EHC Red Bull München Jochen Reimer: "Ich bin ja nicht Boateng"

Jochen Reimer mit seiner Schuhsammlung. Nach einer Handverletzung ist er wieder fit. Foto: Petra Schramek

EHC-Goalie Jochen Reimer hat einen Schuhtick –  er besitzt etwa 50 Paar. Sein einziges Problem: „Die 45er sind immer gleich weg, weil so viele Männer so große Füße haben“.

 

München - Freunde nennen ihn Joker. Ein Joker, das ist er aktuell tatsächlich für den EHC. Jochen Reimer ist nicht nur einer der besten Torhüter der Liga, sondern auch der Star und Fanliebling beim EHC.

Der gebürtige Allgäuer empfing die AZ jetzt in seiner Zwei-Zimmer-Wohnung in Schwabing und präsentierte seine Trophäensammlung. Damit sind nicht etwa Pokale oder Medaillen gemeint.

Reimers Stolz ist seine Schuh-Sammlung. „Jeden Morgen suche ich mir die Schuhe aus und überlege erst dann, was ich dazu anziehen kann“, sagt er. Seine Lieblingsschuhe: goldene und silberne „Air Max“. „Von denen habe ich drei Paar. Aber ich ziehe mich da dann schon normal dazu an, ich bin ja nicht der Kevin-Prince Boateng“, lacht Reimer in Anspielung auf die extravagante Kleidung des Schalker Fußballers.

In seinem Erker hat er eine Galerie aufgebaut, die voll ist mit Schuhen. Neben dem Fernseher stehen seine alten Torwart-Helme, Medaillen und die Auszeichnungen der DEL, die ihn als besten Torhüter der Saisons 2010/11 und 2011/12 ausweisen. Dazu noch zwei schwarz-weiße Bilder aus dem Allgäu, die Kühe beim Almabtrieb zeigen und eine große Couch – mehr braucht der Super-Goalie nicht.

In der Kabine ist er dafür beliebt, dass er immer für einen Spaß zu haben ist, nicht wie andere Torhüter als kauzig gilt. „Ich sage immer, ich bin gar kein Torhüter. Wenn mir vor dem Spiel einer einen Witz erzählt, dann lache ich darüber und erzähle auch einen“, sagt er.

Ein spezielles Lob bekommt der EHC-Star von einem echten Experten, nämlich Co-Trainer Helmut de Raaf, der als Torhüter in Düsseldorf und Köln elf Deutsche Meisterschaften gewann: „Ich will jetzt nicht sagen, dass ich ein Fan von ihm bin, aber mich beeindruckt, wie konstant er seine Leistung bringt.“ Was auch bitter nötig ist, denn Reimer hielt schon unzählige Punkte in dieser Saison fest. Seine Mitspieler loben ihn nach jedem Spiel, oft heißt es: „Der Joker war heute der beste Mann.“ Noch hat er nicht beim EHC verlängert, es lockt das Engagement im Ausland. Am meisten Amerika und die NHL. „Davon träume ich, solange ich Eishockey spiele“, verrät Reimer. Ein Vorteil in Amerika: die günstigen Schuhe. „Ich bin ja ein echter Schnäppchenjäger. Normal kosten die Teile 150 Euro und mehr, das hat völlig überhand genommen“, sagt Reimer.

Doch auch das ausgebaute Engagement von Red Bull kommt Reimers Schuck-Tick zugute: „Als wir im Sommer immer in Salzburg trainiert haben, konnte ich oft einen Abstecher in ein Outlet an der Grenze machen.“ Bislang hat Reimer gut 50 Paar Sneaker – und es dürften noch einige dazukommen. „Als ich in Wolfsburg gespielt habe, habe ich einem Verkäufer von einem Outlet meine Nummer gegeben, der hat mich dann immer angerufen, wenn es eine neue Lieferung gab.“ Reimers größtes Problem derzeit: seine Schuhgröße. „Die 45er sind immer gleich weg, weil so viele Männer so große Füße haben.“ Sollte er den EHC tatsächlich nach der Saison verlassen, würde er riesige Abdrücke hinterlassen.

 

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