hatten, bin ich davon überzeugt, dass hier was Gescheites auf die Beine gestellt wird. Davon möchte ich ein Teil sein. Ich habe auch nicht vergessen, wie der Verein sich um mich gekümmert hat, als ich mit meiner Schulterverletzung lange ausgefallen bin.


Sie gelten als der emotionale Leader beim EHC.


So bin ich halt, ich bin auch sonst keiner, der schüchtern und schweigend durch die Stadt läuft. Als ich so viele Monate verletzt war, kamen schon einige Spieler zu mir und meinten, dass meine Art der Mannschaft fehlen würde. Meine Sprüche wären zwar oft nur dummes Geschwätz, aber auch dummes Geschwätz kann fehlen.


Dann sollten Sie mit Ihrer Unterschrift am besten gleich gutes Vorbild für die in der Liga heißbegehrten Martin Buchwieser und Jochen Reimer sein.


Ich werde es mir zur Aufgabe machen, dass ich ganz viel auf die einrede. Wenn’s sein muss, solange bis die sagen: Wenn du jetzt endlich den Mund hältst, unterschreiben wir. Aber Spaß beiseite, ich will alles tun, um meine bayerischen Kollegen zu halten.


Der EHC hat in dieser Saison auch durchwachsene Leistungen gezeigt.


Ja, wir haben schon manches Spiel richtig vermurkst. Ich denke, dass wir manchmal dachten, dass wir jetzt so viel Talent haben, dass wir Spiele auch mal so nach Hause schaukeln können. Aber wir haben stets die schmerzliche Quittung gekriegt. Der Wutausbruch nach dem Straubing-Spiel von Manager Winkler war wichtig. So einen Auftritt habe ich nicht oft erlebt, aber er war nötig. Wir haben jetzt verinnerlicht, dass am Ende nur die Teams vorne stehen werden, die sich konstant den Arsch am meisten aufreißen und das werden wir wieder tun.


Sie gelten als einer der unangenehmsten Spieler der DEL. Wie gefällt Ihnen das Image?


Je mehr die Gegner über mich schimpfen, umso weniger konzentrieren sie sich auf das, was sie eigentlich sollten, das Eishockey spielen. Ich sehe das eher als Anerkennung an.


Anerkennung haben Sie auch erhalten, Bundestrainer Jakob Koelliker setzte beim Deutschland-Cup auf Sie.


Das war mir sehr wichtig. In München für Deutschland zu spielen, was will man mehr?


Wie hat die Mannschaft den Tod von Nationalspieler Robert Dietrich verarbeitet, der im September bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam?


Es war schwer. Bundestrainer Koelliker kam eines Abends mit einem wunderschönen gerahmten Bild vom Didi und hat gefragt, ob jemand Einwände dagegen hätte, wenn das Foto an der Wand neben der Kaffeemaschine aufgehängt wird. Keiner fand es pietätlos. Der Kaffeeautomat ist der frequentierteste Platz überhaupt, und dadurch, dass der Didi da hing, war es so, dass er immer mit dabei war.


Dem EHC haben Sie schon Ihr Ja-Wort gegeben, nächstes Jahr wollen Sie Ihrer langjährigen Freundin Dorothee die ewige Treue schwören.


Das stimmt, sie ist mein Seelenpartner. Daher werden wir im schönen Ostallgäu auf einer Berghütte heiraten. Es wird über zwei Tage gehen. Am einen Tag werden wir einen bayerischen Abend in Tracht machen, zur Hochzeit selber werden wir uns dann in schicke Klamotten werfen.


Mit Kutsche und allem?


Da muss ich ehrlich gesagt erst fragen, was Dorothee da gerne hätte. Ihr Wunsch ist mir Befehl.

 

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